Drogen-Bande aufgeflogen

Polizei findet zwei Kilogramm Marihuana in einer Wohnung in Neuperlach
| Ralph Hub
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Zufällig ist in Neuperlach ein Drogen-Lager entdeckt worden.
dpa Zufällig ist in Neuperlach ein Drogen-Lager entdeckt worden.

Neuperlach Die Markenartikel, mit denen der 44-Jährige illegal Handel trieb, waren gefälscht. Die zwei Kilo Marihuana in seiner Wohnung waren echt. Deshalb sitzen der Münchner und seine drei Komplizen jetzt wegen Drogenhandels in Untersuchungshaft.

Produktpiraterie – darauf lautete der Durchsuchungsbefehl, als Polizisten die Wohnung des 44-Jährigen in Neuperlach betraten. Doch dann hielten die Fahnder plötzlich einen Plastiksack in den Händen, der prall gefüllt war mit getrockneten Pflanzenresten: zwei Kilo Marihuana im Schwarzmarktwert von rund 20 000 Euro. Dazu lagen eine Feinwaage und Verpackungsmaterial bereit.

„Plötzlich war klar, die Kollegen waren zufällig auf ein illegales Drogenlager gestoßen“, berichtet Kriminaloberrat Markus Karpfinger.

Der 44-Jährige behauptete, er würde das Dope nur für einen Freund aufbewahren. Und tatsächlich fand die Spurensicherung die Fingerabdrücke von drei weiteren Verdächtigen auf dem Paket: einem Gebäudereiniger (26) aus München, einem 23-jährigen Afghanen, der als Asylbewerber in Neuburg lebt und einem Zeitarbeiter (28) aus München. Alle sind wegen Drogendelikten polizeibekannt.

Die Bande nutzte die Wohnung des 44-Jährigen als Drogendepot, als so genannten Bunker. Als das Versteck in Neuperlach enttarnt worden war, suchten die Dealer in der Nachbarschaft ein neues Versteck. Sie heuerten einen 38-jährigen Informatiker an. Auch dessen Wohnung flog im Zuge der Ermittlungen auf. Die Polizei fand bei ihm 90 Gramm Amphetamin (Schwarzmarktwert 1500 Euro) und 90 Gramm Marihuana (600 Euro).

In der Tiefgarage des Wohnblocks stand der Wagen des Gebäudereinigers. Darin lagen ein Elektroschocker, ein Messer und ein Pfefferspray. Die Bande ist dran wegen „bewaffneten Drogenhandels in nicht geringer Menge“, wie es im Juristendeutsch heißt. Laut Strafgesetzbuch §30a drohen bei einer Verurteilung mindestens fünf Jahre Gefängnis.

Der letzte aus der Bande wurde am 28. April geschnappt, wie das Drogendezernat gestern mitteilte. Der 38-Jährige, der seine Wohnung als Lager zur Verfügung stellte, ist gegen Auflagen auf freiem Fuß.

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