Fährt schon in der Schweiz und Rotterdam: Verändert dieser Bus in München den Nahverkehr?

Der Karsan eAtak wird den Personentransport in München als vollautonomer Bus stark verändern. Mit innovativer Technologie und einem Ziel von vollständiger Autonomie bis 2026 könnte dieser Robobus die Zukunft des öffentlichen Verkehrs prägen.
Hüseyin Ince
|
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
36  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen
MVG-Bus-Chef Veit Bodenschatz und MVG-Chef Ingo Wortmann bei der Vorstellung des Karsan eAtak.
MVG-Bus-Chef Veit Bodenschatz und MVG-Chef Ingo Wortmann bei der Vorstellung des Karsan eAtak. © SWM

Sehr vorsichtig ist dieses Fahrzeug, das ist der allererste Eindruck. Der türkische "Karsan/Adastec eAtak" meistert seine Runden auf dem Privatgelände der Stadtwerke an der Emmy-Noether-Straße zwar sachte, aber solide. Hier wird er seit sieben Tagen getestet. "Es ist hier sehr eng und kleinteilig, daher fährt der Bus sehr langsam", sagt Ingenieur Sinan Budalan. Laut EU-Gesetzen muss keiner in der Fahrerkabine sitzen. Sie bleibt leer.

Doch ein Operator muss im Fahrzeug sein. In Städten wie im norwegischen Stavanger fährt der Kleinbus bereits vollautonom, inklusive eines Operators im Bus. Sie müssen die Fahrt vor Ort beaufsichtigen.

Operator Sinan Budalan greift bei der Fahrt nicht ein. Er beobachtet lediglich.
Operator Sinan Budalan greift bei der Fahrt nicht ein. Er beobachtet lediglich. © Hüseyin Ince

"Bis Mitte 2026 wollen wir erreichen, dass die Fahrzeuge mit verändertem EU-Recht bereits völlig ohne Aufsicht im Fahrzeug auf ihren Routen unterwegs sind", sagt Ali Ihsan Danisman von Adastec, dem Unternehmen, das die Software verantwortet.

Kostenpunkt für den Roboterbus: Etwa eine Million Euro

Rund sieben Jahre habe man das Fahrzeug entwickelt. Und jetzt fahre es eben bereits in Städten wie im Schweizer Arbon oder auch in Rotterdam. Etwa eine Million Euro kostet so ein eAtak mit 20 bis 40 Sitzen, je nach Ausführung.

Innenansicht des Karsan/Adastec eAtak: Der Bildschirm zeigt die Route des autonomen Busses während der Testfahrten auf dem SWM-Gelände an der Emmy-Noether-Straße.
Innenansicht des Karsan/Adastec eAtak: Der Bildschirm zeigt die Route des autonomen Busses während der Testfahrten auf dem SWM-Gelände an der Emmy-Noether-Straße. © Hüseyin Ince

Die Stadtwerke werden sich in den kommenden Jahren entscheiden, ob sie den vollautomatischen Personentransporter von Karsan kaufen. Doch es sieht so aus, als ob die Stadtwerke elektrische sowie vollautonome "Robobusse" von drei verschiedenen Herstellern kaufen werden, nämlich von MAN (Minga-Projekt, bis zu 70 Sitze), Karsan (bis zu 40 Sitze) sowie Holon (bis zu 20 Sitze).

Die Stadtwerke werden sich wohl bei drei Herstellern bedienen

Der eAtak von Karsan wird wohl zwischen den Jahren 2027 und 2028 in Deutschland einsetzbar sein. Acht Meter lang ist der sogenannte Midibus. 300 Kilometer ist laut Hersteller die Reichweite. Der Bus hat mehrere Kameras, sogenannte Lidar- und auch Radar-Sensoren. Ab Sommer testen die Stadtwerke dann den MAN-Bus. Und der Shuttle von Holon ist zuletzt probeweise in Hadern zum Einsatz kommen.

Ab 2030 soll schon der Robobus von MAN im Linienverkehr eingesetzt werden. "Natürlich hilft das auch gegen künftigen Fachkräftemangel, wenn man keinen Fahrer braucht", sagt dann noch Tobias Glass, Mobilitätsstratege bei den Stadtwerken.

  • Themen:
Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
36 Kommentare
Bitte beachten Sie, dass die Kommentarfunktion unserer Artikel nur 72 Stunden nach Veröffentlichung zur Verfügung steht.
  • Mobilitätsfreund am 20.12.2025 01:17 Uhr / Bewertung:

    " ... Fliegen mit Elektroantrieb: An diesen bayerischen Flughäfen soll das künftig möglich sein
    An fünf Flugplätzen im Freistaat soll eine Ladeinfrastruktur für E-Flugzeuge entstehen. So soll die Strecke Kempten bis Hof elektrisch geflogen werden können. ..."
    Quelle: Augsburger Allgemeine
    Für die Elektrifizierung der Eisenbahn im ideologischen Dieselland Bayern hat die csu 0€.

    Antworten lädt ... Kommentar melden
  • FredC2 am 19.12.2025 17:59 Uhr / Bewertung:

    Busse von 3 verschiedenen Herstellern heißt es.
    Warum tut man sich das an?
    Das heißt doch 3 x Verhandlungen mit den Herstellern, 3 x Zulassungprozedur durch die Aufsichtsbehörde, 3 x Training, 3 x verschiedene Wartungen/Ersatzteilbestellungen und Reparaturen.
    Verständlich wäre, wenn man Busse von 3 Herstellern ausgiebig testet, und dann den besten auswählt.

    Antworten lädt ... Kommentar melden
  • Mobilitätsfreund am 19.12.2025 18:18 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von FredC2

    Es wird ja eben KEINE NEUE Flotte bestellt, sondern es ist ein Versuchsbetrieb. Da ist es üblich verschiedene Hersteller zu testen. An sich ergibt es dies aus dem Text der Fahrzeugeigenschaften, die man gezielt anwenden möchte.

    Antworten lädt ... Kommentar melden
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.