Ein Knopf, der Leben retten kann: Hier kann man ihn kostenlos testen
Am Sonntag vor einer Woche war Erna Schneider (82; Name geändert) wirklich in Not. Es war kurz vor 18 Uhr, sie lag daheim in der Maxvorstadt in der Badewanne und ihr war plötzlich so schwindlig, dass sie nicht mehr allein aus der Wanne steigen konnte.
Ein Glück, dass sie am Handgelenk ihren Hausnotruf-Sender trug. Sie drückte den blauen Knopf, und sofort konnte sie über ihre Basisstation, die in ihrem Wohnzimmer installiert ist, mit der Hausnotruf-Zentrale der Johanniter sprechen.

250 Alarme jeden Tag bei den Johannitern
20 Minuten später öffnete ein Sanitäter mit ihrem (bei den Johannitern hinterlegten) Schlüssel die Wohnungstür und eilte zu Hilfe. Verdacht auf Herzbeschwerden, stellte der Helfer fest und rief vorsichtshalber noch einen Rettungswagen, der die ältere Dame ins Krankenhaus fuhr.
Das war nur einer von durchschnittlich 250 Hausnotruf-Alarmen, die täglich aus München und dem Landkreis in der Johanniterzentrale in Regensburg eingehen (Fehlalarme nicht mitgerechnet). 10.725 ältere Menschen im Raum München tragen aktuell einen solchen Sender für Notfälle am Handgelenk, rund um die Uhr, zu Hause genauso wie unterwegs.
"Sie sind im Durchschnitt über 80 Jahre alt", sagt Johanniter-Sprecher Gerhard Bieber zur AZ, "die meisten leben daheim, entweder allein oder auch mit dem Partner." Nicht immer kommt automatisch ein Retter vorbei. Man kann sich auch dafür entscheiden, dass die alarmierte Zentrale etwa die Nachbarin anruft, bei der ein Wohnungsschlüssel hinterlegt ist, und die in Sekunden zu Hilfe eilen kann. Oder dass Angehörige angerufen werden.

Hausnotruf: Worauf man achten sollte
Umsonst ist so ein Hausnotruf-System freilich nicht. Man kann es für monatliche Gebühren (etwa 35 bis 70 Euro) bei verschiedenen Anbietern buchen. Etwa bei Hilfsorganisationen und Verbänden (neben Johannitern auch Malteser, Rotes Kreuz, ASB, Caritas, Diakonie), aber auch bei immer mehr privaten Anbietern. Ab Pflegestufe 1 übernehmen auch Pflegekassen gewisse Kosten dafür.
Die jeweiligen Geräte, der Hilfe-Service und auch die Monatspreise sind dabei recht unterschiedlich. Wie findet man das passende System für seine spezielle Situation? Und den besten Anbieter?
Notrufknopf: stoßfest und wasserfest
"Wer sich überwiegend zu Hause aufhält, ist mit einem klassischen Hausnotruf gut beraten", erklärt der Hausnotruf-Experte Johann Aigner von den Münchner Johannitern. "Dann reichen Basisstation und Notrufknopf aus, um daheim oder im Garten schnell Hilfe zu rufen." Der Notrufknopf sollte stoßfest und vor allem wasserfest sein. "Denn gerade beim Duschen passieren viele Stürze", sagt Aigner. "Ein Gerät, das dort abgelegt werden muss, schützt im entscheidenden Moment nicht."

Eine Kombi mit Rauchmelder löst automatisch Alarm aus
Wer regelmäßig unterwegs ist, für den ist ein Kombigerät besser geeignet, das zu Hause und mobil funktioniert. "Diese Systeme bieten eine Ortungsfunktion, sodass man im Notfall auch außerhalb der Wohnung schneller gefunden werden kann", erklärt Aigner.
Auch hier gelte: Robustheit ist kein Extra, sondern Voraussetzung. "Wichtig ist, dass ein Hausnotruf mit nur einem Knopfdruck ausgelöst werden kann, selbst wenn einem schwindlig ist", rät der Experte. Zusätzliche Sicherheit bietet die Kombination mit Zusatzgeräten wie Rauchmeldern. "Solche Erweiterungen können helfen, Gefahren früh zu erkennen und automatisch Alarm auszulösen, selbst wenn die betroffene Person nicht mehr aktiv drücken kann."
Diese Fragen sollten Sie vorab stellen
Fragen, die man vorab stellen sollte: Ist das Hausnotruf-System mit einer rund um die Uhr erreichbaren Notrufzentrale verbunden? Nimmt medizinisch geschultes Personal die Notrufe an? Hat der Anbieter einen eigenen Einsatzdienst mit medizinischem Fachpersonal? Ist er in der Nähe stationiert und kann schnell da sein? Kann man dort seinen Wohnungsschlüssel hinterlegen? Wenn nämlich ein Anbieter keinen eigenen Einsatzdienst habe, so der Experte, dann müsse im Ernstfall oft die Feuerwehr die Wohnungstür aufbrechen – unter Umständen auch bei einem Fehlalarm.

Vier Wochen kostenlos testen
Bei einem guten Hausnotruf-Anbieter seien außerdem alle Kundinnen und Kunden persönlich bekannt, so der Experte – auch mit ihrer medizinischen Vorgeschichte. Achten solle man auch darauf, dass im monatlichen Preis alle Leistungen enthalten sind und keine zusätzlichen Gebühren entstehen – etwa ab einer bestimmten Anzahl von Alarmen pro Jahr. "Ein Hausnotruf sollte ohne Mindestlaufzeit nutzbar sein und sich monatlich kündigen lassen", rät Johann Aigner.
Wer ein Hausnotruf-System vier Wochen lang kostenlos testen und Handhabung, Tragekomfort und Abläufe im Alltag ausprobieren will, kann das aktuell im Rahmen der Johanniter-Sicherheitswochen machen, Anmeldung bis 5. April unter der kostenlosen Servicenummer 0800/ 019 14 14.
Mehr Informationen:
www.johanniter.de/hausnotruf
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