Erstochene zweifache Mutter in München beigesetzt

Die 34-Jährige wird auf dem Südfriedhof zur letzten Ruhe gebettet. Freunde und Familie nehmen Abschied von Benatasha M.
| Ralph Hub
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Ein Imam am offenen Grab von Benatasha M. (34).
Ein Imam am offenen Grab von Benatasha M. (34). © Bernd Wackerbauer

München - Für Familie und Freunde von Benatasha M. war es ein schwerer Gang. Ein Imam begleitete sie und spendete ihnen Trost, als sie am Mittwochvormittag die 34-Jährige auf dem Südfriedhof zur letzten Ruhe betteten.

Wegen der Corona-Maßnahmen tragen die Sargträger und die Trauergäste während der Zeremonie Mund-Nasen-Schutz.
Wegen der Corona-Maßnahmen tragen die Sargträger und die Trauergäste während der Zeremonie Mund-Nasen-Schutz. © Bernd Wackerbauer

Tatverdächtiger wohl nach Afghanistan geflohen

Die beiden drei und sieben Jahre alten Söhne von Benatasha M. leben seit dem Tod ihrer Mutter bei Verwandten. Die beiden Kinder sind Halbwaisen. Noch ist nicht bekannt, ob sie bei ihrem leiblichen Vater aufwachsen oder weiter bei den Großeltern in München bleiben werden.

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Abdul Mohammad Tukhi ist der Stiefvater. Ihre Mutter hatte die Buben in die Ehe mitgebracht. Der 41-Jährige hat sich ins Ausland abgesetzt. Er dürfte sich, wie die Polizei vermutet, inzwischen in seiner alten Heimat Afghanistan aufhalten. Eine Öffentlichkeitsfahndung nach dem 41-Jährigen läuft. Nach Angaben der Polizei gingen fünf Hinweise auf den Verdächtigen ein. "Sie werden überprüft", sagte ein Polizeisprecher.

Abdul Mohammad Tukhi soll sich an den Hindukusch abgesetzt haben. Damit dürfte er sich dem Zugriff der deutschen Justiz dauerhaft entziehen können. Die Möglichkeit, ein Rechtshilfeersuchen zu stellen, besteht in dem vom Krieg geschundenen Land nicht. Damit gibt es kaum Chancen, dass der 41-Jährige gefasst und ausgeliefert wird.

Mit mehreren Stichen in die Brust getötet

Benatasha M. wurde mit mehreren Stichen in die Brust getötet. Anschließend versteckte der Täter die Leiche unter dem Kinderbett. Am 17. November sahen sich Polizisten in der Wohnung um. Die Familie hatte sich Sorgen gemacht, weil sie die 34-Jährige telefonisch nicht mehr erreichte. Einen Tag später fanden Beamte bei einer genaueren Untersuchung Blutspuren in der Wohnung in der Ottobrunner Straße. Gefunden wurde die Tote aber erst am 19. November, als die Spurensicherung die komplette Wohnung gründlich untersuchte. (AZ berichtete). Die Verzögerung verschaffte Tukhi genügend Zeit, sich der Verhaftung zu entziehen und sich ins Ausland abzusetzen.

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