"Du Schlampe": Nackter im Kino und in Polizeizelle

Prozess am Landgericht: 23-jähriger Exhibitionist soll jetzt auf Antrag der Staatsanwaltschaft dauerhaft in die Psychiatrie kommen.
| John Schneider
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Züchtig bekleidet: Georghe T. mit Dolmetscherin und Anwalt.
jot Züchtig bekleidet: Georghe T. mit Dolmetscherin und Anwalt.

München - Von einem, der sich auszog, um anderen das Fürchten zu lehren - so könnte man die Geschichte von Georghe T. (Name geändert) überschreiben. Der 23-Jährige hat aufgrund einer seelischen Störung die Tendenz, sich auszuziehen. Auch an unpassenden Orten wie Kinosälen oder Polizeizellen. Die Staatsanwaltschaft hat beantragt, ihn dauerhaft unterbringen zu lassen.

Das wird dem Fliesenleger konkret von Staatsanwältin Silke Bierl vorgeworfen: Am 19. Januar stahl er aus einer Bäckerei am Bahnhof eine Wasserflasche, ein Marmeladenglas und ein Milchgetränk.

Lesen Sie hier: Exhibitionist onaniert vor junger Frau an Haustür

Noch am selben Abend wurde er in Gewahrsam genommen und landete in einer Polizeiwache. Als ihm eine Polizistin einen Becher Wasser brachte, dankte er es ihr mit den Worten „Bring mir Wasser du Schlampe“. Dann zog er sich in der Gewahrsamszelle aus, turnte nackt in der Zelle rum, kletterte die Gitterstäbe hinauf und rieb sich an diesen.

Am nächsten Tag wurde Georghe T. entlassen. Der 23-Jährige ging zum Hauptbahnhof. Und das obwohl er dort Hausverbot hatte. Der Grund: Er hatte zwei Tage zuvor Reisende angerempelt und beleidigt.
Georghe T. stieg in einen Eurocity und riss den Einfassungsgummi eines Fensters heraus. Warum, weiß er selber nicht so recht.

Noch am selben Tag enterte er im Mathaeser einen Kinosaal. Es lief gerade „Nicht mein Tag“. Ein Omen? Georghe T. zog sich jedenfalls wieder aus, warf seine Kleider quer durch den Saal und kletterte nackt über die Sitzreihen.

Dann macht er sich an seinem Glied zu schaffen. Ein Kinomitarbeiter versuchte ihn zu stoppen – ohne Erfolg. Erst als die Polizei kam, war der Spuk vorbei.

Alle Taten – die er einräumt – gehen bei Georghe T. wohl auf eine manische schizoaffektive Störung zurück. Auf Nachfrage des Vorsitzenden Richters Anton Winkler, erklärte er aber, dass es ihm im Straubinger Bezirkskrankenhaus dank der Medikamente wieder besser gehe.

Auf die gezielte Frage seines Anwalts Nicolas Frühsorger hin berichtete der Angeklagte auch, dass seine Familie in einer Sekte lebe. Der Vater habe die Kinder geschlagen.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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