Einziges seiner Art: Münchner Ledigenheim bekommt dringend nötige Modernisierung

Geldsegen für ein seltenes Zeugnis sozialer Fürsorge: Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz finanziert Restaurierungsarbeiten im 100 Jahre alten Ledigenheim im Westend. Dort leben heute rund 400 Männer aus 52 Nationen.
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Das Ledigenheim im Westend ist 100 Jahre alt, gebaut im Stil der Neuen Sachlichkeit. Rund 400 alleinstehende Männer leben dort.
Das Ledigenheim im Westend ist 100 Jahre alt, gebaut im Stil der Neuen Sachlichkeit. Rund 400 alleinstehende Männer leben dort. © Julia Pohl

Das Ledigenheim für Männer im Westend ist eines der letzten seiner Art in Europa – vor 100 Jahren von sozial engagierten Bürgern für junge Männer gebaut, die in Not geraten sind. Es gibt dort 380 kleine möblierte Zimmer mit Waschgelegenheit für eine sehr kleine Miete. Den Backsteinbau in der Bergmannstraße hat der Architekt und Stadtplaner Theodor Fischer (1862-1938) im Stil der Neuen Sachlichkeit entworfen.

Jeder Bewohner hat sein eigenes Zimmer

Was das Haus schon bei der Gründung besonders machte: Der "Verein Ledigenheim München" wollte die alleinstehenden jungen Männer menschenwürdig unterbringen. Jeder Bewohner erhielt ein eigenes Zimmer – das war damals nicht üblich. In jedem Stock befinden sich Toiletten und Gemeinschaftsduschen. In einer Gemeinschaftsküche können sich die Bewohner selbst Mahlzeiten zubereiten. Heute leben rund 400 Männer aus 52 Nationen dort. Zusammen mit der Auferstehungskirche, die gleich daneben gebaut wurde, steht das Ledigenheim unter Denkmalschutz.

Das Ledigenheim in der Bergmannstraße mit seiner charakteristischen Backsteinfassade.
Das Ledigenheim in der Bergmannstraße mit seiner charakteristischen Backsteinfassade. © Guido Siebert

50.000 Euro an Spenden

Nun muss das Foyer saniert und das neue Speisezimmer ans Gebäude angebunden werden. Möglich wird das durch eine 50.000-Euro-Spende der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), die sich als private Initiative seit 1985 für den Erhalt bedrohter Baudenkmale einsetzt und dafür Spenden sammelt.

So sieht es im Inneren des Ledigenhauses aus.
So sieht es im Inneren des Ledigenhauses aus. © Guido Siebert

"Herausragendes Beispiel aus den 1920er-Jahren"

Das Ledigenheim sei "ein herausragendes Beispiel des Neuen Bauens der 1920er-Jahre", teilt die Stiftung mit. Fischer habe alles bis ins letzte Detail entworfen, von den Bewohnerzimmern in den Obergeschossen bis zu den Türgriffen. "Der streng proportionierte Bau mit klaren, kubischen Formen aus hartgebranntem Backstein folgt dabei in modernen Formen der altbayerischen Ziegeltradition."
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat nach eigenen Angaben bislang 7500 Denkmale in Deutschland mit einer Dreiviertelmilliarde Euro unterstützt. Das Ledigenheim gehört nun zu den über 680 geförderten Denkmalen in Bayern.

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