"Es fehlt an Wertschätzung": Tausende Beschäftigte im öffentlichen Dienst demonstrieren in München

Beschäftigte des öffentlichen Dienstes machen Druck: Am Odeonsplatz demonstrierten sie für bessere Löhne und mehr Sicherheit in ihrem Beruf.
Sophia Willibald,
Daniel von Loeper
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Vor der Feldherrnhalle versammelten sich am Dienstag Tausende Menschen, um für bessere Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst zu demonstrieren. Darunter auch die LMU-Mitarbeiterin Sophie Renard (27). Sie wünscht sich mehr Sicherheit in der Zukunft.
Vor der Feldherrnhalle versammelten sich am Dienstag Tausende Menschen, um für bessere Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst zu demonstrieren. Darunter auch die LMU-Mitarbeiterin Sophie Renard (27). Sie wünscht sich mehr Sicherheit in der Zukunft. © Daniel von Loeper

Am Dienstag tummeln sich erneut Tausende Demonstranten in gelben Warnwesten vor der Feldherrnhalle. Zuletzt war das am Samstag bei der Mieten-Demo der Fall. Diesmal geht es den Münchnerinnen und Münchnern aber um etwas anderes.

Die Gewerkschaft Verdi hatte zuvor zum erneuten Streik aufgerufen. Kurz vor der dritten Verhandlungsrunde in der Tarif- und Besoldungsrunde im öffentlichen Dienst wollen die Angestellten noch einmal ein Zeichen setzen und legen bayernweit ihre Arbeit nieder – darunter Mitarbeiter von Museen, Opern, Universitäten, Hochschulen, Unikliniken und Ämtern.

Die AZ hat sich bei der Demo am Odeonsplatz umgehört, was die Münchner bewegt und welche Forderungen sie stellen.

Tausende demonstrieren am Odeonsplatz für höhere Löhne und Sicherheit in der Zukunft

Eine von ihnen ist Sophie Renard. Die 27-Jährige ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der LMU und wünscht sich mehr Sicherheit in ihrem Beruf. "Ich bin hier, weil es an der Uni gerade so viele befristete Verträge gibt – viele sind deshalb wahnsinnig unglücklich. Das bedeutet nicht nur Ungewissheit und Stress für die Psyche, sondern es fehlt damit auch an Wertschätzung für unsere Arbeit. Es braucht dringend unbefristete Verträge für uns."

Die Polizei zählte etwa 5100 Teilnehmer und Teilnehmerinnen auf der Demonstration.
Die Polizei zählte etwa 5100 Teilnehmer und Teilnehmerinnen auf der Demonstration. © Daniel von Loeper

Verdi fordert Verbesserungen für Beschäftigte in vier Punkten

Das sieht auch Verdi so. Schon im Vorfeld teilte sie ihre Forderungen für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst mit: Erstens fordert die Gewerkschaft sieben Prozent mehr Gehalt im Monat. Zweitens sollen Nachwuchskräfte profitieren – zum einen durch eine monatliche Erhöhung der Vergütung um 200 Euro, zum anderen durch eine unbefristete Übernahme nach der Ausbildung. Drittens sollen Werkstudierende einen tariflich garantierten Mindeststundenlohn erhalten. Viertens fordert Verdi eine Erhöhung aller Zeitzuschläge um 20 Prozentpunkte. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen.

Um diese Forderungen Wirklichkeit werden zu lassen, kommen am Dienstag rund 5100 Teilnehmer zur Demonstration am Odeonsplatz. Diese Zahl teilt die Polizei der AZ mit.

v.l. Requisitenmeisterin Paula Smejcbiord (47) und Plastikerin Julia Henningfeld (29) – beide arbeiten an der Bayerischen Staatsoper.
v.l. Requisitenmeisterin Paula Smejcbiord (47) und Plastikerin Julia Henningfeld (29) – beide arbeiten an der Bayerischen Staatsoper. © Daniel von Loeper

Unter ihnen sind auch zwei Mitarbeiterinnen der Bayerischen Staatsoper: Requisitenmeisterin Paula Smejcbiord (47) und Plastikerin Julia Henningfeld (29). Paula Smejcbiord sagt: "Es bestärkt, hier zusammen zu stehen – besonders in Zeiten, in denen die Politik Errungenschaften kaputtmachen möchte." Auch ihre Kollegin spürt eine Einheit: "Es fühlt sich sehr gut an, dass so viele bei der Kundgebung sind – wir setzen damit ein Zeichen."

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  • Peterauslaim vor einer Minute / Bewertung:

    kartoffelsalat du bist soooo gscheit, dass dir vor lauter "Gscheitheit" jeden Tag deine Schuhe explodieren müssen.

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  • Boandl_kramer vor einer Stunde / Bewertung:

    Hochschulen sind ihrer Aufgabe gemäß akademische Ausbildungseinrichtungen. Es ist von der Idee her gar nicht vorgesehen, dass wissenschaftliche Mitarbeiter da bis zur Rente arbeiten. Sie sollen Erfahrungen sammeln, in Projekten mitwirken und dann in die Wirtschaft oder an Forschungseinrichtungen gehen. Genau deswegen haben die befristete Verträge. Damit sie irgendwann Platz für die nächsten machen (müssen). Das ist keine Daueraufgabe.

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  • kartoffelsalat vor einer Stunde / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Boandl_kramer

    Und wer lehrt und organisiert den dortigen Betrieb? Wer putzt die Klos?
    Sie scheinen recht wenig Ahnung von Wissenschaft & Forschung und akademischen Betrieben zu haben.

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