Eder schließt bald für immer

Das Münchner Modegeschäft gibt es seit 122 Jahren: Ende November wird das Geschäft am Viktualienmarkt geschlossen – Mitarbeiter und Kunden des Traditionsunternehmens bedauern diesen Schritt.
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Das Modegeschäft Eder muss seine Filiale am Viktualienmarkt bis Ende November räumen
Daniel von Loeper Das Modegeschäft Eder muss seine Filiale am Viktualienmarkt bis Ende November räumen

MÜNCHEN - Das Münchner Modegeschäft gibt es seit 122 Jahren: Ende November wird das Geschäft am Viktualienmarkt geschlossen – Mitarbeiter und Kunden des Traditionsunternehmens bedauern diesen Schritt.

Der Eder am Viktualienmarkt 14 ist ein Traditionsgeschäft. Doch stattet man dem Modegeschäft in diesen Tagen einen Besuch ab, kann man die gedrückte Stimmung spüren. „Der Eder gehört einfach zu München“, sagen die Kunden. Ende November schließt das Traditionsgeschäft seine Pforten.

Als Grund nennt Mattias Eder, Geschäftsführer von Eder in der vierten Generation, „die wirtschaftlichen Entwicklungen“. Zudem erreichten mehr als die Hälfte der Mitarbeiter in den nächsten fünf Jahren die Altersgrenze. Nachbesetzen könne man sie nicht, zumindest nicht auf gleichem Niveau. Grund genug, ein Münchner Geschäft mit Tradition nach so vielen Jahren schließen zu müssen?

1887 gegründet ist das Modegeschäft am Alten Peter nicht mehr aus der Münchner Geschichte wegzudenken. Seit 122 Jahren gehen hier Kunden ein und aus. Früher waren es Damen des königlichen Hauses. Heute sind es vor allem über 50-jährige Münchnerinnen. Viele von ihnen sind seit Jahren Stammkunden des Familienbetriebs.

Geschäftsführerin Annemarie Schneider: „Natürlich ist dieser Schritt bedauerlich. Mit dem Traditionsgeschäft Eder geht ein Teil Münchner Geschichte verloren.“ Und diese Geschichte ist lang: Am 22. Oktober 1887 gründeten Joseph Max Eder und Anna Grabmaier die Firma. Mit einem Startkapital von 1000 Goldmark legte das junge Paar Ende des 19. Jahrhunderts den ersten Grundstein für eine lange Geschichte. Schon damals hatte das „Kurz-, Weiß- und Wollwarengeschäft“ seinen Sitz vor der Stadtpfarrkirche St. Peter. Seit der Gründung wird Moden-Eder ausschließlich von Familienmitgliedern geführt. Mattias Eder und seine Frau Petra haben nun alle Hände voll zu tun.

Das „Strumpfstudio“ und den „Calida-Laden“ am Rindermarkt werden die beiden weiterhin betreiben. Der Abschied vom Eder fällt trotzdem schwer. Für sein Mode-Konzept wurde das Geschäft mit dem Forum-Preis der Textilwirtschaft ausgezeichnet. Außerdem erhielt Eder als einziges Textilunternehmen in Europa das goldene TÜV-Zertifikat für außergewöhnliche Serviceleistungen. Diese stehen der Kundschaft noch wenige Wochen zur Verfügung. Dann wird Platz gemacht für das „House of Gerry Weber“, das im Frühjahr 2010 hier eröffnet. Marlies Kralicek

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