Ende des Tankrabatts: Wie die Münchner an der Zapfsäule reagieren

Nach zwei Monaten läuft der Tankrabatt der Merz-Regierung am Dienstag um Mitternacht aus. Der Benzinpreis dürfte rasch wieder in die Höhe schnellen. An den Tankstellen in München ist der Frust groß.
Daniel von Loeper
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Hier wird der Ansturm wohl bald groß sein: Tankstelle in der Nähe des Sendlinger Tors.
Hier wird der Ansturm wohl bald groß sein: Tankstelle in der Nähe des Sendlinger Tors. © Daniel von Loeper

Als Ende Februar die US-Regierung unter Donald Trump den Krieg mit dem Iran angezettelt hatte, stieg der Benzinpreis rasch in Höhen, die im Geldbeutel so richtig wehtun.

Ab 1. Mai wollte die Merz-Regierung zwei Monate lang mit dem Tankrabatt, also einer Steuererleichterung von 17 Cent pro Liter, diesen Benzinpreisschock abmildern. Das gelang teilweise, teilweise haben auch die Mineralölkonzerne mehr Gewinne eingesackt. Das hat zum Beispiel eine Studie des Münchner ifo-Instituts gezeigt. Rund 1,6 Milliarden Euro soll der zweimonatige Rabatt gekostet haben. Jetzt ist Schluss damit.

"Dass der Tankrabatt aufhört, halte ich für eine Katastrophe"

Reiner Dilg hält das Ende des Tankrabatts für eine Katastrophe.
Reiner Dilg hält das Ende des Tankrabatts für eine Katastrophe. © Daniel von Loeper

"Dass der Tankrabatt aufhört, halte ich für eine Katastrophe“, sagt Lkw-Fahrer Reiner Dilg an der Zapfsäule zur AZ. Er habe am Dienstag vollgetankt, sagt er. Und: "Ich weiß jetzt nicht, wie es weitergeht. Eine Tankfüllung sollte so günstig wie möglich sein, dass es für jeden machbar ist – auch für Rentner.“

"Aktion hat weder Hand noch Fuß"

Christian Menzel hat für eine Fahrt nach Hamburg vollgetankt.
Christian Menzel hat für eine Fahrt nach Hamburg vollgetankt. © Daniel von Loeper

Der Software-Entwickler Christian Menzel erzählt, dass er nach Hamburg fährt und darum noch vollgetankt hat. "Eigentlich finde ich den Tankrabatt gar nicht so gut“, sagt er. "Man sollte fossile Energien nicht unterstützen“. Menzel versteht nicht, warum die Bundesregierung jetzt damit aufhört. "Diese Aktion hat weder Hand noch Fuß“, findet er. Stattdessen sollten lieber alternative Energien gefördert werden, so Menzel.

"Haben zwei Autos vollgetankt"

Martin Ludwig hat am Dienstagvormittag gleich zwei Autos vollgetankt.
Martin Ludwig hat am Dienstagvormittag gleich zwei Autos vollgetankt. © Daniel von Loeper

"Wichtig ist, dass es fließt“, meint der selbstständige Immobilienmakler und Bauingenieur Martin Ludwig, den die AZ an der Tankstelle trifft. "Wir haben vor zwölf Uhr zwei Autos vollgetankt“, erzählt er: "Der Tankrabatt ist eine politische Reaktion auf den Trumpismus, den wir alle mit ausbaden“, erklärt Ludwig. Er spricht sich für "eigenständige Regeln und eigenständiges Handeln“ aus. "Wenn Europa sich in Abhängigkeiten begibt, ist es selber Schuld“. Mit der Bundesregierung geht er hart ins Gericht. Die sei "nicht in der Lage, sich mit Gesamteuropa von Amerika unter Trump zu trennen“. Trump sei "genauso falsch wie ein Putin“.

Ab heute gilt wieder die alte, höhere Steuer. Der Tankstellenverband bft rechnet damit, dass es einen Ansturm auf die Tankstellen gibt – denn die Preise dürfen weiterhin nur um 12 Uhr mittags angehoben werden. Der Tankrabatt endete am Montag um Mitternacht. Genug Kraftstoff sollte heute an den Tankstellen vorhanden sein, so der Verband. Wie teuer der ist, zeigt sich um 12, wenn die Tankstellen die Preise wieder anheben dürfen.

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  • Bob2 vor 40 Minuten / Bewertung:

    Die Spritpreise sind deshalb teuer, weil dort unheimlich viel Anteil an CO2 Abgabe ist. Dieser Spritpreis entspricht in München dem Wahl-Barometer. Die Menschen in München sind wegen den hohen Preise jetzt glücklich.

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  • FRUSTI13 vor einer Stunde / Bewertung:

    Wenn man sich zwei Autos leisten kann, sollten ein paar Euros mehr pro Tankfüllung drin sein! Was für ein Gejammer von Leuten, die ganz offensichtlich nicht zur armen Bevölkerungsschicht gehören!

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  • Frale vor 53 Minuten / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von FRUSTI13

    Mein Weg zur Arbeit wird deswegen keinen Km kürzer. Und MVV dahin geht nicht. Und wenn die Regierung mal ihre unverschämten Steuern vom Spritpreis runternehmen würden... wäre es ok.

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