Feuer an der Leinthalerbrücke: Polizei geht von Brandstiftung aus

In der Nacht auf Donnerstag hat es an der Leinthalerbrücke gebrannt, Unbekannte haben mehrere Kabelstränge angezündet. Derzeit geht die Polizei von Brandstiftung aus.
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Die Leinthalerbrücke in Oberföhring.
Google StreetView Die Leinthalerbrücke in Oberföhring.

Oberföhring - Die dicken schwarzen Rohre an der Leinthalerbrücke und der Herzog-Heinrich-Brücke in Oberföhring sind unauffällig. Sie sind an den Außenmauern der Brücken befestigt. Doch der Inhalt hat es in sich: Darin verbergen sich ganze Stränge daumendicker Glasfaserkabel.

Diese versorgen große Firmen in Oberföhring – wie Fernsehsender, das Institut für Rundfunktechnik (IRT), den Bayerischen Rundfunk (BR) und auch normale Haushalte – mit schnellem Internet. Die Kabel transportieren gewaltige Datenmengen.

In der Nacht zum Donnerstag hatten es Brandstifter auf diese Kabel abgesehen. Mit einem Brandbeschleuniger, vermutlich Benzin, wurde Feuer gelegt. Die Polizei geht von einer vorsätzlichen Tat auf. Vermutlich richtet sich der Sabotageakt gegen einen Großkonzern, ein Mobilfunkunternehmen. Möglich wäre auch eine gezielte Attacke gegen eine Firma, die über die Glasfaserkabel versorgt wird. Doch das hält die Polizei derzeit offenbar für unwahrscheinlicher.

In der Früh um 5 Uhr meldeten mehrere Zeugen Rauch an der Leinthalerbrücke. Die Feuerwehr rückte aus, löschte den Brand. Schnell war klar, dass es sich nicht um einen technischen Defekt handeln konnte. Zumal nicht nur Kabel an der Leinthalbrücke völlig verschmort und geschmolzen waren, sondern auch 50 Meter weiter flussaufwärts an der Herzog-Heinrich-Brücke.

Polizei geht von Brandstiftung aus

Den Schaden konnte die Polizei am Mittwoch noch nicht genauer beziffern. Nach ersten Schätzungen beträgt er auf jeden Fall mehrere Zehntausend Euro, vermutlich aber mehr als 100.000 Euro. Die Stadtwerke München waren laut Auskunft eines Sprechers nicht betroffen.

"Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren", sagte ein Polizeisprecher. Beide Brücken wurden wie Tatorte behandelt. Die Spurensicherung rückte aus. Nach Abschluss der polizeilichen Arbeiten begannen Techniker sofort damit, die Versorgung wieder herzustellen und Kabelstränge zu flicken und auszutauschen. "Ich mache den Job jetzt schon zehn Jahre, aber so dicke Datenkabel habe ich noch nie gesehen", sagte einer zur AZ. "Das wird Tage dauern." Während der Arbeiten wurden beide Brücken gesperrt.

Bei der Polizei ermittelt inzwischen das Kommissariat 43, das für "politisch motivierte Kriminalität links" zuständig ist. In den entsprechenden Foren hatte sich aber bis gestern wohl noch niemand zu der Sachbeschädigung bekannt.


Zeugenaufruf: Wer hat im angegebenen Zeitraum im Bereich der Leinthalerbrücke Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit diesem Vorfall stehen könnten? Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 13, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Lesen Sie auch: Polizei erwischt Brandstifter auf frischer Tat

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