36 verschiedene Sorten: Neuer Empanadas-Laden in der Türkenstraße

Mit ihren Empanadas hat Isora Anelise Schröder Liendo Münchens Streetfood-Szene im Sturm erobert. Nach Foodtruck und Catering eröffnet die Deutsch-Venezolanerin nun ihren ersten festen Laden – und verfolgt dabei ehrgeizige Pläne.
von  Niclas Vaccalluzzo
Isora Anelise Schröder Liendo (l.) steht zusammen mit ihrer Schwester Elke Schröder Liendo in dem neuen Laden in der Türkenstraße. Zusammen verkaufen sie 36 verschiedene Empanadas.
Isora Anelise Schröder Liendo (l.) steht zusammen mit ihrer Schwester Elke Schröder Liendo in dem neuen Laden in der Türkenstraße. Zusammen verkaufen sie 36 verschiedene Empanadas. © Niclas Vaccalluzzo

Was als kleines Catering-Projekt begann, ist heute eine feste Größe in der Münchner Streetfood-Szene. Innerhalb von knapp zwei Jahren hat Isora Anelise Schröder Liendo ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut. Mit Tante Pana-Das beliefert die Deutsch-Venezolanerin Konzerte, Festivals und Märkte in und um München mit Empanadas. An mehr als 200 Tagen im Jahr verkauft sie die gefüllten Teigtaschen aus ihren Foodtrucks. "Es läuft gut", sagt Schröder Liendo der AZ. "Aber wir arbeiten wie Schweine."

Trotz der hohen Auslastung wagt die Unternehmerin nun den nächsten Schritt: In der Türkenstraße 96 hat sie ihren ersten eigenen Laden eröffnet. "Wir haben ein Produkt, das funktioniert und bei den Leuten ankommt", sagt sie. "Warum also nicht einen festen Verkaufsort schaffen?"

36 verschiedene Sorten Empanadas in der Türkenstraße

Gemeinsam mit ihrer Familie bietet Schröder Liendo dort 36 verschiedene Empanada-Sorten an. Teig und Füllungen stellt sie bis heute selbst her. Die Auswahl reicht von klassischen Varianten mit Rindfleisch oder Käse bis zu ausgefalleneren Kreationen wie Jägerschnitzel oder Birne-Käse. Die veganen Varianten kosten 5,50 Euro, die vegetarischen 5 Euro und die Fleisch-Empanadas 6 Euro pro Stück.

Aufgewachsen ist Schröder Liendo in Venezuela, in Ciudad Bolívar im Osten des Landes. Dort gehören Arepas – gefüllte Fladen aus Maismehl – zum alltäglichen Streetfood. In sogenannten Areperías gebe es sie mit unzähligen Füllungen, erzählt sie. Sie selbst habe jedoch schon immer Empanadas bevorzugt und die in ihrer eigenen Küche gebacken – mit einer Vielfalt an Füllungen, inspiriert von den Arepas aus ihrer Heimat.

Rückkehr in die Heimat? "Das Land, das ich kenne, existiert nicht mehr"

Seit 16 Jahren lebt Schröder Liendo in München. Venezuela vermisse sie manchmal, sagt sie. "Aber das Land, das ich kenne, existiert nicht mehr." Ihre Familie lebt inzwischen in Deutschland. Ihr Vater nicht: Er starb 2015 in Venezuela. Damals war sie auch das letzte Mal dort. Inzwischen schöpft sie wieder Hoffnung, dass sich die Situation verbessert – und dass sie eines Tages wieder das Grab ihres Vaters besuchen kann.

Ihre Empanadas verkauft Isora Anelise Schröder Liendo auch in einem Foodtruck auf Konzerten und Festivals.
Ihre Empanadas verkauft Isora Anelise Schröder Liendo auch in einem Foodtruck auf Konzerten und Festivals. © Tante Pana-Das

Ihr Vater war Deutscher und betrieb in Venezuela einen großen Partyservice. Von ihm habe sie gelernt, wie die Gastronomie funktioniert – und wie man ein Catering-Unternehmen führt. 2024 entwickelten sie und ihr Freund Benjamin Hauffe schließlich die Idee, einen eigenen Foodtruck zu starten.

Unternehmen ist voller Erfolg – 12.000 Empanadas in einer Woche

Schon in der ersten Woche bot sich die Gelegenheit, die Empanadas bei einem Konzert im Zenith zu verkaufen. Die Veranstaltungshalle entwickelte sich rasch zum wichtigsten Verkaufsort von Tante Pana-Das. "Mehr als 100 Konzerte haben wir dort bereits begleitet", sagt Schröder Liendo. Inzwischen beschäftigt das Unternehmen zehn Mitarbeitende – darunter ihre Schwester Elke und ihren Neffen.

"Es gibt Monate, da verkaufen wir 12.000 Empanadas in nur einer Woche", sagt sie. Um der hohen Nachfrage gerecht zu werden, investierte Schröder Liendo im Oktober in eine neue Produktionsmaschine. Eine hohe Investition, die auch mit dem Laden wieder reingeholt werden solle. Bis zu 1600 Empanadas pro Stunde lassen sich damit herstellen – große Kapazitäten für das Münchner Unternehmen.

Die Ziele der Deutsch-Venezolanerin sind nun mal ehrgeizig. Bei dem einen Laden soll es nicht bleiben. "Ich will eine Kette aufbauen", sagt sie. Ihr Bauchgefühl sage ihr, dass die nächste Filiale in Augsburg entstehen werde. "Und wenn ich eine Idee habe, dann muss sie umgesetzt werden." So habe alles angefangen – und so solle es auch weitergehen.

Tante Pana-Das, Türkenstraße 96, Mo bis So, 10.30 Uhr bis 20.30 Uhr

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