Ein neuer Tunnel für München: Planspiele der Staatsregierung

Die Staatsregierung prüft, ob man Züge, die in Richtung Landshut fahren, auch unterirdisch leiten könnte. Geprüft wurden mehrere Möglichkeiten. Die Studie liegt nun auch beim Bundesverkehrsministerium in Berlin zur Prüfung vor.
| Sophie Anfang/Natalie Kettinger
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Das Land Bayern prüft zwei Varianten zum Ausbau der Bahnstrecke zwischen München und Landshut.
Symbolbild Stefan Puchner/dpa Das Land Bayern prüft zwei Varianten zum Ausbau der Bahnstrecke zwischen München und Landshut.

München - Wer zu den Tausenden Pendlern gehört, die täglich von Landshut nach Freising und München hineinpendeln, kennt das: Verzögerungen, Zugausfälle, genervte Passagiere. Die Auslastung der Strecke zwischen Niederbayern und der Landeshauptstadt ist am Anschlag. Sie gehört zu den am stärksten genutzten Strecken im Freistaat.

Ein Ausbau ist nötig – und die Staatsregierung plant einen. Zumindest langfristig. Schon Anfang 2017 hat das Verkehrsministerium eine Studie beim Ingenieurbüro Stefan Baumgartner in Auftrag gegeben. Das untersuchte, wie man das Streckennetz in diesem Abschnitt verbessern kann.

Geprüft wurden mehrere Möglichkeiten. Die Studie liegt nun auch beim Bundesverkehrsministerium in Berlin zur Prüfung vor. Dort geht es wie so oft darum, ob der Ausbau Chancen auf Bundesmittel hat.

Verschiedene Varianten sind möglich: Zum einen wird untersucht, inwieweit die bestehende Strecke ausgebaut werden könnte. Hintergrund ist, dass gerade an der zweiten Stammstrecke für die S-Bahn gebaut wird. Und auf der betroffenen Strecke nach Landshut verkehrt auch die S1. Ist die zweite Stammstrecke erst einmal fertig, wird es wegen des verstärkten S-Bahnangebots also noch enger auf der Strecke nach Norden.

Eine weitere Taktverdichtung – auch mit Regionalzügen – wäre kaum mehr möglich. Das vom Ministerium beauftragte Ingenieurbüro favorisiert zusätzlich zur Bestandsstrecke eine Neubaustrecke – und einen Tunnel. Die Ingenieure im Büro Stefan Baumgartner schlagen vor, die Neubaustrecke auf Höhe von Neulustheim, westlich des Nymphenburger Schlossparks, quasi "auszufädeln".

Im Münchner Stadtgebiet würden die Gleise dann weitestgehend unterirdisch verlaufen. Der weitere Streckenverlauf würde sich dann an der A92 orientieren und nördlich von Neufahrn, bei Freising, wieder in die bereits bestehenden Schienen der Strecke München-Freising "einfädeln".

Ob die Neubaustrecke kommt, ist noch nicht gewiss. Die Staatsregierung bemüht sich zwar, dass der Ausbau der Strecke München-Landshut in die nächste Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen wird. Doch das ist derzeit noch in der Prüfung.

"Aufgrund der Komplexität dieser Untersuchungen sind Ergebnisse nicht vor der zweiten Jahreshälfte 2019 zu erwarten", heißt es auf AZ-Anfrage aus dem Verkehrsministerium. Die Verkehrsministerin selbst, Ilse Aigner (CSU), denkt unterdessen schon über weitere Infrastrukturprojekte für München nach (siehe Kasten). Vorstellen kann sie sich auch eine Magnetschwebebahn.

So denkt Aigner über Magnetschwebebahn und Seilbahn

"Es ist offensichtlich, dass wir in Richtung Flughafen Kapazitäts-Engpässe haben", sagt Verkehrsministerin Ilse Aigner (CSU) im Gespräch mit der AZ. Deswegen müsse man alle Möglichkeiten in Erwägung ziehen – "auch solche, an die wir bisher noch nicht gedacht haben".

Derzeit prüfe man in München den Bau einer Seilbahn über dem Frankfurter Ring. "Wir sehen uns aber auch neue Technologien an, die in Bayern entwickelt werden: zum Beispiel eine Magnetschwebebahn, kein Transrapid, oder – wie man auch sagen könnte: eine S-Bahn ohne Geräusch, die als Zubringer zum Flughafen eingesetzt werden könnte. Das werden wir offen prüfen", so Aigner weiter.

Der Vorteil daran: Die Menschen wollten vor dem Lärm der S-Bahn geschützt werden, etwa mit Lärmschutzwänden. „Die braucht man bei einer Magnetschwebebahn aber nicht.“ Den weiteren Streckenverlauf bis Landshut müsse man sich dann noch einmal genau ansehen.

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