Gastro-Profi eröffnet Pizzeria am Baldeplatz – Zutaten kommen aus Italien

Am Baldeplatz zieht neapolitanisches Lebensgefühl ein: Aus dem Fugazi wird das Papi, eine Pizzeria mit Mannheim-Connection, Streetart, Fußballkult und italienischen Klassikern – von Margherita bis Papi-Spritz – für ein junges, hungriges Publikum.
von  Ruth Frömmer
Jede Speisekarte im Papi ist ein Unikat. Marcus Gill, Kerim Kilic und Marc Uebelherr bringen neapolitanische Streetart und Pizza an die Isar.
Jede Speisekarte im Papi ist ein Unikat. Marcus Gill, Kerim Kilic und Marc Uebelherr bringen neapolitanische Streetart und Pizza an die Isar. © Daniel von Loeper

"Normalerweise bin ich im Fahrersitz", erzählt Marc Uebelherr. Er mischt bei vielen Lokalen mit: Kneipe 80, Schreiberei, Literaturhaus. "Aber angefangen hat alles hier am Baldeplatz", erzählt er der AZ. Dort, am südlichen Zipfel des Glockenbachviertels an der Isar übernahm er einst das Zoozie's und machte später das Fugazi daraus. Im letzten Jahr lebte dort das Zoozie's in einem Pop-up noch einmal kurz auf. Aber jetzt sei es an der Zeit für einen Neuanfang.

Das Publikum werde immer jünger, darum hat Uebelherr aus dem Fugazi jetzt das Papi gemacht. Im Fahrersitz sitzt dort sein Geschäftspartner Kerim Kilic. Der ist nicht nur an den Kneipe-80-Lokalen in ganz Deutschland beteiligt. Er lebt in Mannheim und hat dort das Konzept Papi etabliert. Damit möchten die beiden jetzt auch in München durchstarten. Papi-Restaurantleiter ist Marcus Gill.

Ganz schön viel los, im ehemaligen Fugazi. Das heißt jetzt Papi und soll neapolitanisches Lebensgefühl nach München bringen.
Ganz schön viel los, im ehemaligen Fugazi. Das heißt jetzt Papi und soll neapolitanisches Lebensgefühl nach München bringen. © Daniel von Loeper

Die Pizza ist nur ein Teil des Konzepts

Pizza gab es im Fugazi zwar auch schon, aber wer noch nie in Neapel war, wird nach dem Umbau erst einmal irritiert sein. Kenner der süditalienischen Stadt dürften sich ab sofort direkt dort hinversetzt fühlen. "Wir versuchen, aus Orten ein Gefühl zu machen", erklärt Kilic sein Konzept.

Die Wände sind übersät mit Fotos, Graffitis und Fußballschals des SSC Napoli. Madonnen-Statuen und Bilder des Fußballgottes der Neapolitaner, Diego Maradona, dürfen natürlich nicht fehlen. Von der Decke hängen rote Herzen, die an das quirlige Spanische Viertel im Zentrum Neapels erinnern. Das alles hat Kilic auf Flohmärkten in Neapel zusammengesammelt. Die Speisekarten und die Pizzakartons an den Wänden hat ein Künstler im Streetart-Stil gestaltet.

Der Fußballer Diego Maradona wird in Neapel verehrt wie ein Gott. Auch im Papi findet er sich in jeder Ecke.
Der Fußballer Diego Maradona wird in Neapel verehrt wie ein Gott. Auch im Papi findet er sich in jeder Ecke. © Daniel von Loeper

Die Pizza-Rezepturen werden aus Mannheim übernommen; produziert wird vor Ort in München. Die Zutaten bezieht das Papi aus Italien. "Original neapolitanische Pizza kann man nur verkaufen, wenn man sich der Kultur dort bewusst ist", sagt Kilic. Immerhin ist die Kunst des neapolitanischen Pizzabackens seit 2017 Unesco-Weltkulturerbe.

Das Versprechen ist groß: Monaco, Napoli & Amore.
Das Versprechen ist groß: Monaco, Napoli & Amore. © Daniel von Loeper

Pizzen von 15,90 Euro bis 27,90 Euro

In der Küche steht unter anderem der neapolitanische Pizzabäcker Adriano und schiebt die Pizzen jeweils eine Minute bei 485 Grad in den Ofen. Eine Margherita kostet 15,90 Euro, die Pizza "Golfo di Napoli" mit Tomatensoße, Rucola, Meeresfrüchten und Hartkäse 27,90 Euro. Neben Pizza stehen auch verschiedene Pastagerichte auf der Karte, zum Beispiel Spaghetti Bolognese (18,90 Euro) oder Vongole (22,90 Euro).

Pizzabäcker Adriano schiebt jede Pizza für eine Minute bei 485 Grad in den Ofen.
Pizzabäcker Adriano schiebt jede Pizza für eine Minute bei 485 Grad in den Ofen. © Daniel von Loeper

Vorneweg gibt's diverse Drinks und Spritz-Varianten, etwa den hauseigenen Papi-Spritz (8,50 Euro) mit Bergamotte, Mandarine und Limette. Dazu mehrere offene Weine (ab 7,50 Euro) und Bier. Eine Halbe Ayinger kostet 4,90 Euro.

Unter der Woche hat das Papi vorerst nur abends geöffnet. In Zukunft soll es aber auch einen Mittagstisch geben. Samstags und sonntags wird ab 10 Uhr Frühstück serviert.

Am 29. Oktober ab 17 Uhr feiert das Papi seine große Eröffnungsparty mit einer italienischen Band und kostenlosem Aperitivo und Snacks für alle.


Papi
Wittelsbacherstr. 15
Mo-Do: 17 bis 0 Uhr
Sa: 10 bis 1 Uhr
So: 10 bis 0 Uhr

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