Fake-Seiten im Internet: Vorsicht bei Flugstornierungen

Betrüger wollen Kasse machen und fischen online Daten ab. Die Münchner Polizei warnt vor neuer Masche mit Fake-Seiten im Netz.
| Ralph Hub
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Mehrere Flugzeuge stehen auf dem Flughafen München an einem Terminal vor dem Tower.
Andreas Gebert/dpa Mehrere Flugzeuge stehen auf dem Flughafen München an einem Terminal vor dem Tower.

München - In der Corona-Krise wurden reihenweise Flüge gestrichen. Passagiermaschinen blieben wochenlang am Boden, die Airlines kämpfen noch immer ums wirtschaftliche Überleben.

Eigentlich müssen die Fluggesellschaften das Geld für ausgefallene Flüge innerhalb von sieben Tagen erstatten. Weil der Flugverkehr in der Corona-Krise jedoch nahezu komplett zusammenbrach, gerieten viele Airlines in Geldnot. Zudem verzögert Kurzarbeit die Bearbeitung der Beschwerdeflut.

Täter kopieren die Webseiten von Airlines perfekt 

Die Lufthansa aber auch viele andere Airlines sind deshalb bei der coronabedingten Erstattung von Tickets immer noch im Rückstand. Betroffen sind aber auch Kunden, die ihre Reisen über konzernunabhängige Internetvermittler gebucht haben. Die Lufthansa hat inzwischen die automatisierte Rückzahlung wieder aktiviert.

Viele Kunden versuchen nun, über das Internet schneller das Geld für ihre Tickets erstattet zu bekommen. Genau an diesem Punkt setzen Trickbetrüger an, sie versuchen an die Bankdaten ihrer Opfer mittels der sogenannten Phishing-Methode heranzukommen, eine altbekannte Masche. Neu ist, dass die Täter die Webseiten von Airlines perfekt kopieren und so versuchen, Leute in die Falle zu locken.

Organisierte Banden: Kommissariat gegen Cyber-Kriminalität 

Eine 58-Jährige aus München erstatte Anzeige bei der Polizei. Sie googelte im Netz die Homepage der Lufthansa. Dabei geriet sie auf eine Fake-Seite. Ohne Verdacht zu schöpfen, wählte sie die angegebene Nummer einer "Service-Hotline".

Ein Mitarbeiter verwickelte sie in ein Gespräch. Er behauptete, es gebe technische Probleme. Geschickt versuchte er, die Münchnerin dazu zu bringen, ihm über die sogenannte Ferndiagnose zugriff auf deren Computer zu ermöglichen.

"Damit hätte er Zugriff auf das Konto und hätte es leerräumen können", sagt Polizeisprecher Ronny Ledwoch. Die 58-Jährige merkte, dass sie aufs Kreuz gelegt werden sollte und beendete das Telefonat.

Das Kommissariat gegen Cyber-Kriminalität ermittelt gegen organisierte Banden. "Wir haben etliche Fälle vorliegen", sagt der Polizeisprecher. Wer einen Flug stornieren will, muss bei Internetseiten also genau hinschauen. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie warnt das Polizeipräsidium "in der gegenwärtigen Urlaubszeit vor Flugstornierungen via Internet".

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