Essen gibt ihr den Kick

Hier erzählen Menschen aus der Stadt, wie sie ihr Wochenende verbringen. Heute ist das die Kickbox-Weltmeisterin Christine Theiss
| Laura Kaufmann
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Daniel von Loeper

Die 31-jährige Weltmeisterin im Vollkontakt-Kickboxen hat einen Doktortitel in Medizin und lebt mit ihrem Mann in Schwabing.

Ein normaler Tag geht bei mir früh los: Um fünf Uhr stehe ich auf, um sechs fängt das Training an. Später gehe ich mit meiner Hündin Tiffany raus an die Isar oder in den Englischen Garten, erledige Presse und PR-Termine, lege mich kurz hin. Dann das zweite Training, mit dem Hund raus, essen, schlafen.

Ich bereite mich gerade auf meinen nächsten Kampf vor, am 26. August in Karlsruhe. Falls ich Zeit habe, um Freunde zu treffen, dann meist am Mittag. Ich sitze gern im Kaisergarten in Schwabing in dem schönen Garten – oder beim Landstorfer am Elisabethmarkt, Wirt Omar ist ein Freund von mir. In beiden Lokalen gibt es gutes Essen, das ist mir wichtig.

Mein Wochenende fängt am Samstag mit einer Runde Joggen an, auch da lasse ich mein Training nicht ausfallen. Von zehn bis 17 Uhr trainieren Tiffany und ich bei der Rettungshundestaffel. Tiffany muss in Übung bleiben, und ich laufe da durch den Dreck wie alle anderen auch – da bin ich einfach nur die Chrissie. Ich wollte keinen Hundesport mit Tiffany machen, auf Pokale abzielen. Diese Auszeichnungen bedeuten ihr doch nichts. Und wenn Tiffany einen erfolgreichen Einsatz hat, weiß sie genau, dass sie etwas erreicht hat: Bei der Staffel leisten wir wichtige Arbeit, aber ohne Leistungsdruck.

Den habe ja ich schon. Ich belüge mich nie selbst. Es überprüft ja keiner, ob ich wirklich joggen war – dafür braucht man Selbstdisziplin. Aber das Schlimmste, was man mir geben kann, ist Zeit: Wenn 24 Stunden nichts zu tun ist, tue ich auch nichts. Das ist vielleicht einen Tag lang nett, länger nicht. Mit dem Sportstudio, in dem ich so viel Zeit verbringe, bin ich glücklich: Tausende Mitglieder und trotzdem noch ein Familienbetrieb – das ist etwas Besonderes. Mit meinem Trainer Mladen Steko verstehe ich mich blind.

Diesen Sonntag habe ich etwas Nettes vor: Mein Patenkind wird getauft, die Tochter eines meiner engsten Freunde. Nach der Kirche feiern wir im Familienkreis: Essen und ratschen. Das sind Leute, mit denen ich total gern zusammen bin. Und ich bin stolz auf die kleine Maus, mein erstes Patenkind.

Auf den Abend freue ich mich auch: Da steht der bayerische Sportpreis an. Und danach gibt es eine Party, weil der Preis zum zehnten Mal vergeben wird. Lange bleibe ich natürlich nicht. Aber ich mag es, mit anderen Sportlern zusammen zukommen. Man hat gleich eine gemeinsame Gesprächsebene.

Normalerweise gehört der Sonntag meinem Mann und mir. Seelentage nennen wir die. Wenn das Wetter schön ist, sind wir draußen in den Bergen. Immer einen weiter als der, auf dem sich alle drängen. Das ist der Vorteil von München: Das Paradies liegt vor der Tür. Unter der Woche essen wir zusammen zu Abend, einmal die Woche mindestens auswärts. Ich bin gern im Riva in der Feilitzschstraße und im H’Ugo’s, das Le Sud ist ein schöner Franzose, und toll essen kann man im Makassar: Kreolische Küche, supernettes Personal, den Taschenkrebs da muss man probieren. Einmal im Monat, nach unserem Theaterabend, gehen wir zum Schuhbeck.

Ich brauche keine teuren Autos oder edle Kleider – aber gutes Essen.

 

 

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