Mittagsgerichte für unter 10 Euro: Dieses neue Lokal im Norden soll die Münchner anlocken

Etwas Besonderes sind sie schon, die Doppeltürme in der Parkstadt Schwabing. Wer zwischen den Hochhäusern hindurchgeht, blickt nach oben in eine schmale Häuserschlucht aus Glas und Stahl – ein Anblick, der in München noch immer selten ist. Die bis zu 126 Meter hohen Highlight Towers bieten Platz für rund 2000 Mitarbeiter, auch wenn noch vor einem Jahr viele der Stockwerke leerstanden. Die sollen künftig in zwei neuen Restaurants – direkt an dem markanten Bauwerk – satt werden. Die AZ hat einen exklusiven Rundgang bekommen.
An diesem Dienstagvormittag ist in der Parkstadt Schwabing noch nicht allzu viel los. Die Tausenden Bürojobber sitzen wohl noch an den Schreibtischen in den vielen modernen Gebäuden. Auch im Restaurant The Italian Bavarian ist es für die Mittagspause noch zu früh – vielleicht hat sich aber auch noch nicht überall herumgesprochen, dass es hier seit Dezember einen neuen Lunch-Anlaufpunkt gibt.
Zwei Konzepte in einem Gebäude: Neue Restaurants an den Highlight-Towers
Alexander Fassbender ist der Betriebsleiter vor Ort. Er arbeitet für den Dienstleistungskonzern Aramark, der die rund 1100 Quadratmeter große Gastrofläche betreibt. "Das ist die Ruhe vor dem Sturm", sagt er. Denn schon jetzt sei der Andrang zur Mittagszeit riesig.
Die Eigentümer der Highlight Towers haben gemeinsam mit Aramark gleich zwei neue Restaurantkonzepte entwickelt. The Italian Bavarian verbindet italienische mit bayerischer Küche. Die Atmosphäre erinnert ein wenig an moderne Systemgastronomie. Allerdings soll hier ausdrücklich nicht der Eindruck von Massenabfertigung oder Betriebskantine entstehen, sagt Fassbender.
Neben dem Lokal rauschen die Autos über den Mittleren Ring. "Dolce Vita direkt am Ring", lautet die Devise, wie Daniel Friedheim, von der Firma Montibus Asset Management, sagt. Montibus verwaltet im Namen des Eigentümers Oaktree Capital Management das Hochhaus-Ensemble. "Wir sind mitten in Bayern und sehr nah an Italien", erklärt wiederum Marijana Lesniewicz, District Managerin von Aramark, die Entscheidung für das italienisch-bayerische Konzept. Letztlich eigne sich diese Mischung auch besonders gut, um eine breite Kundengruppe anzusprechen, ergänzt Friedheim.

Auf der Karte stehen beim Besuch der AZ etwa hausgemachte Pasta Carbonara (8,90 Euro) oder Seelachsfilet mit Wurzelgemüse und Salzkartoffeln (10,90 Euro). Die Gerichte wechseln wöchentlich, erklärt Fassbender. Täglich gibt es jeweils ein Pizza- oder Pastagericht, eine Bowl oder mit "Stückheimat" Hausmannskost.
Italienisch-bayerisch oder japanische Showküche
Für ein spezielleres Konzept haben sich die Eigentümer und der Cateringkonzern beim zweiten Restaurant entschieden. Durch einen Durchgang erreichen die Gäste The Kitchen. Hier setzen die Betreiber auf "Showcooking" am Teppanyaki-Grill. Heißt: Der Koch bereitet die Gerichte in einer offenen Küche direkt am Grill zu. Auf der Karte stehen unter anderem Okonomiyaki – eine Art japanischer Pfannkuchen aus geschnittenem Kohl mit verschiedenen Toppings, etwa gegrillter Hähnchenbrust (17 Euro) oder Garnelen (18,50 Euro).
In The Kitchen hätten die Betreiber bewusst auf ein besonderes Konzept gesetzt, erklärt Lesniewicz. Durch die unterschiedlichen Toppings der Okonomiyaki wolle man dennoch möglichst viele Geschmäcker treffen und Menschen aus der Umgebung zusammenbringen. "Wir haben viele Mietparteien mit sehr internationalem Umfeld, etwa Fujitsu oder IBM", sagt Friedheim. Um noch internationaler zu sein, stehen mittwochs verschiedene Burger auf der Karte.

Denkt man an die markanten Doppeltürme, liegt der Gedanke an luftige Höhen freilich nahe. Die Möglichkeit für spektakuläre Rooftop-Restaurants gebe es hier aber nicht, erklärt Friedheim. Die Restaurants liegen daher in einem Nebengebäude der Highlight Towers.
Hier befand sich bereits vor der Corona-Pandemie eine große Kantine. In der darauffolgenden Homeoffice-Ära hatte diese jedoch nicht überlebt. Jetzt seien viele Unternehmen bemüht, wieder mehr Bürotätigkeit zu generieren, erklärt Friedheim. The Kitchen und The Italian Bavarian sollen deshalb zum Magneten für die Arbeitenden werden.
Angebot richtet sich ausdrücklich auch an Auswärtige
Die Beschäftigten in dem Gewerbegebiet hätten bislang ohnehin nicht sonderlich viel Auswahl gehabt. "Hier gibt es eigentlich gar keine echten Restaurants", sagt Friedheim. Lediglich einige Kantinen in den Firmen selbst oder einzelne Foodtrucks stünden mittags zur Verfügung. Dabei arbeiten hier täglich Tausende Arbeitnehmer. Direkt gegenüber ist etwa die CSU-Zentrale und ums Eck der neue Standort von Amazon. "Vielleicht kommt ja Markus Söder in Zukunft öfter mal vorbei", scherzt Friedheim.
Doch nicht nur Mitarbeiter sollen von dem neuen Gastronomie-Angebot profitieren. Ausdrücklich auch Anwohner und Auswärtige seien willkommen. "Wenn es irgendwo gute Küche gibt, spricht sich das nun mal rum", sagt Friedheim. Und nicht nur das: Auch die günstigen Preise sollen überzeugen.
Hauptgerichte unter 10 Euro
Friedheim erklärt, dass die Preise im The Italian Bavarian vom Eigentümer subventioniert werden, um möglichst niedrig zu bleiben und die Attraktivität zu erhöhen. Ein Blick auf die Karte zeigt: Sämtliche Hauptgerichte gibt es daher für im Schnitt zehn Euro.

Perspektivisch soll in den Restaurants auch ein Abendgeschäft entstehen. Ab Juni, sagt Lesniewicz, sollen die Lokale auch nach Feierabend geöffnet bleiben. Dann sind zudem After-Work-Angebote geplant – donnerstags etwa mit Drinks und Snacks. Auch der grüne Innenhof mit Sitzgelegenheiten soll zu den wärmeren Temperaturen bespielt werden.
Vielleicht ist dann auch der ein oder andere Auswärtige bereit, den Weg in die Parkstadt Schwabing auf sich zu nehmen. Pünktlich um 12 Uhr stürmen jedenfalls schon viele Bürojobber in Anzügen, aber auch Handwerker und viele andere Arbeitnehmer der Umgebung die Lokale.
Mies-van-der-Rohe-Straße 4, Di. bis Do. 11.30 bis 13.30 Uhr (The Kitchen); Mo. bis Fr. 8 bis 14 Uhr (The Italian Bavarian) Tageskarte: Aramark App