Prozess eskaliert: Rebellischer Rechtsanwalt wird in Handschellen rausgeführt

Der Verteidiger soll eine Richterin und einen Wachtmeister beleidigt haben.
| John Schneider
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Der Angeklagter und seine Anwälte.
Der Angeklagter und seine Anwälte. © jot

München - Erst schreien sich Staatsanwalt und Verteidiger an, fallen sich gegenseitig ins Wort, dann eskaliert die Situation. Da der Rechtsanwalt immer wieder seinen Platz verlässt und sich direkt an die Richterin wenden will, fürchtet diese die Ansteckung mit dem Coronavirus. Sie springt auf und steht nun wortwörtlich mit dem Rücken zur Wand.

Das alles zeigt ein Video, das am Mittwoch beim Prozessauftakt gegen den Rechtsanwalt Hannes P. (53, Name geändert) vorgeführt wird. Der Strafverteidiger soll bei einem Prozesstermin im August 2020 die Richterin, einen Staatsanwalt und Justizbeamte beleidigt haben. Dazu kommt der Vorwurf unerlaubter Bildaufnahmen und der des tätlichen Angriffs auf die Beamten. Tatsächlich ist auf dem Video zu sehen, wie Hannes P. einen Wachtmeister, der sich ihm in den Weg stellt, vor die Brust stößt.

Die Verteidigung nennt es einen "Justizskandal"

Zu sehen sind auch die Handschellen, mit denen der Jurist gefesselt wurde, nachdem ihn die Wachtmeister zu Boden brachten. Und zu hören sind seine Hilfeschreie. Unter anderem beklagt er, dass er keine Luft mehr bekomme. Der Anwalt wird dann aus dem Gerichtssaal geführt.

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"Ich bin fassungslos", erklärt einer der drei Verteidiger von Hannes P. angesichts der Videobilder. Das sei ein "Justizskandal". Sein Mandant hätte sich lediglich bei der Richterin Gehör verschaffen wollen, weil der Staatsanwalt so laut war. Der Prozess wird fortgesetzt.

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