Wechsel in Münchens Spitzengastronomie: Ein Duo löst Sternekoch ab

Update, 3. November, 8.29 Uhr: Ein Duo übernimmt im Frühjahr 2027 die Küche des Michelin-Stern-Restaurants 1804 im Englischen Garten. Josef Simon Brandstetter (28) und Clemens Wieser (34) folgen auf Lukas Adebahr, der am 15. Oktober seinen letzten Arbeitstag hatte und nach dem Weggang von Dominik Schmid seit 1. November der Küchenchef im Münchner Drei-Sterne-Restaurant Tohru ist.
Duo Brandstetter/Wieser übernimmt im März 2027 im 1804
"Das neue Gespann Brandstetter/Wieser nimmt im März seine Arbeit hier im 1804 auf", bestätigte Wirt Lukas Spendler der AZ. Das Fine-Dining-Konzept mit Fokus auf die bewährte Farm-to-Table- und Regionalphilosophie soll dabei fortgesetzt werden.
Brandstetter und Wieser wirken derzeit noch gemeinsam in der Wunderkammer im Hotel Almhof Schneider im österreichischen Lech. Im Sommer wurden die beiden mit dem Titel "Austria Top Chefs 2026" ausgezeichnet. Für Brandstetter ist es eine Rückkehr nach München, hier kochte er schon im Komu bei Christoph Kunz.
Spendler: "Wir wollen uns die Zeit nehmen, den Richtigen zu finden"
Ursprungsartikel, 22. August: "Fünfeinhalb Jahre haben wir das Restaurant 1804 zusammen aufgebaut und es auch schön hingekriegt", findet Restaurantchef Lukas Spendler. "Umso trauriger ist es, dass Lukas Adebahr uns jetzt verlässt." Der Küchenchef hat das regionale Fine-Dining-Konzept des 1804 maßgeblich geprägt und dafür auch einen Michelin-Stern bekommen. Im Herbst fängt er einen neuen Job bei Tohru Nakamura an, erzählt Spendler. "Das war erst mal ein Schock für uns."
Aber jetzt heißt es: nach vorne schauen und einen neuen Küchenchef suchen. Spendler und sein Geschäftspartner Alexander Egger haben ihre Fühler schon ausgefahren und auch viele interessante Rückmeldungen erhalten, wie Spendler der AZ erzählt. Noch sei nichts entschieden. Zwar ist Spendler, der mit seiner Mutter Steffi auch das Löwenbräu-Festzelt betreibt, gerade im Wiesn-Stress. "Aber wir wollen uns die Zeit nehmen, den Richtigen zu finden." Ziel sei zum einen, dass die 1804-Gäste auch in Zukunft gleichbleibende Qualität erwarten können, zum anderen möchten Spendler und sein Team einen Koch mit eigener Handschrift.

"Das hatten wir wirklich nicht erwartet"
Das Konzept im 1804 war von Anfang an nachhaltig. Im angrenzenden Garten baute Adebahr viele unterschiedliche Kräuter und Gemüse an und diese auch in seine Menüs ein. Zusätzlich haben Adebahr und sein Team zuletzt auch den angrenzenden Biergarten mit betrieben. Der Garten und die Beete sollen bleiben, sagt Spendler. Aber wo und wie der neue Koch oder die neue Köchin arbeitet, bestimmt er oder sie auch selbst mit. Ziel sei selbstverständlich, den Michelin-Stern auch in Zukunft zu halten. Das restliche Küchenteam bleibt auch weiterhin an Bord.

"Ich bin glücklich und dankbar für die Zeit, die ich hier verbringen durfte", sagt Lukas Adebahr zur AZ. Er habe viel Liebe und Leidenschaft ins 1804 gesteckt und sei selbst überrascht über die Krönung mit dem Michelin-Stern gewesen: "Das hatten wir wirklich nicht erwartet."
Die Entscheidung, dass er gehen wird, sei ihm schon schwergefallen. Aber Adebahr blickt nach vorne. Über seinen neuen Job möchte er noch nicht sprechen. Sein letzter Arbeitstag im 1804 ist der 15. Oktober. Danach wird es doppelt spannend: fürs 1804 und für Tohru Nakamura.