Dritter Wasserschaden in zwei Jahren: Diese Stadtbibliothek ist immer noch geschlossen
Es ist fast so, als läge auf der Stadtbibliothek in Berg am Laim ein Fluch. Binnen zwei Jahren erlitt die Münchner Einrichtung gleich drei Wasserschäden – mit monatelangen Schließungen als direkte Folge.
Alles fing im Mai 2024 mit einem Wasserrohrbruch über der Bibliothek an. Wasser tropfte von der Decke und am 31. Mai fiel ein Stück der durchgeweichten Decke zu Boden. "Leider ist unser Wasserschaden deutlich größer geworden", schrieben die Bibliothekare damals bei Facebook. Am 4. Juni wurde die Bildungseinrichtung in Berg am Laim dann geschlossen. Das Trocknen und notwendige Handwerkerarbeiten sollten Monate in Anspruch nehmen.
Bereits 2024 musste die Stadtbibliothek fünf Monate schließen
Erst am 12. November 2024 konnte die Stadtbibliothek, die sich seit 2016 in den Räumen an der Ecke Schlüsselberg-/Berg-am-Laim-Straße befindet, wieder öffnen. Vermieter des Gebäudes ist die Stadtsparkasse, die vor dem Einzug der Bibliothek dort eine Filiale hatte.

Doch wirklich sehr lange hatten das dortige Personal sowie die Besucherinnen und Besucher keine Freude an der wiedereröffneten Bibliothek. Am 26. Januar 2026 wurde im Erdgeschoss ein erneuter Wasserschaden im Publikumsbereich festgestellt. Bei der damaligen Schadensaufnahme fand man Defekte an der gebäudetechnischen Infrastruktur, insbesondere im Bereich der Abwasserleitungen sowie angrenzender Leitungssysteme im Gebäude.
Zwei Wasserschäden binnen drei Monaten
Erneut musste die Stadtbibliothek schließen. Und als ob das nicht schon genug wäre, gab es dann nur drei Monate später, am 28. April im Bildungslokal nebenan einen Wasserschaden, der sich auch auf die benachbarten Bibliotheksräume auswirkte.
Seit sieben Monaten sind die Bibliotheksräume in Berg am Laim nun schon geschlossen, ein Termin für die Wiedereröffnung ist derzeit noch nicht in Sicht. "Aufgrund eines Wasserschadens bleibt die Stadtbibliothek Berg am Laim bis auf Weiteres geschlossen", ist seit Monaten auf der Webpage der Bibliothek zu lesen. Und auch bei Google wird die Bibliothek derzeit als vorübergehend geschlossen angezeigt.

"Uns ist klar, dass die Stadtbibliothek für viele sehr wichtig ist, und wir hoffen, dass wir bald wieder unsere Bibliothek öffnen können. Für eine Interimslösung im Stadtteil Berg am Laim (z. B. in Form eines Bücherbusses oder einer Mini-Bibliothek in einem Container wie z. B. am Standort Freimann) haben wir leider keine Kapazität", heißt es in einer Mitteilung der Stadtbibliothek.
Suche nach neuen Räumlichkeiten: CSU stellt Antrag im Bezirksausschuss
Über zwölf Monate war die Einrichtung in den letzten zwei Jahren geschlossen. Für die Münchner CSU ein Unding. Im Juli stellte die Partei im Bezirksausschuss einen Antrag an das Bildungsreferat. Darin wird gefordert, den Bezirksausschuss darüber zu informieren, wie der Zeitplan für die Wiedereröffnung der Bibliothek aussehe.
Sollte eine Wiederöffnung zeitnah nicht möglich sein, soll das Bildungsreferat geeignete Interimsräume sowohl für die Bibliothek als auch das Bildungslokal zur Verfügung stellen. Zudem soll auf Dauer ein neuer Standort für die Stadtbibliothek in Berg am Laim gefunden und bereitgestellt werden.
Die CSU begründet ihren Antrag damit, dass die Bürgerinnen und Bürger in Berg am Laim aufgrund der wiederkehrenden Schließungen über einen längeren Zeitraum auf zwei wesentliche Bildungs- und Kultureinrichtungen verzichten müssen. Der Stadtteil weise eine vielfältige soziale Struktur auf, in der Chancengleichheit und Bildungszugang eine besondere Bedeutung haben. Daher bestehe in Berg am Laim ein besonderer Bedarf an niedrigschwelligen Bildungs-, Beratungs- und Kulturangeboten.

