"Momentan nur autogerecht": Vielbefahrene Münchner Brücke muss saniert werden

Die riesige Donnersbergerbrücke muss bald neugebaut werden. Pläne sehen für die Brücke Geschäfte und Begrünung vor. Auch soll die Brücke zum "Willkommenstor" für München werden.
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In der Nacht sei die Donnersbergerbrücke ein Angstraum, sagt Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer. Sie will das ändern. Auch Fußgänger sollen sich hier wohlfühlen.
In der Nacht sei die Donnersbergerbrücke ein Angstraum, sagt Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer. Sie will das ändern. Auch Fußgänger sollen sich hier wohlfühlen. © Daniel von Loeper

Die Donnersbergerbrücke ist eine der meist befahrenen Europas: 120.000 Autos, Lastwagen und Busse sind dort täglich unterwegs. Dieser Belastung hält die Brücke auf Dauer nicht mehr stand. "Spätestens in 15 Jahren muss sie komplett erneuert werden", sagt Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer (Grüne).

Tatsächlich gibt es gar nicht die eine Donnersbergerbrücke. Sie besteht laut Ehbauer aus neun einzelnen Bauwerken – und ausgerechnet der mittlere Teil könne nicht mehr instand gesetzt werden. Das bedeutet: Die ganze Brücke muss neugebaut werden.

Donnersbergerbrücke muss erneuert werden: "Es geht um Riesendimensionen"

Keine leichte Aufgabe: "Es geht um Riesendimensionen", sagt Ehbauer. Die Brücke sei 1124 Meter lang, bis zu 47 Meter breit. Darunter Dutzende Gleise. Während der Bauzeit soll der Verkehr auf und unter der Brücke weiterfließen. Ehbauer: "Bevor man so etwas angeht, muss man sich gut überlegen, was man bauen will." Der Start soll 2026 erfolgen.

Noch bis 2034 läuft in München und der Region die "Internationale Bauausstellung" (IBA). Das ist keine Ausstellung, die man anschauen könnte. Vielmehr ist die IBA ein Instrument des Städtebaus, um innovative Projekte voranzutreiben.

Eines ist (neben 15 weiteren Vorhaben) die Donnersbergerbrücke. Denn: Die Stadt will sie nicht einfach eins zu eins neubauen. Im Februar will sich Ehbauer vom Stadtrat das Okay abholen, um eine Machbarkeitsstudie für den Neubau zu erstellen. Die Studie soll die Grundlage für einen Wettbewerb sein. Ziel ist, die Donnersbergerbrücke ganz neu zu denken. Die IBA soll dabei helfen, erklärt Ehbauer.

Ein neues Wahrzeichen für München?

"Momentan ist die Donnersbergerbrücke nur autogerecht", sagt sie. "Für Radfahrer, für Fußgänger, für Menschen mit einer Einschränkung ist die Brücke eine Katastrophe." Ehbauer wünscht sich, dass es für sie alle dort besser wird. Sie kann sich vorstellen, dass die Donnersbergerbrücke ein "touristischer Ort", ein "Wahrzeichen", ein "Willkommenstor" wird – wo es womöglich auch Einkaufsmöglichkeiten und mehr Grün geben könnte.

"Momentan ist die Donnersbergerbrücke ein furchtbarer Angstraum, wo man nachts nicht gerne alleine entlang spaziert. Ich möchte, dass solche Angsträume aus der Stadt verschwinden", sagt Ehbauer auch. Dafür will sie die Bereiche unter und neben der Brücke angehen.

Heute befinden sich unter der Brücke nicht nur Gleise, sondern auch Parkplätze. "Es wird spannend, wie man so einen Unort gut gestaltet", sagt SPD-Stadträtin Simone Burger. Sie kann sich Boulderwände und Spielangebote vorstellen.

Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer (Grüne).
Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer (Grüne). © IMAGO/B. Lindenthaler

Michael Haberland, CSU-Stadtrat und Chef des Autoclubs "Mobil in Deutschland", kann mit solchen Überlegungen wenig anfangen: "Es geht hier nicht darum, einen Schönheitswettbewerb zu gewinnen, sondern darum, dass der Verkehr auf einer der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen in der Stadt optimal läuft."

Statt zu überlegen, Blumentöpfe aufzuhängen, sollte sich das Baureferat lieber überlegen, wie sich der Verkehrsfluss weiter optimieren lasse, findet Haberland.

Seine Idee dafür: "Statt die Brücke für Hunderte Millionen neuzubauen, sollte die Stadt über einen Tunnel nachdenken." Ob sich die Stadt dazu durchringt? Schwer vorstellbar. Ein anderer Wunsch, den Haberland schon lange hat, wird dafür bald in Erfüllung gehen: Die Aufhebung des Tempolimits auf der Landshuter Allee, das direkt nach der Donnersbergerbrücke beginnt. 

Wieder Tempo 50 für den Mittleren Ring: OB Reiter teilt Entscheidung mit

Zwischen Arnulfstraße und dem Toni-Merkens-Weg beim Olympiapark durften Autofahrer seit Mai 2024 nicht schneller als 30 km/h fahren. Der Stadtrat hat die Geschwindigkeitsbegrenzung beschlossen, weil München seit Jahren die Grenzwerte für Schadstoffe in der Luft nicht einhielt. Es drohten weitere Fahrverbote für Diesel.

Nun zeigt sich: Das Tempolimit wirkt. Das Klimareferat geht davon aus, dass 2026 die Grenzwerte eingehalten werden – selbst wenn die Autos wieder 50 fahren. Das liegt vor allem daran, dass weniger Fahrzeuge auf der Landshuter Allee fahren. Für Haberland und den Rest der CSU-Fraktion war deshalb klar: Für Tempo 30 gibt es keine Grundlage mehr.

Jetzt reagierte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). Reiter habe am heutigen Mittwoch (7. Januar) angeordnet, die Geschwindigkeitsbegrenzung von Tempo 30 an der Landshuter Allee "so schnell wie möglich" wieder aufzuheben, teilt die Stadt mit.

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Reiter sagte: "Die Voraussetzungen sind erfüllt, um zu Tempo 50 zurückzukehren."

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  • cs23 vor 12 Minuten / Bewertung:

    „Unsicherheitsfaktor Nummer 1 für Fußgänger sind hier vor allem die rücksichtslosen Radfahrer. Diese von der Brücke zu verbannen, das wäre ein echter Fortschritt. Wofür musste schließlich ein millionenteurer Arnulfsteg gebaut werden?“

    ja genau so isses. Das Hauptproblem an der Donnersbergerbrücke sind die vielen rücksichtslosen Radfahrerer..
    Davon abgesehen halte ich die Pläne des Refenten für realtätsferne Tagträume …

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  • kartoffelsalat vor 7 Minuten / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von cs23

    Prost!

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  • Der wahre tscharlie vor 4 Stunden / Bewertung:

    Ich mach mal eine praktikablen Vorschlag ans Mobilitätsreferat......einfach den Tunnel an der Landshuter mit einem weiteren Tunnel mit dem Trappentreutunnel verbinden.
    Da braucht man keine Brücke mehr und die Autos sind nicht mehr sichtbar.

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