Einbrecherpärchen schlägt hilfsbereite Nachbarin nieder

Ihre Hilfsbereitschaft wurde einer Spitzensportlerin zum Verhängnis. Während sie auf die Wohnung ihrer Nachbarn aufpasste, kamen die Einbrecher - und schlugen auf die im Rollstuhl sitzende Frau ein. Die Täter sind auf der Flucht.
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Die Spitzensportlerin wurde Opfer von brutalen Einbrechern
AZ Die Spitzensportlerin wurde Opfer von brutalen Einbrechern

MÜNCHEN - Ihre Hilfsbereitschaft wurde einer Spitzensportlerin zum Verhängnis. Während sie auf die Wohnung ihrer Nachbarn aufpasste, kamen die Einbrecher - und schlugen auf die im Rollstuhl sitzende Frau ein. Die Täter sind auf der Flucht.

Abscheuliches Verbrechen in Neuperlach: Einbrecher haben am Samstagabend eine behinderte Spitzensportlerin verprügelt. Die 39-Jährige kam verletzt in die Klinik, bis Sonntag lag sie auf der Intensivstation. Die Polizei fahndet nach den zwei Tätern – einem Mann und einer „auffallend jungen“ Frau.

Die 39-Jährige hatte sich bereit erklärt, auf die Wohnung ihrer Nachbarn aufzupassen – das Ehepaar war für eine Woche verreist. Gerne tat die Frau, die seit einem Behandlungsfehler vor drei Jahren im Rollstuhl sitzt, ihnen den Gefallen – und war deswegen besonders alarmiert, als sie plötzlich um 22.55 Uhr Geräusche im Hausflur hört. Sie sieht ein junges Paar, dass an der Tür herumschraubt.

Die Leichtathletin, die unter anderem im Kugelstoßen Weltrekorde erzielt hat und Deutschland bei der Behinderten-WM 2011 in Neuseeland vertreten könnte, nimmt allen Mut zusammen und sagt den beiden, sie sollen verschwinden.

Das Paar antwortet mit größter Brutalität: Sie prügeln sofort auf die 39-Jährige ein. Dann werfen sie die Frau mit ihrem Rollstuhl um und flüchten aus dem Hochhaus. Mit Blutergüssen im Gesicht und an den Beinen und einer blutenden Platzwunde am Kopf schleppt sich die Sportlerin zu ihrem Telefon und ruft die Polizei. Sie wird in die Klinik gebracht – dort verschlechtert sich ihr Zustand. Denn sie ist Epileptikerin und leidet an so genannter Ataxie – eine Störung der Bewegungskoordination. Der Grund dafür: Während eines Klinikaufenthalts wurde ihr im Mai 2007 ein 1000-fach zu hoch dosiertes Medikament verabreicht – als sie aufwacht, ist sie auf den Rollstuhl angewiesen.

Aber sie kämpft sich zurück ins Leben – getreu dem Motto ihres Internet-Tagebuchs „Aufgeben gibt’s nicht“. Sie bringt sportliche Bestleistungen, trainiert am Olympiastützpunkt in München, meistert den Weg dahin mit ihrem Spezial-Rollstuhl. Und obwohl es immer wieder zu gesundheitlichen Rückschlägen kommt, kämpft sie sich immer wieder an die nationalen Bestwerte heran. Ihr großer Traum: Als Athletin im Jahre 2012 zu den Paralympics nach London reisen.

Ob sie sich nach dieser feigen Attacke den Traum von der WM und der Behinderten-Olympiade doch noch erfüllen kann, ist unklar. Die Polizei fahndet jetzt nach den beiden Tätern wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchtem Wohnungseinbruch.

Die Sportlerin konnte den Beamten auf dem Weg ins Krankenhaus das Aussehen der Täter beschreiben: Er ist zwischen 1,75 und 1,80 Meter groß, hat eine normale Figur und trug eine blaue Baseball-Kappe. Seine Mittäterin war sehr jung, trug Jeans und ein dunkles Sweatshirt. Tatort war der Gerhard-Hauptmann-Ring. Hinweise bitte an das Polizeipräsidium München, Kommissariat 53 2910 0 oder an jede andere Polizeidienststelle. jo, rke, tha

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