FC-Bayern-Affäre von Dieter Reiter beschäftigt Münchner Stadtrat

Vor mehr als einem Monat verlor Dieter Reiter die Münchner Oberbürgermeisterwahl krachend. Jetzt befasst sich der Stadtrat mit dem mutmaßlichen Grund für die Niederlage.
AZ/dpa |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
2  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen
Vor den Kommunalwahlen hatte Reiters Umgang mit seiner Nebentätigkeit für den FC Bayern für Wirbel gesorgt. (Archivbild)
Vor den Kommunalwahlen hatte Reiters Umgang mit seiner Nebentätigkeit für den FC Bayern für Wirbel gesorgt. (Archivbild) © Daniel Löb/dpa

Mehr als einen Monat nach der Wahlniederlage von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) beschäftigt der mutmaßliche Grund für diese Niederlage am heutigen Mittwoch noch einmal den Stadtrat. Auf der Tagesordnung der letzten Vollversammlung in dieser Wahlperiode steht – in nicht-öffentlicher Sitzung – die Affäre um Reiters Posten beim FC Bayern München

Dass er in den Aufsichtsrat des milliardenschweren Vereins aufgerückt war, hatte vor der Kommunalwahl für heftige Kritik gesorgt – denn Reiter hatte sich diese Tätigkeit nicht vom Stadtrat genehmigen lassen. Als er dann auch noch einräumen musste, bereits seit Jahren Geld von den Bayern zu bekommen, kam er um eine öffentliche Entschuldigung nicht mehr drumherum. Die Regierung von Oberbayern gab bekannt, ein Disziplinarverfahren gegen Reiter zu prüfen. 

Der 67-Jährige trat von den Bayern-Posten zurück, spendete die 90.000 Euro, die er bis dato vom Verein bekommen hatte - und verlor die Wahl zum Oberbürgermeister doch krachend gegen seinen Herausforderer Dominik Krause von den Grünen, der am 1. Mai nun offiziell Reiters Nachfolge antritt. Vor der Affäre hatte kaum jemand daran gezweifelt, dass der 67-Jährige die Wahl und eine dritte Amtszeit gewinnt. 

Lesen Sie auch

Befassung mit Reiter-Affäre ohne den zukünftigen Ex-Oberbürgermeister

Reiter hatte – vor der Wahl – absolute Transparenz angekündigt und versprochen, alle Fragen zur Bayern-Affäre im Stadtrat zu beantworten. Allerdings wird er bei der Sitzung des Plenums, in der es darum gehen soll, jetzt selbst gar nicht anwesend sein. Nach seiner Niederlage hatte er sich krankgemeldet, inzwischen hat er sich freigenommen, um sich von der Krankheit zu erholen. 

Lesen Sie auch

Mit Blick auf das drohende Disziplinarverfahren teilte ein Sprecher der Regierung von Oberbayern auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit, Reiter habe inzwischen eine Anwältin in der Angelegenheit bevollmächtigt. Diese habe den Eingang der angekündigten Stellungnahme bis Ende April in Aussicht gestellt.

"Peinlich und rückgratlos"? 

Martin Gross, Politologe und Experte für Kommunalpolitik an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, nannte es "peinlich und rückgratlos", dass Reiter sein Versprechen im Stadtrat nicht einlöst. 

"Das passt dann allerdings zu seinem Gebaren in den letzten Monaten vor der Wahl und zeigt noch einmal, wie wenig ihn der Stadtrat und vor allem auch die Mithilfe bei der Aufklärung der Sache interessiert", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. 

Reiter will am 11. Mai seinem Nachfolger Krause die Amtskette übergeben

"Da bleibt es auch spannend zu sehen, wie die wohl neue Stadtratskoalition in der Sache noch einmal tätig wird, und ob sich da die SPD nicht auch mit etwas mehr Verve dahinterklemmt, als sie das bisher getan hat."

Der neu gewählte Stadtrat tritt am 11. Mai zum ersten Mal zusammen. Dann will auch Reiter zum ersten Mal nach seiner Wahlniederlage und abgesehen von einem kurzen Abschiedsvideo wieder öffentlich auftreten und Krause die Amtskette übergeben.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
  • Ostbayer vor 14 Minuten / Bewertung:

    Warum ist die Aufarbeitung denn nicht öffentlich?
    Es wäre sinnvoll zu erfahren, wer wann über den "Nebenjob" von Herrn Reiter Bescheid wußte.

    Mir kann kein Mensch sagen, dass es im Rathaus nicht bekannt war, dass Herr Reiter im Verwaltungsrat aktiv war. Grün-Rot hat dies dies letzten Jahre stillschweigend mitgetragen auch eine Herr Krause.

    Antworten lädt ... Kommentar melden
  • OLGI vor 37 Minuten / Bewertung:

    Gut, dass er weg ist. Greift gierig illegal nach Geldern, belügt Stadtrat und Öffentlichkeit, erkrankt spontan und ist dann auch zu gebrechlich für sein Stadtratsmandatat.
    Der alte Pöstchenjäger wäre bei einer gewonnenen Wahl sicher ebenso rasch genesen wie er wieder seine Finger in allen möglichen Geldtöpfen gehabt hätte.

    Antworten lädt ... Kommentar melden
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.