München im Eisfieber: Was man an diesem frostigen Wochenende erleben kann

So einen winterlichen Winter hat München schon lange nicht mehr erlebt. Klar, auch in den vergangenen Jahren war es immer wieder mal für kurze Zeit kalt. Aber eine anhaltende Frostperiode, wie wir sie gerade erleben, ist inzwischen etwas ganz Besonderes geworden.
Zum Beispiel zwischen Reichenbach- und Wittelsbacherbrücke. Dort ist die Isar teilweise zugefroren. Das gab’s erstens schon lange nicht mehr. Zweitens nutzen viele Münchnerinnen und Münchner die Gelegenheit, endlich einmal die Weideninsel zu erkunden. Die erreicht man eigentlich nur schwimmend durch die Isar, sprich im Sommer.
Winter in München: Freizeit-Tipps für ein frostiges Wochenende in der Stadt
Auch am Wochenende bleiben die Temperaturen um und unter Null Grad. Die Weihnachtsferien sind zwar vorbei, aber so ein Winterwetter macht Lust, sie zumindest für dieses Wochenende nochmal ein bisschen aufleben zu lassen. Apropos Weihnachten: Die meisten Kirchen lassen ihre Krippen bis Maria Lichtmess (2. Februar) stehen. Nutzen Sie die Zeit, sie einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.
Wenn Sie noch mehr Inspiration brauchen: Auf diesen Seiten haben wir ein paar Freizeit-Tipps. Viel Spaß beim Ausprobieren!
Eisstockschiessen: Gaudi garantiert für Gruppen
Bewegung im Freien ist gut, aber übertreiben muss man es ja auch nicht. Wem der Schlitten zu riskant und die Schlittschuhe zu unsicher sind, der geht Eisstockschießen. Das macht auch Spaß, wenn man es noch nie zuvor probiert hat.
Wer sich zwischen Eislaufen und Eisstock nicht entscheiden kann, der geht ins Prinzregentenstadion. Da gibt’s nämlich beides. Die Eisstockbahnen können jeweils von acht Personen bespielt werden.
Prinzregentenstraße 80
Mo-So: 10 bis 21 Uhr
Preise pro Stunde/Bahn: Vormittags 55, ab 14 Uhr 75 Euro

Beim Wirtshaus am Bavariapark sausen die Eisstöcke auf Kunsteis. Hier können die Sportler es sich so richtig gut gehen lassen und Glühwein und Kaiserschmarrn dazu bestellen (1Liter Glühwein und Kaiserschmarrn für 4 Personen: 48 Euro).
Theresienhöhe 15
Mo-So: 12 bis 22 Uhr
Preis pro Stunde/Bahn: 60 Euro
Auch mitten in der City ist Eisstockschießen möglich, zum Beispiel am Wirtshaus beim Straubinger. Hier ist es ebenfalls möglich, sich Getränke und Schmankerl aus dem Wirtshaus dazu zu bestellen. Achtung: Bahnen müssen jeweils für zwei Stunden gebucht werden.
Blumenstraße 5
Di-So: 11 bis 23 Uhr
2 Stunden/Bahn: 105 Euro
Wer einen eigenen Eisstock besitzt, spielt im Königlichen Hirschgarten besonders günstig. Ansonsten fällt für die Eisstöcke jeweils eine Leihgebühr an.
Hirschgarten 1
Mo-Do: 14-22, Fr-So 11-22 Uhr
Preis pro Stunde/Bahn: 38 Euro
Leihgebühr Eisstock: 5 Euro
Museen am Englischen Garten: Von Archäologie bis Aufklärung
Den perfekten Spaziergang durch den weißen Englischen Garten verbindet man mit einem Museumsbesuch. Die Dauerausstellung im Bayerischen Nationalmuseum ist immer einen Besuch wert. Die Sonderausstellung "Wissensdurst und Aufklärung" präsentiert 50 prächtige Werke aus dem Physikalischen Kabinett der Universität Würzburg. Sie vermitteln kurios, aber auch schön die Gesetze der Physik, von Hydraulik bis Elektrizität.
Prinzregentenstr. 3
Di-Mi, Fr-So: 10 bis 17 Uhr,
Do: 10 bis 20 Uhr

Die Archäologische Staatssammlung präsentiert unterhaltsam viele Stücke, die Forscher in den letzten Jahrhunderten rund um München und Bayern ausgegraben haben. Wer ein Stück weiter über den Tellerrand blicken möchte, besucht die Sonderausstellung "Gladiatoren – Helden des Kolosseums". Der Gladiator verkörpert nicht weniger als den Kampf um Leben und Tod. Er steht für extremste Unterhaltung für eine größtmögliche Öffentlichkeit, geht das maximale Risiko ein, kann aber auch den größten Ruhm ernten. Das Kolosseum in Rom bot dafür die perfekte Bühne.
Die Ausstellung zeigt original römische Ausrüstungen aus der Gladiatorenschule von Pompeji und vieles mehr.
Lerchenfeldstr. 2
Di, Mi, Fr, Sa: 10 bis 17 Uhr
Do, So: 10 bis 19 Uhr
Bäder & Saunen: Rein ins warme Nass
Klirrende Kälte draußen, wohlige Wärme drinnen – wenn’s so richtig winterlich ist, ist ein Besuch in einem der Münchner Hallenbäder oder – wer mag – auch in den Saunen und Dampfbädern besonders schön und erholsam. Ein wenig treiben lassen im warmen Außenbecken (im Westbad sogar mit Salzwasser) oder ein Besuch im Whirlpool – einfach herrlich!
Rutschen-Spaß gibt’s etwa im Michaelibad oder im Westbad, oder Wellen-Gaudi, wie im Cosimabad, gibt’s natürlich auch und Bahnen ziehen kann man sowieso. Wer sich so richtig aufwärmen möchte, der ist auch in den Saunen gut aufgehoben. Saunabereiche gibt es im Cosimabad, Dantebad, Michaelibad, Müllscher’schen Volksbad, Nordbad, Südbad, Westbad und der Olympia-Schwimmhalle.

Viele haben neben der klassischen Finnischen Sauna auch ausgefallenere Angebote, wie eine Schneekabine (Olympia-Schwimmhalle), eine Stollensauna (Cosimabad), eine Erd-Loft-Sauna (Michaelibad), eine Meer-Klima-Kabine (Westbad) oder ein römisch-irisches Schwitzbad (Müllcher’sches Volksbad). Details und Infos gibt es unter swm.de/baeder.
Ein gar nicht mehr so geheimer Tipp ist für viele Münchner das Phoenix-Bad in Ottobrunn. Hier wartet neben dem Freizeitbad mit zwei Riesen-Rutschen ebenfalls eine Saunawelt (phoenixbad.de). Und auch im Seebad Starnberg mit Blick über den Starnberger See lässt es sich mit Sportbecken und 45-Meter-Rutsche aushalten, der Saunabereich ist derzeit aber geschlossen (seebad-starnberg.de).
Eissportzentren & Co: Eine Runde auf den Kufen drehen
Ob Nymphenburger Kanal oder Untergiesinger Entenweiher – München hat viele hübsche Natureisflächen und heuer waren viele endlich so stabil zugefroren, dass das Eis, etwa auf dem Schlosskanal, ganz offiziell freigegeben werden konnte. Trotzdem, wen es aufs Eis zieht, der sollte immer tagesaktuell prüfen, ob die Eisdecke noch trägt und offiziell freigegeben ist. Sicherer ist es für Eislauf-Fans, sich an die vielen Kunsteisbahnen zu halten, die die Stadt zu bieten hat.
Ob Schlittschuhlaufen, Eishockey oder Eistanz – dort wartet ein ziemlich abwechslungsreiches Angebot. Der Klassiker etwa ist das Prinzregentenstadion: die älteste Kunsteisbahn Süddeutschlands. Hier kann man zu Musik und Flutlicht seine Runden drehen – oder jeden Sonntagvormittag beim traditionellen Eistanz vorbeischauen. Von 10 bis 11 Uhr gibt es hier zu Musik wie Walzer und Tango kostenfreien Eistanzunterricht bei erfahrenen Eistänzern und -tänzerinnen.

Zur Disco wird die Eisfläche immer Donnerstag bis Samstag abends (19-22 Uhr) im SAP-Garden, Münchens Multifunktionsarena (Toni-Merkens-Weg). Dort können Schlittschuhläufer auf drei separaten Flächen übers Eis gleiten. Schlägerlauf, Eiskunstlauf, Eistanz und Kürpatch sind auch möglich.
Im Eis- und Funsportzentrum Ost, im Ostpark gleich beim Michaelibad, gibt’s Eislaufspaß im Freien auf einer 400 Meter langen Außenbahn, wie auch drinnen auf der Innenbahn. Und das Eis- und Funsportzentrum West in Pasing direkt neben dem Westbad bietet Eislaufvergnügen für klein und groß (Agnes-Bernauer-Str. 241). Alle Infos: muenchen.de/freizeit/eislaufen-muenchen.
An diesem Wochenende ist auch der Münchner Eiszauber am Stachus noch geöffnet – an diesem Sonntag, 11. Januar, ist der letzte Tag. Hier gibt’s zur Eislaufrunde auch noch die Bratwurst und den Glühwein dazu. Infos: muenchnereiszauber.de.
Süßes für die Seele: Heiße Schokolade und Tee – daheim oder im Café
Sind die Füße kalt und die Nase rot, sehnt man sich in die Kindheit zurück. Als der Kakao danach mindestens so schön war, wie das Schlittenfahren davor. Das Café Trachtenvogl am Gärtnerplatz hat unzählige Sorten heiße Schokolade auf der Karte. Von klassisch über Kokos, Pistazie, Salzkaramell bis hin zur weißen Schokolade findet jeder, was das Herz begehrt. Ein Haferl gibt’s für 5,80 Euro. Ein ordentlicher Klecks Schlagrahm kostet 1,60 Euro extra, ein Schuss Baileys, Rum oder Amaretto 2 Euro.
Reichenbachstr. 47
Mo-So: 9 bis 22 Uhr
Für den gemütlichen Kakao daheim deckt man sich im House of Cacao beim Viktualienmarkt ein. Neben Kaffee und Kakao gibt es dort alles, was man aus Kakao so fabrizieren kann. Und wer gerade auf Zucker verzichtet, der kauft sich ein Packerl reine Kakaobohnen zum Knabbern.
Westenriederstr. 15
Di-Sa: 10 bis 18 Uhr

Oder wie wäre es mit einem gepflegten Afternoon Tea mit allem Drum und Dran? Nur ein paar Schritte weiter genießt man im Victorian House die feine Englische Art. Gemütliche Sofas und Tische im viktorianischen Stil versetzen die Gäste direkt in eine andere Welt. Zum Traditional Full Tea (34 Euro) werden natürlich Scones mit Clotted Cream und Marmelade und verschiedene Finger-Sandwiches serviert.
Frauenstr. 14
Mo-So: 9.30 bis 18 Uhr
Wer seinen Tee lieber daheim trinkt, hat die Qual der Wahl unter vielen schönen Teeläden in der ganzen Stadt. Besonders schön ist das TeaHouse in der Sendlinger Straße. Hier kann man sich verlieren, denn hier gibt es nichts, das es nicht gibt: Von der Grüntee-Rarität über den aromatisierten Schwarzen bis zum Früchtetee. Der kleine Laden ist voller Regale, die vom Boden bis zur Decke mit Teedosen bestückt sind.
Sendlinger Str. 62, Mo-Fr: 10 bis 19 Uhr, Sa: 10 bis 18 Uhr
Englischer Garten: Mit einem PS im Park
Der Chinesische Turm im Englischen Garten ist auch im Winter gut besucht – hier kann man sich beim Spaziergang mit Kaffee, Glühwein und Würstl stärken. Und wer nicht mehr laufen mag, der schaut, ob eine Kutsche verfügbar ist. In warme Decken eingepackt, kann man sich wunderbar beschaulich durch den Park kutschieren lassen, gerade in der Winterlandschaft ein Erlebnis.

Start und Ziel ist der China-Turm. Ob gefahren wird, ist vom Wetter abhängig. Preise variieren nach Personenzahl und Dauer. Wer sichergehen will, erkundigt sich unter 089/180608 oder schaut einfach spontan.