Erzdiözese München-Freising will Immobilienlast drücken

Die Kirchensteuern sprudeln nicht mehr wie früher, zugleich steigen die Kosten - vor allem auch für die vielen Gebäude, die die Kirche unterhält. Was deshalb auf die Dekanate des Erzbistums zukommt.
AZ/dpa |
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Der Unterhalt von Kirchen und Pfarrhäuser sind ein großer Kostenfaktor für die Erzdiözese München-Freising. (Symbolbild)
Der Unterhalt von Kirchen und Pfarrhäuser sind ein großer Kostenfaktor für die Erzdiözese München-Freising. (Symbolbild) © Peter Kneffel/dpa

Sinkende Einnahmen aus der Kirchensteuer, höhere Ausgaben für Löhne und Pensionen sowie ein großer Bestand an kostspieligen Immobilien haben sich im vergangenen Jahr spürbar auf die Finanzen der Erzdiözese München-Freising ausgewirkt. Gleichbleibenden Erträgen von rund 920 Millionen Euro standen auch inflationsbedingt gestiegene Ausgaben von 897 Millionen Euro gegenüber, wie aus dem Jahresabschluss des größten katholischen Bistums in Bayern hervorgeht. Unter dem Strich stand aufgrund von Einmaleffekten ein Plus von 74 Millionen Euro, nach 146 Millionen Euro im Vorjahr.

"Trotz rückläufiger Ressourcen haben wir selbstverständlich weiterhin den Anspruch, in der Gesellschaft mit unserem kirchlichen Handeln präsent und wirksam zu bleiben, vor allem dort, wo Menschen Gott suchen oder Hilfe brauchen", betonte Generalvikar Christoph Klingan. Er räumte jedoch ein: "Wir können aber nicht alles weiterführen wie bisher, Konzentration und Schwerpunktsetzung sind ein Gebot der Stunde." 

Dekanate müssen über Immobilien-Verkauf nachdenken

Die Verantwortlichen des Bistums gehen von einem signifikanten Einsparungsbedarf in den kommenden Jahren aus - auch wegen des erwarteten Rückgangs der Kirchensteuer, die 2025 noch knapp 630 Millionen Euro einbrachte (2024: 645 Mio). Deshalb wird es auch heuer schon Kürzungen geben. Der Haushalt für 2026 sieht dabei ein Jahresergebnis von minus 12 Millionen Euro vor. Dies werde im Rahmen von zweckgebundenen Rücklagen ausgeglichen, kündigte der Erzbischöfliche Finanzdirektor Markus Reif an.

Um sich langfristig finanziell mehr Luft zu verschaffen, wird das bisher in zwei Dekanaten erprobte Pilotprojekt "Immobilien und Pastoral" bis 2031 auf alle 18 Dekanate ausgedehnt. Ziel ist, angepasst an die Bedürfnisse vor Ort herauszuarbeiten, welche Gebäude zwingend benötigt, gemeinsam genutzt oder gar verkauft werden können. Rund 3.600 pastoral genutzte Gebäude wie Kirchen oder Pfarrhäuser befinden sich im Besitz der Kirchenstiftungen, die dafür jährlich rund 50 Millionen Euro Zuschuss von der Erzdiözese bekommen.

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