Erstes Schokofestival in München: Diese Spezialitäten warten auf Besucher

Bald wird in der Stadt das erste Münchner Schokoladenfestival gefeiert – mit Schoko-Gourmets und -Spezialitäten aus der ganzen Welt – auch aus München. Was macht gute Schokolade aus? Die AZ hat sich durchprobiert.
Lukas Plaschke |
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Martin Grellner von der Truderinger Manufaktur Djoon zeigt seine Dattelpralinen. Im Oktober können die Pralinen auf dem Schokofestival probiert werden.
Martin Grellner von der Truderinger Manufaktur Djoon zeigt seine Dattelpralinen. Im Oktober können die Pralinen auf dem Schokofestival probiert werden. © Daniel von Loeper

Ziemlich versteckt, im ersten Stock eines noblen Hauses am Gärtnerplatz, sieht es aus wie in einer sündhaft teuren Wohnung. Teuer gewohnt wird hier aber gar nicht. Stattdessen liegen Schokoladentafeln und Pralinen auf den Tischen. Im Oktober findet zum ersten Mal in München ein Schokoladenfestival statt (siehe unten) – das Munich Chocolate Festival, kurz Mucho. Die AZ ist zur Vorab-Verkostung geladen und darf schon einmal probieren und hineinschmecken in die Köstlichkeiten, die verschiedene Chocolatiers aus der Stadt mitgebracht haben. Sie alle setzen ihre eigenen Schwerpunkte und präsentieren beim Festival ihre Spezialitäten.

"Bean-to-Bar" aus aller Welt

Da wäre etwa das House of Cacao, das am Viktualienmarkt "Bean-to-Bar"-Schokolade aus der ganzen Welt verkauft, Mucho gründete und das Schokofestival mitorganisiert. "Bean-to-Bar" steht für einen Prozess, bei dem Chocolatiers den gesamten Produktionsweg einer Schokolade kontrollieren. Schokolade besteht zu großen Teilen aus Kakao. Die Kakaofrucht wird vor allem in Afrika und Lateinamerika angebaut. Manufakturen verarbeiten die Kakaobohnen weiter zu Schokolade. Betreiber des House of Cacao sind Christine (65) und Marita Luger (33). Vor Ort zeigen Mutter und Tochter, welcher Aufwand hinter guter Schokolade steckt und wie wichtig der Kakaoanbau dafür ist. "Es gibt nicht den Kakao", sagt Marita Luger. Insgesamt gebe es etwa 2000 Genotypen. 80 Prozent des Aromas entstünden schon beim Kakaobauern.

Was gute Schokolade ausmacht

Marita Luger erklärt, gute Schokolade enthalte hohe Anteile von Kakaobutter und sei frei von Palmfett. Qualität hat aber ihren Preis: Schoko-Gourmets würden für 50 Gramm Schokolade aus Hawaii 14,90 Euro zahlen. Günstigere Sorten kosteten schon vier oder fünf Euro für 100 Gramm. Wichtig für die Qualität der Schokolade sei zudem der direkte Kontakt zu Kakaobauern, sagt Marita Luger. Jährlich reisen die Lugers dafür in der ganzen Welt herum. Die letzte Reise etwa ging nach Uganda.

Die Organisatoren des Schokofestivals: (v.l.) Anja Ashauer, Mitorganisatorin von Mucho, Jonas Berquet vom Midnightbazar sowie Christine und Marita Luger vom House of Cacao.
Die Organisatoren des Schokofestivals: (v.l.) Anja Ashauer, Mitorganisatorin von Mucho, Jonas Berquet vom Midnightbazar sowie Christine und Marita Luger vom House of Cacao. © Daniel von Loeper

Das Besondere an Dattelpralinen

Pralinen stellt das Truderinger Start-up Djoon her. Martin Grellner (44) präsentiert sie beim Pressetermin. 30 bis 40 Sorten produziert Djoon über das Jahr hinweg. Zuckerzusatz sucht man in den Pralinen vergebens. Stattdessen sind sie mit Datteln gesüßt, den Früchten der Dattelpalme, die ursprünglich aus dem Nahen Osten kommen. Für Grellner steht fest: "Es muss in erster Linie geil schmecken."

Schokoladentafeln aus Haidhausen

Ebenfalls mit dabei ist Truly Craft Chocolate, eine Bean-to-Bar-Manufaktur aus Haidhausen. Davina Utz (46) präsentiert ihre handgemachten Schokoladentafeln. Die Produktion beginne nicht mit Kakaomasse oder Kuvertüre, sondern mit Kakaobohnen. "Es ist unglaublich, wie viele Geschmacksrichtungen wir aus Kakaobohnen rauskriegen können", sagt Davina Utz. Bei der Röstung von Kakaobohnen könne man den Geschmack steuern. Eine niedrige Temperatur mache etwa die Schokolade fruchtiger. Der AZ-Reporter darf dabei selbst Schokolade probieren, die mit Kakaobohnen aus Tansania hergestellt wurde. Und in der Tat: Die Schokolade hat einen sehr fruchtigen Geschmack!

Gin und Schokolade – warum nicht? 

Am Gärtnerplatz präsentieren aber nicht nur Schoko-Spezialisten ihre Kreationen. Georg Zwiehoff (35) ist Destillateurmeister bei der Aschheimer Manufaktur The Duke. Der AZ zeigt Zwiehoff seine Gin-Flaschen. "Gin und Schokolade – das passt zusammen", sagt der 35-Jährige. "Man begibt sich auf eine Reise. Schokolade bringt etwas Geschmeidiges mit sich. Sie bereitet dann den Weg für die Spirituose." Wer keinen Alkohol trinkt, kann den "Entgeisterten Gin" mit Tonic Water genießen – wie etwa der AZ-Reporter, der sehr angetan war von der Frische. Mit Schokolade schmeckt’s umso besser.

Aperitif oder Gin zusammen mit Schokolade? Aus Sicht von Georg Zwiehoff passt das perfekt.
Aperitif oder Gin zusammen mit Schokolade? Aus Sicht von Georg Zwiehoff passt das perfekt. © Daniel von Loeper

Als Schmankerl präsentieren Christine und Marita Luger vom House of Cacao ihre "Jubiläumsschokolade". Zum 25-jährigen Bestehen ließen sie Schokolade herstellen, die aus seltenen Porcelana-Kakaobohnen aus Mexiko besteht. Der AZ-Reporter probiert und merkt: Geschmeidiger kann Schokolade wohl kaum auf der Zunge zergehen.


Das erste Münchner Schokoladenfestival findet am 24. und 25. Oktober im Pineapple Park in der alten Paketposthalle (S-Bahnhof Hirschgarten/Tram-Haltestelle Briefzentrum) statt. Chocolatiers aus aller Welt präsentieren ihre Schokolade. Vor Ort sind auch zwei Kakaobäuerinnen aus Peru und Venezuela. Auf dem Festival sind sogenannte "Pairings" geplant, bei denen Schokolade gemeinsam mit Wein, Gin, Bier, Brot oder Käse verkostet wird. Außerdem gibt es Vorträge etwa über den Kakaoanbau oder die Verarbeitung. Organisiert wird das Festival von Mucho zusammen mit dem Midnightbazar. Weitere Informationen und Tickets unter www.muchofestival.de

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