Geheimtipp an der Oper: Diese Kantine öffnet sich für alle Münchner

Vincent Fricke liebt nicht nur Kochen, sondern auch Kultur. Deshalb liegt ihm sein neuestes Projekt besonders am Herzen. Im September übernimmt er die Kantine des Residenztheaters und der Staatsoper. Opernbesuche gönnt sich der Koch und Catering-Unternehmer regelmäßig. Ihn interessiert nicht nur die jeweilige Aufführung, sondern das ganze Drumherum.
Nun freut er sich darauf, im Kulturbetrieb selbst ein bisschen mitmischen zu dürfen. Eine Kantine hat Fricke schon lange gereizt. Neben einem Catering-Unternehmen betreibt er das Café Dotkom in der Brienner Straße. Hier wie dort verfolgt er ein nachhaltiges Konzept und will zeigen, dass zum guten Essen auch gute Lebensmittel gehören, so viel Bio wie möglich, und das auch bezahlbar sein kann.
Zur Kantine gehört auch eine lauschige Terrasse
Rund 2000 Menschen – von der Schauspielerin über den Elektrotechnik-Lehrling bis zum Verwaltungsangestellten – arbeiten in und um die Bayerische Staatsoper und das Residenztheater. Kulturschaffende haben andere Arbeitszeiten als Büromenschen. Deshalb hat die Kantine nicht nur mittags, sondern von morgens um 8 bis abends um 23 Uhr geöffnet. Sie wird eine Anlaufstelle nicht nur für Angestellte, sondern für alle Münchner, die den versteckten Eingang in der Alfons-Goppel-Straße hinter der Oper finden. Was viele nicht wissen: Zur Kantine gehören auch eine lauschige Terrasse und ein Balkon. Beides und auch die Kantine selbst möchte Fricke bis September noch etwas einladender gestalten.

Im Mittelpunkt steht aber die Verpflegung. "Auf fades Kantinenessen haben wir keinen Bock", sagt Fricke. Ein liebloses Salatbuffet, belegte Semmeln und Standardgerichte möchte er neu denken. Wie, das steht noch nicht ganz fest. Mittels KI möchte er auch ein Bestellsystem für die Mitarbeitenden etablieren. So können sie ihren Cappuccino für die Zeit zwischen den Proben schon auf dem Weg bestellen und müssen an der Theke nicht mehr warten.
Von Bagels über Gulaschsuppe bis Feierabendbier
Los geht's am Morgen mit einem Frühstücksangebot. "Wir werden Bagels, Croissants und Brezn anbieten, vielleicht auch mal Hummus und natürlich Würschtl." Später wird es zwei bis drei Tagesgerichte geben. Das günstigste soll um die 7 Euro kosten, für Externe wahrscheinlich einen Euro mehr. Klassische Suppen wie die Gulaschsuppe gehören ebenfalls dazu, aber auch hier möchte Fricke ein bisschen moderner und frischer werden. Was ankommt und was nicht, entscheiden die Gäste in den ersten Monaten.

Wichtig ist ihm, dass sowohl die Kulturschaffenden als auch die Besucher von Theater und Co. nach der Vorstellung noch etwas zu essen und natürlich ein Bier bekommen. Die zuständige Brauerei ist Hofbräu. Der Preis für die Halbe steht noch nicht fest, aber Fricke möchte ihn niedrig halten. Gut möglich, dass sich die Kantine unter der Oper bald wie das Blaue Haus, die Kantine der Kammerspiele, etabliert. Dort kehren nach den Aufführungen Schauspieler wie Theaterbesucher ein. Diese Mischung fördert den kulturellen Austausch und macht Spaß.