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Eisbachwelle nach Testversuchen wieder verschwunden – Surfer ziehen ab

Nach offiziellen Testläufen zeigen IGSM und Surf Club München, dass die Eisbachwelle technisch sicher, kontrollierbar und dauerhaft surfbar ist. Damit könnte das bisherige Surfverbot bald aufgehoben werden, finden sie.
von  Myriam Siegert, Maja Aralica
Seit Donnerstagvormittag läuft die Eisbachwelle überraschend wieder.
Seit Donnerstagvormittag läuft die Eisbachwelle überraschend wieder. © privat

Update 16 Uhr: IGSM und Surf Club München (SCM) zeigen sich zufrieden mit dem heutigen Testlauf. In einer Mitteilung heißt es: "Die Versuche haben bestätigt, dass die Eisbachwelle technisch jederzeit so eingestellt werden kann, dass sie sicher, kontrollierbar und dauerhaft surfbar ist. Optimale Bedingungen zum Surfen sind somit herstellbar." Damit entfalle die Grundlage für das bestehende Surfverbot: "Es kann aufgehoben werden", schreiben die Surfer. Die Surfer fordern nun eine zügige Entscheidung der Stadt, um die Welle noch vor der Kommunalwahl freizugeben. 

Surfer Mathias Schmidt freut sich, dass der Test so erfolgreich war.
Surfer Mathias Schmidt freut sich, dass der Test so erfolgreich war. © Daniel Loeper

Update 12.45 Uhr: Mathias Schmidt von der IGSM, der hier bei den Vorversuche von IGSM und SCM unter Leitung von Robert Meier-Staude an der Eisbachwelle dabei ist, erklärt der AZ vor Ort: "Das war ein erfolgreicher Tag, wir sind zufrieden. Wir haben verschiedene Geometrien ausprobiert – manches hat funktioniert, anderes nicht." Mit der aktuellen Gesamtsituation, dass hier derzeit nicht gesurft werden kann, seien die Surfer "natürlich nicht zufrieden". Die Versuche sind nun abgeschlossen, die Surfer ziehen ab, und die Welle steht vorerst nicht mehr.

Strömungsexperte Robert Meier-Staude am Ufer des Eisbachs. Am Donnerstagvormittag wurde ein weiterer offizieller Versuch gestartet, die Welle zum Laufen zu bringen. Zwischenzeitlich stand sie sogar.
Strömungsexperte Robert Meier-Staude am Ufer des Eisbachs. Am Donnerstagvormittag wurde ein weiterer offizieller Versuch gestartet, die Welle zum Laufen zu bringen. Zwischenzeitlich stand sie sogar. © IMAGO/Wolfgang Maria Weber (www.imago-images.de)

Erstmeldung 19. Februar, 11.20 Uhr: Überraschende Wende an der Eisbachwelle: Seit Donnerstagvormittag rollt die Welle im Englischen Garten wieder. Erst vergangene Woche hatte die Stadt München das Surfen per Allgemeinverfügung komplett untersagt. Die Entscheidung hatte beim Surf Club München und in der Community für scharfe Kritik gesorgt und die Ankündigung einer Demonstration nach sich gezogen. Nun läuft überraschend ein offizieller Versuch im Wasser.

Eisbachwelle: Gerade war sie noch gestanden und schon ist sie wieder weg.
Eisbachwelle: Gerade war sie noch gestanden und schon ist sie wieder weg. © Daniel Loeper

Die Surfer hatten in einem offenen Brief betont, sie hätten bei Gesprächen im Rathaus nie ein Surfverbot gefordert, und die sofortige Aussetzung der Verfügung vom 10. Februar 2026 verlangt. Das Referat für Klima- und Umweltschutz widersprach dieser Darstellung. Für den 1. März ist eine Demo unter dem Motto "Wir wollen wieder surfen dürfen!" geplant, zu der 500 bis 1000 Teilnehmende erwartet werden.

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Was getestet wurde

Vor Ort begleitet am Donnerstag auch Strömungsexperte Robert Meier-Staude den Testlauf. Wie lange die Welle nun wieder freigegeben bleibt und welche Konsequenzen der Versuch hat, ist noch offen. 

"Wir haben sie heute früh schon komplett Grün bekommen", freut sich einer der Surfer, der beim Versuch an der Welle mithilft. Die Männer haben etwa ein auf ein Meter große Metallgitter, wie man sie etwa als Bodengitter kennt, mit Seilen und Karabinern versehen. Mal wird ein einzelnes, mal zwei aneinander in den Bach geworfen – auf einer Seite ist es am Ufer befestigt, auf der anderen wird das Seil mit vereinten Kräften um einen Baum gezogen und so im Bach vor der Welle positioniert. Der Effekt ist selbst für Laien direkt erkennbar. Das Wasser, das unter der Eisbachbrücke herausschießt, bäumt sich zu einer glatten Welle auf, die jeweils genauso breit ist, wie die versenkten Gitter.

Max Malsy-Mink vom Surf Club München erklärt der AZ dazu, die technische Umsetzung sei weniger das Problem bei der Welle. Vielmehr hapere es am Willen der Stadt, die verschiedenen Referate würden eine Lösung ausbremsen, so der Eindruck. Die Versuche hätten bestätigt, dass die Eisbachwelle technisch jederzeit so eingestellt werden kann, dass sie sicher, kontrollierbar und dauerhaft surfbar ist. "Wenn wir wollten, könnten wir innerhalb von zwei Stunden surfen", so Malsy-Mink zur AZ.

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