Drogen bandenmäßig in München vertickt: Tatverdächtige in Thailand festgenommen

Die beiden mutmaßlichen Drogenhändler sollen tonnenweise Rauschgift im Internet vertrieben haben. Bei einem von ihnen handelt es sich womöglich um den Anführer der Bande.
| Ralph Hub
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Einer der beiden in Thailand festgenommenen Männer soll der Anführer der Bande sein. (Symbolbild.)
Einer der beiden in Thailand festgenommenen Männer soll der Anführer der Bande sein. (Symbolbild.) © Stefan Sauer/dpa/Illustration

München - Von den Traumstränden Thailands ging es für die beiden mutmaßlichen Drogenbarone direkt in bayerische Gefängnisse. Alek K. (42) sitzt inzwischen in der JVA in Ansbach, sein Komplize Alexander W. (38) wartet in der JVA in Stadelheim auf seinen Prozess. Die beiden Männer sollen mit dem illegalen Handel von so genannten Kräutermischungen, "Legal Highs", Millionen verdient haben.

Als die Bande 2017 aufflog, setzten sie sich nach Asien ab. Jetzt ging ihre Flucht zu Ende. Die beiden Drogenbarone führten in Thailand ein Leben in Luxus. Sie kauften sich prächtige Häuser und Grundstücke. Um sich vor dem Zugriff der Polizei zu schützen, hatten sie Freunde, die sie rechtzeitig warnten, falls ihnen die Sicherheitsbehörden doch einmal zu nahe kommen sollten. Zielfahnder des LKA kamen den Verdächtigen trotzdem im Sommer auf die Spur. Alek K. wurde von der Polizei im Juli in einer Luxusvilla auf der Insel Koh Phangan in Surat Thani festgenommen.

Münchner Drogenbaron an thailändischem Strand gefasst

Alexander W. erwischten die Ermittler nach Berichten thailändischer Online-Medien bei einem Spaziergang am Strand von Rawai auf Phuket. In einem Luxusanwesen fand die Polizei rund eine Million thailändische Bath (THB), umgerechnet rund 26.000 Euro, dazu Luxus-Uhren der Marke Patek Philippe und Landbesitztitel. Die Urkunden bezogen sich auf Grundstücke in Phuket und Koh Phangan und haben laut lokalen Medien einen Wert von über 10 Millionen THB, umgerechnet mehr als 260.000 Euro.

Im Zusammenhang mit der Festnahme der beiden Drogenbosse aus Bayern wurde auch ein 42-jähriger Russe gefasst, Victor T. Er war im Besitz von Cannabis und anderen Drogen.

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Nachdem die Deutsche Botschaft die thailändischen Sicherheitsbehörden um Unterstützung gebeten hatte, dauerten die Ermittlungen der lokalen Polizei noch etwa zwei Monate. Dann schlug die Falle zu. Seit Juli saßen die beiden Verdächtigen in U-Haft, jetzt wurden sie, wie das Bayerische Landeskriminalamt gestern mitteilte, nach Deutschland abgeschoben. Alek K. (42) und Alexander W. (38) drohen langjährige Haftstrafen. Beiden wird der Handel mit "Neuen psychoaktiven Stoffen" (NpS) im großen Stil vorgeworfen.

Bande bereits 2017 entdeckt - einige konnten gerade noch fliehen

Die beiden Männer haben laut LKA von München und Ansbach aus tonnenweise Rauschgift über das Internet vertrieben. 2017 wurde die Bande entdeckt. Einige aus der Gruppe konnten sich im letzten Moment ins Ausland absetzen. Unter den beiden zuletzt festgenommenen Männern soll sich auch der Boss befinden. Beide sollen bald vor Gericht gestellt werden. Bei den Drogen handelt es sich um gefährliche psychoaktive Stoffe, die unter den harmlosen Bezeichnungen "Kräutermischung" oder "Legal Highs" verkauft wurden. Die Drogen wurden unauffällig per Post an Kunden verschickt.

Die Ermittlungen gegen 51 Tatverdächtige sind abgeschlossen. Einige wurden zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. So wie Christoph S., der von München aus das millionenschwere Drogengeschäft steuerte. Er bekam vor Gericht achteinhalb Jahre Haft, eine milde Strafe, weil er im Prozess ein umfangreiches Geständnis abgelegt hatte.

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