Festnahme nach Anschlag auf Münchner Restaurant: Spur führt zu europaweitem Terror-Netzwerk

Mehr als einen Monat nach dem Anschlag auf das israelische Restaurant "Eclipse" in München ist laut einem Bericht des Spiegel ein mutmaßlicher Drahtzieher gefasst worden. Demnach nahmen US-Ermittler am Freitag in Dänemark einen 32-jährigen Iraker fest. Er soll mit einer Serie von 18 anti-israelischen und anti-amerikanischen Anschlägen in Europa in Verbindung stehen – darunter auch die Attacke auf das Lokal in der Maxvorstadt sowie auf Synagogen und eine jüdische Schule.
Der Verdächtige Mohamed Baqer Saad Dawood al-Saadi soll laut Spiegel als Führer der "Kataib Hisbollah" – einer irakischen Terror-Organisation – operiert haben. Diese steht mit der Hamas sowie der Hisbollah in Verbindung. Al-Saadi zeigte sich demnach in sozialen Netzwerken der iranischen Regierung treu ergeben und soll der Miliz Kataib Hisbollah seit spätestens 2017 verbunden sein.
Der Anschlag in München: Ermittler gingen früh von einem antisemitischen Motiv aus
Beim Angriff auf die "Eclipse Grillbar" in der Heßstraße waren in der Nacht auf den 10. April Fensterscheiben zerstört worden. Verletzt wurde niemand. Die Ermittler gingen früh von einem antisemitischen Motiv aus, der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen. Später tauchte zudem ein Bekennervideo einer mutmaßlich pro-iranischen Gruppierung auf.
Bereits zuvor hatten Experten einen möglichen Zusammenhang zwischen der Münchner Tat und ähnlichen Anschlägen in London, Belgien und Nordmazedonien gesehen.
In München hatte der Anschlag für große Bestürzung gesorgt. Hunderte Menschen versammelten sich wenige Tage später zu einer Solidaritätskundgebung vor dem Restaurant. Die Polizei setzte zwischenzeitlich sogar eine Belohnung von 5000 Euro für Hinweise auf die Täter aus.