Etwa 100.000 Euro Schaden: Callcenter-Betrüger erbeuten Silber und Gold

Ein 60-Jähriger aus Dachau fiel auf einen perfiden Callcenter-Betrug herein und verlor dabei Gold und Silber. Die Polizei sucht jetzt nach Zeugen.
Hüseyin Ince
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Trotz des hohen Bekanntheitsgrades des Callcenter-Betruges sind viele Versuche immer noch erfolgreich.
Trotz des hohen Bekanntheitsgrades des Callcenter-Betruges sind viele Versuche immer noch erfolgreich. © IMAGO/Michael Bihlmayer

Freitagnachmittag kurz nach 15 Uhr hat ein Unbekannter einen 60-jährigen Dachauer angerufen. Der Mann gab sich als Polizeibeamter aus und erzählte nun eine frei erfundene Lügengeschichte.

Eine Angehörige des Dachauers habe demnach einen Unfall verursacht und sitze nun in Haft. Damit sie entlassen werde, müsse der 60-Jährige eine Kaution hinterlegen. Die Rede war offenbar von einem sechsstelligen Geldbetrag.

Der Betrüger lotste den 60-Jährigen nach Neuhausen

Der Dachauer geriet in Panik. Der Anrufer fragte nach Bargeld. Der 60-Jährige bot Gold und Silberstücke in Münzenform an, weil er kein Bargeld vorrätig habe. Die Betrüger akzeptierten das. Der 60-Jährige packte nun seine Gold- und Silberrücklagen in zwei graue Filztaschen.

Die Betrüger lotsten den Mann zu einem Übergabeort in Neuhausen, nahe der Lazarettstraße, um die Wertgegenstände zu erbeuten. Der 60-Jährige übergab hier die Beutel an eine Frau. Sie beauftragte ihn, zum Amtsgericht zu fahren. Dort solle auf einen Staatsanwalt warten.

Nachdem der 60-Jährige ziemlich lange am Amtsgericht wartete und selbstverständlich kein Staatsanwalt kam, wurde ihm klar, dass er betrogen worden sein könnte. Er verständigte die Polizei.

Nach der Übergabe musste der Dachauer am Münchner Amtsgericht warten

Die Täter sowie die Abholerin waren dabei längst verschwunden. Nun bittet die Polizei um Zeugenhinweise (unter 089/29100). Der Betrogene war offenbar so sehr in Panik geraten, dass er nicht einmal die Frau beschreiben konnte, die ihm die Beutel voller Gold und Silber abgenommen hatte.

Nach ersten Schätzungen beträgt Schaden etwa 100.000 Euro.

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2 Kommentare
Bitte beachten Sie, dass die Kommentarfunktion unserer Artikel nur 72 Stunden nach Veröffentlichung zur Verfügung steht.
  • Witwe Bolte am 02.02.2026 21:40 Uhr / Bewertung:

    Der Geschädigte liest vermutlich nicht regelmäßig gründlich Tageszeitungen.

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  • Himbeer-Toni am 03.02.2026 10:47 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Witwe Bolte

    Das hilft auch nicht viel. Die Betrüger am Telefon nützen den Schockzustand des Opfers und die Hilfsbereitschaft aus.
    Und niemand will sich von seiner Familie nachsagen lassen, im Ernstfall nicht geholfen zu haben.

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