Endgültig: Pullacher Familie starb im Jet

Nun haben die Angehörigen Gewissheit: Das Ehepaar Gerd und Claudia M. und ihre Söhne Lucas und Niklas sind tot. Ermittler identifizierten die Toten aus dem Spanair-Flugzeug mit Hilfe von DNA – die Angehörigen sind fassungslos in ihrer Trauer.
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Auch Familie M. aus Pullach (rechts ihr Wohnhaus) befindet sich unter den Opfern des Spanair-Unglücks.
dpa / Schramek Auch Familie M. aus Pullach (rechts ihr Wohnhaus) befindet sich unter den Opfern des Spanair-Unglücks.

PULLACH/KIRCHHAIN - Nun haben die Angehörigen Gewissheit: Das Ehepaar Gerd und Claudia M. und ihre Söhne Lucas und Niklas sind tot. Ermittler identifizierten die Toten aus dem Spanair-Flugzeug mit Hilfe von DNA – die Angehörigen sind fassungslos in ihrer Trauer.

Traurige Gewissheit: Die vier Pullacher Opfer des Flugzeugunglücks von Madrid, Gerd (50), Claudia (38), Niklas (8) und Lucas (5) M., sind eindeutig identifiziert. Das Landeskriminalamt Bayern (LKA) hatte DNA-Spuren aus ihrem Haus gesammelt und mit denen aus Madrid abgeglichen. Zu einem möglichen fünften deutschen Opfer machte das LKA keine Angaben.

Familie M. war am vergangenen Mittwoch auf dem Madrider Flughafen Barajas in einer Maschine der Fluggesellschaft Spanair unmittelbar nach dem Start abgestürzt. Der Flieger geriet in Brand – Familie M. hatte keine Chance.

„Jetzt ist es traurige Wahrheit“, sagt Pullachs Bürgermeister Jürgen Westenthanner (CSU) mit tränenerstickter Stimme. „Pullach trauert zutiefst.“ Die Gemeinde hat ein Kondolenzbuch aufgestellt. Auch die Angehörigen von Gerd M. im seinem Geburtsort Kirchhain (Hessen) sind entsetzt. Karin K., eine ehemalige Freundin, erinnert sich im Internet „unter Tränen“ an „schöne Sommertage im Kirchhainer Schwimmbad, an Parties mit unserer Clique, Tanz im damaligen Jugendclub, spannende Handballspiele und viele andere schöne Stunden.“ Und weiter: „Wir haben uns wohl vor 20 Jahren das letzte Mal gesehen, aber diese Erinnerungen waren und bleiben immer ein Teil von mir. Mein tiefes Mitgefühl gilt seinen Eltern und Geschwistern.“

Auch Gerds Schwägerin Ulrike M. ist erschüttert. „Die Familie trauert“, sagte die Frau von Gerds Bruder Dirk M. Er und sein Bruder Mirko hatten nach Angaben eines Bekannten mit Gerd vor kurzem noch die Goldene Hochzeit der Eltern gefeiert. Gerd war aus Pullach, wo er seit rund 20 Jahren lebte, angereist. Andere hatten Gerd M. eine Woche vor dem Absturz gesehen: Gerds guter Freund Michael S. feierte damals seinen 50. Geburtstag. Auch zum Neujahrsmarkt am 30. Dezember war er jedes Jahr ein gern gesehener Gast.

Vielen Kirchhainern ist Gerd M. als besonders charmanter und gut aussehender Mann in Erinnerung geblieben: Den „Schwarm aller Mädchen“, nannte die Mutter eines engen Freundes, „auch meiner Tochter. Gerd war ein sehr lieber und lebhafter Junge.“

Ihr Sohn, der nicht genannt werden möchte, hatte mit Gerd M. die Gesamtschule besucht. Sie feierten im Keller Partys, erinnert sich die Mutter, spielten Handball zusammen und fuhren gemeinsam in den Urlaub – beide lernten das Skifahren im Großarltal (Salzburger Land). Als Gerd M. zum Studieren zur TU Clausthal (Niedersachsen) ging, trennten sich ihre Wege. „Es ist sehr bedauerlich“, sagt der Jugendfreund, „leider kann man nichts machen.“

Thomas Gautier

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