Ein Deal rettet die Surfer: Stadt kauft die Welle

Die Stadt übernimmt die Eisbach-Welle im Englischen Garten – und tauscht sie gegen einen Grünstreifen in der Königinstraße. Die Übergabe-Verträge sind fertig und müssen nur noch beim Notar verbrieft werden.
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Schön und faszinierend: Das Surfen auf der Eisbach-Welle im Englischen Garten ist nur etwas für absolut geübte Surfer.
dpa Schön und faszinierend: Das Surfen auf der Eisbach-Welle im Englischen Garten ist nur etwas für absolut geübte Surfer.

Die Stadt übernimmt die Eisbach-Welle im Englischen Garten – und tauscht sie gegen einen Grünstreifen in der Königinstraße. Die Übergabe-Verträge sind fertig und müssen nur noch beim Notar verbrieft werden.

ALTSTADT Sie gehören zu den größten Touristenattraktionen Münchens und wurden schon millionenfach geknipst und gefilmt: die Eisbach-Surfer. Ihr gefährlicher Ritt auf der reißenden Welle im Eisbach ist illegal – doch nicht mehr lange: Die Stadt übernimmt jetzt die Welle vom Freistaat, und dann wird das Surfen offiziell erlaubt.

Die Übergabe-Verträge sind fertig und müssen nur noch beim Notar verbrieft werden. Das kann bis Juli dauern. Bis dahin wird das Surfen weiter toleriert – wie schon seit Jahren.

Warum ist der Tausch überhaupt nötig? Vor zwei Jahren wollte der Freistaat das Surfen verbieten, weil er die Haftung und die Verantwortung nicht tragen wollte. Zudem fehle ihm die Rechtsgrundlage, in seinem Park das Baden und Surfen zu erlauben. Die Stadt tue sich mit wasserrechtlichen Regelungen leichter – sagen die Juristen.

„Das Risiko ist für die Stadt überschaubar“, so Unterhändler Rudi Fuchs vom städtischen Umweltreferat: „Für die Stadt ist das haftungsrechtlich möglich, wenn wir das Gebiet begehen, kontrollieren und klare Hinweisschilder aufstellen.“ Darauf werden drei Fakten stehen: „Nur für Geübte. Es darf nicht gebadet werden. Auf eigene Gefahr.“

Es musste ein Deal gewählt werden, da der zuständige Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) kein Staatseigentum verschenken darf. Das Gelände wird deshalb getauscht. Verjubelt die Stadt für den billigen Surf-Spaß ein wertvolles Grundstück? Nein. Die Stadt bekommt einen rund 80 Meter langen und 12 Meter breiten Abschnitt von der Brücke flussaufwärts (inclusive eines schmalen Uferstreifens). Im Gegenzug bekommt der Freistaat einen 2 Meter breiten, 80 Meter langen und nicht bebaubaren Grünstreifen an der Königinstraße auf der Grenze zum Englischen Garten.

Da sowohl Minister Georg Fahrenschon als auch Oberbürgermeister Christian Ude das Surfen erhalten wollten, hatten sie sich auf eine „unbürokratische Lösung“ verständigt. Es hat trotzdem ein Jahr gedauert, um dahin zu kommen. Willi Bock

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