Einkaufshilfe per Smartphone: Münchner erfindet Butler-App

Eine App für die schnelle Einkaufshilfe: In der AZ erzählt der Münchner Nachwuchsgründer Tristan von Tschirschnitz von seinem Projekt.
| Thilo Schröder
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Schwabinger Gründer: Tristan von Tschirschnitz ist erst 19 Jahre alt.
Daniel von Loeper Schwabinger Gründer: Tristan von Tschirschnitz ist erst 19 Jahre alt.

München - Den Einkauf erledigt, die Hemden abgeholt, ein Tragerl Bier geliefert bekommen – unkompliziert und schnell über eine App. Davon träumt Tristan von Tschirschnitz bereits, als er noch zur Schule geht. Mit 16 bricht der Münchner das Gymnasium ab, um seinen Traum zu verwirklichen. Jetzt, drei Jahre später, steht die "Buddyler"-App vor dem Startschuss.

"Die Idee zu Buddyler existiert schon relativ lange", sagt von Tschirschnitz. "Am Anfang hab ich mir gedacht: Man stellt wirklich zehn Butler ein, mit Anzug und allem." Derweil wurden Lieferdienste auf Abruf wie Deliveroo und Lieferando immer populärer. "Beide Konzepte habe ich dann mehr oder weniger vermischt", sagt der 19-Jährige. Entstanden ist daraus: der Butler auf Abruf.

Das Konzept ist einfach: Registrierte, die gerade eine Dienstleistung benötigen, schreiben einen digitalen Einkaufszettel mit Kostenschätzung. Ein ebenfalls registrierter Butler in der Nähe kann den Auftrag annehmen, bei Nachfragen anrufen oder eine Nachricht schreiben. Wenn der Butler den Auftrag erledigt hat, kann der Auftraggeber ihm ein Trinkgeld geben und eine Bewertung hinterlassen.

App vermittelt Butler-Dienste

Die kostenlose App, die am Freitag zunächst für iOS-Nutzer in München erscheinen soll, dient also lediglich als Plattform. Sie richtet sich laut von Tschirschnitz an ein breites Publikum: urban, vernetzt, 18 bis 65 Jahre alt.

An Manager, die ihre Hemden von der Reinigung abgeholt haben möchten genauso wie an Rentner, die Medikamente abgeholt oder ihren Wocheneinkauf erledigt haben wollen; oder an 18-Jährige, die im Sommer einen Kasten Bier in den Englischen Garten geliefert haben möchten.

Um die Entwicklung zu finanzieren, habe er Einnahmen aus seiner Social-Media-Agentur T.V.T. zurückgelegt. Die Agentur hatte von Tschirschnitz direkt nach dem Schulabbruch gegründet, an der App arbeite er seit etwa anderthalb Jahren, sagt er. Über die Agentur habe er Social-Media-Accounts von Start-ups gemanagt und sich nebenbei Tipps für die eigene Firmengründung geholt. Sobald die App anläuft, wolle er auf Investorensuche gehen und ein Büro beziehen, sagt von Tschirschnitz.

Momentan wohne er in einer Zweitwohnung seiner Eltern in Bogenhausen. Seine Entwicklungs-Partner kämen aus Indien, mit der Gestaltung der Webseite sei eine Agentur andernorts in Deutschland beauftragt.

Bedingungen für Gründer in Deutschland nicht einfach

Die Bedingungen für Gründer seien in Deutschland extrem schwer, sagt Tristan von Tschirschnitz. Gerade in den letzten Jahren habe man gegenüber dem Ausland an Boden verloren.

Auch bei ihm lief nicht immer alles so reibungslos, wie es auf den ersten Blick scheint. Im Mai 2019 scheiterte ein Crowdfunding-Versuch. "Das bin ich falsch angegangen, ohne Vorbereitung", sagt er rückblickend. Seit ein paar Monaten coache er selbst angehende Gründer für die Online-Plattform "Startup Teens", um seine Erfahrungen zu teilen.

Was er anderen Nachwuchstüftlern rate, die mit einer Start-up-Gründung liebäugeln: "Anfangen, mit Leuten reden, die Erfahrung haben, so viele Tipps wie nötig sammeln, ein kleines Netzwerk aufbauen." Er selbst habe zunächst kaum jemandem von der Idee erzählt, "weil ich Angst hatte, dass jemand sagt: Das taugt nix. Anfangen, das ist die Hauptsache."

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