Ein Geben und ein Nehmen: Kommentar zur Debatte um Radl-Rambos in München

Christian Springer beklagt sich in einem Brandbrief über rücksichtslose Radl-Fahrer in München. Doch er macht es sich zu einfach, meint AZ-Redakteur Lukas Schauer. 
| Lukas Schauer
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Lukas Schauer kommentiert die Debatte um die von Christian Springer kritisierten Radl-Rambos.
privat/AZ Lukas Schauer kommentiert die Debatte um die von Christian Springer kritisierten Radl-Rambos.

"Radfahrer sind rücksichtslos, ignorant und gefährlich", schreibt Christian Springer gleich zu Beginn seines Brandbriefes. Und genau diese Pauschalisierung ist falsch. Das trifft genauso auf Autofahrer, Motorradfahrer und Fußgänger zu – schlicht jeden, der am Verkehr teilnimmt. Ein falsches Verhalten führt aber offenbar nur bei Radlern zu Debatten, die nicht sinnvoll oder mit Totschlag-Argumenten geführt werden.

Natürlich gehört es sich nicht als Radler, die Vekehrsregeln zu missachten. Dafür gehören sie bestraft, genau wie alle anderen Verkehrsteilnehmer, die die für sie geltenden Vorschriften nicht einhalten.

Doch es gehört sich erst recht nicht, als bekennender (!) Autofahrer auf die schwächeren Verkehrsteilnehmer zu zeigen und zu sagen: Nur Ihr müsst euch bessern! Radler haben keine Airbags, keine Knautschzone und eine in München weitaus schwächer ausgebaute Infrastruktur (und Lobby) als Autofahrer.

Die Teilhabe im öffentlichen Raum ist immer ein Geben und Nehmen, daher ist besonders auch im Straßenverkehr Rücksichtnahme, Gelassenheit und Aufmerksamkeit gefragt. Das sollte Christian Springer einfordern. Ansonsten wird die Debatte nur immer weiter auswachsen.

Lesen Sie hier, was die AZ-Leser zum Thema zu sagen haben!

 

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