Die Leopoldstraße will wieder feiern: Neuer Club soll Schwabing beleben

Die Leopoldstraße war einst Münchens große Ausgehmeile – mit Bars, Musik und legendären Nächten. Jetzt eröffnet dort wieder ein Club. Die Betreiber wollen das Schwabinger Nachtleben zurückbringen.
von  Niclas Vaccalluzzo
Im Xolo Club im Untergeschoss des neuen Speiselokals Frida wird elektronische Musik gespielt. Geöffnet ist jedes Wochenende.
Im Xolo Club im Untergeschoss des neuen Speiselokals Frida wird elektronische Musik gespielt. Geöffnet ist jedes Wochenende. © Sigi Müller

Die Leopoldstraße war einst eine der wichtigsten Ausgehadressen Münchens. In den 80er-Jahren reihten sich Kneipen, Musikbars und Nachtlokale aneinander. Diese Zeiten sind längst vorbei – doch nun versucht ein neues Konzept, wieder Leben in die Nacht der Schwabinger Meile zu bringen.

Einen Club zu eröffnen, ist heutzutage ein mutiger Schritt. Die großen Diskotheken vergangener Jahrzehnte sind verschwunden, viele Kellerlokale haben geschlossen. Die neuen Betreiber des Frida in der Leopoldstraße 16 wollten die Räume im Untergeschoss trotzdem nicht ungenutzt lassen. Am vergangenen Wochenende eröffneten sie dort den Xolo-Club.

Neueröffnung an der Leopoldstraße "Ein Platz für jedermann"

Bereits Anfang des Jahres übernahm Sandra Gulati (Abasto Hotels) das ehemalige Tijuana in der Leopoldstraße 13. Ihre Idee: ein Ort, der möglichst viele Menschen zusammenbringt. "Wir haben uns gewünscht, dass es hier auf der Leopoldstraße wieder einen Platz gibt, der ein bisschen für jedermann ist", sagt Gulati.

Sarbast Hassan Ali (l.) ist Betriebsleiter im Frida und DJ Andræ entwickelte das Konzept für den Club Xolo.
Sarbast Hassan Ali (l.) ist Betriebsleiter im Frida und DJ Andræ entwickelte das Konzept für den Club Xolo. © Sigi Müller

Das mexikanische Konzept des Vorgängers blieb in Teilen erhalten, wurde aber um weitere südamerikanische Einflüsse ergänzt. Auf der Karte stehen etwa dreierlei Tacos mit "Pulled Chicken" für 17 Euro oder argentinisches Rinderfilet mit Salat für 32 Euro.

"Wir sind weder klassischer Mexikaner noch Shisha-Bar, Asiate oder High Society", sagt Gulati. Der Name Frida Kahlo stehe für Weltoffenheit und Vielfalt. Genau dieses Gefühl wolle man auch im Lokal vermitteln.

Große Terrasse mit 300 Plätzen

Mit seiner großen Terrasse bringt das Frida eine Besonderheit an die Leopoldstraße: Rund 300 Gäste finden dort Platz. Gulati sieht darin auch eine Chance für die Straße, die ihrer Meinung nach in den vergangenen Jahren an Attraktivität verloren habe. Zu viele Shisha-Bars und austauschbare Konzepte hätten das Bild geprägt.

Wir wollen die Schwabinger wieder zurückholen

Nun wolle man die Menschen wieder zurück auf die große Meile holen. "Wir wollen die Schwabinger, die sich inzwischen alle in den Seitenstraßen aufhalten, wieder zurückholen", sagt auch Gulati. Gleichzeitig beobachte sie bereits eine positive Entwicklung. Neue Gastronomiekonzepte könnten helfen, das Vertrauen der Anwohner zurückzugewinnen.

Neuer Club für die Leopoldstraße

Dazu gehört auch das Nachtleben. Während die Vorgänger des Tijuana die Räume im Untergeschoss nur für einzelne Veranstaltungen nutzten, setzt die Betreiberfamilie Gulati nun auf einen festen Clubbetrieb.

Auf der Karte des Fridas stehen etwa dreierlei Tacos mit „Pulled Chicken“ für 17 Euro.
Auf der Karte des Fridas stehen etwa dreierlei Tacos mit „Pulled Chicken“ für 17 Euro. © Sigi Müller

"Die Fläche bietet sich an und die Konzession ist da", sagt Gulati. Dass es in der Leopoldstraße inzwischen nur noch wenige Clubs gibt, sieht sie als Chance. "Das war früher mal anders", sagt die Gastronomin. "Und das kann ja auch wieder so werden."

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