"Einfach ist langweilig"

Hier erzählen Leute, wie sie ihr Wochenende verbringen: Heute ist das Kyra Kantor, die rechte Hand von Trüffelpapst Burger
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Fliegen an der Wand statt im Essen: Die 26-jährige im neu eröffneten Finespitz’s.
Gregor Feindt Fliegen an der Wand statt im Essen: Die 26-jährige im neu eröffneten Finespitz’s.

Wie viel ich zu tun habe, ist bei mir stark saisonabhängig: Wenn es Trüffel gibt, arbeite ich sieben Tage die Woche für Stephan Burger, im Moment sind es vier, Montag bis Donnerstag. Deswegen bleibt mir noch Zeit für die Gastronomie: Gerade hat die zweite Filiale von unserem Familienbetrieb eröffnet, dem Hot-Dog-Laden Finespitz’s. Diesmal in der Müllerstraße, und dort haben wir am Wochenende bis in die frühen Morgenstunden geöffnet.

Den Freitag starte ich meistens im Ridler in der Gollierstraße, ich wohne gleich gegenüber und muss nur einmal umfallen. Das ist süß und gut, hat eine nette Sonnenterrasse und fantastisches Essen von einem österreichischen Koch zu fairen Preisen. Meistens reicht das auch für den Freitag, der große Clubgeher bin ich nicht mehr. Wenn, schaue ich im Bobbeaman vorbei zum tanzen, die Qualität der Soundanlage ist super und ich mag das Line-Up – außerdem trifft man dort nicht so das typische Münchner Publikum.

Statt Clubs bin ich lieber in Bars, wenn ich es am Samstag schaffe, schaue ich gern noch bei Robinson in der Corneliusstraße vorbei. Das ist für mich der wahr gewordene Traum einer eigenen Bar, klein und voll und gute Drinks, man trifft viel Szene und lernt lustige Leute kennen. Und in der Blumenbar in der Thalkirchner Straße sind wir ab und zu auch gern.

Am Wochenende ziehe ich oft mit meinen Brüdern los, 24-Jährige Zwillinge. Nach der Arbeit im Finespitz’s, das bietet sich natürlich an. Außerdem mischen sich unsere Freundeskreise. Meistens verliert man ein paar Leute unterwegs, und am Schluss treffen sich alle Puzzleteile wieder im Robinson oder Bobbeaman.

Ich mag Läden, bei denen man merkt, dass Herz und Qualität drinsteckt, dafür zahle ich auch einen Fünfer mehr. Ich hatte da von Kleinauf Glück: Mein Vater ist ein ganz ganz toller Koch, und er hat darauf bestanden, dass die Familie jeden Abend zum Essen zusammen kommt. Wir Kinder fanden das als Teenager natürlich furchtbar nervig, um Punkt sieben daheim sein zu müssen, aber heute haben wir alle ein gutes Gefühl dafür, was Qualität angeht, kaufen lieber beim Metzger ums Eck und beim Bioladen ein. Ich esse zum Beispiel gern im Rosso in der Amalienstraße: Ein kleiner Italiener, der viele Produkte aus der Heimat bezieht. Da gibt es einfach Pizza – und zwar die beste der Stadt.

Wenn ich mit meinen Mädels losziehe, dann stoppen wir oft bei der Patisserie Amandine in der Bergmannstraße. Eine original französische Bäckerei, mit superleckeren Croissants – ich war gerade in Paris und muss sagen, die Croissants von Amandine haben mir besser geschmeckt als die dort. Und man kann den Bäckern zuschauen, wie sie Pain au chocolat und Tartlettes machen, das mag ich. Mit den Croissants ziehen wir oft weiter ins Café Marais in der Parkstraße und trinken dort noch einen Tee.

Wenn wir uns abends treffen, dann meistens bei Schumann’s. Als Kinder durften wir dort früher manchmal nachmittags mit und haben einen Erdbeershake bekommen. Die Stimmung da im Sommer, der Hofgarten und die bunten Glühbirnen, das ist der schönste Ort der Welt, da kann man bis in die Puppen versacken. Auch die Terrasse von der Goldenen Bar im Haus der Kunst ist toll.

Sonntag mache ich meistens Kulturtag. Ich starte mit Cornetto und Kaffee im Commerciale in den Fünf Höfen, ins Museumsviertel rüber zu den Pinakotheken ist es dann ein netter Spaziergang. Da nehme ich gern meinen jüngsten Bruder, unser Nesthäkchen mit: Er ist 14 und sehr interessiert, was Modern und Street Art betrifft. Mein Freund und ich waren schwer beeindruckt, als er uns durch das Museum Brandhorst geführt hat.

Mein Freund lebt und arbeitet in Freiburg, da Bedarf es für uns beide jede Menge Organisation, um uns mal zu sehen. Wir sind beide Workaholics. Leicht ist das nicht – aber leicht ist ja auch langweilig.

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