Drei Jugendliche als Lebensretter am Münchner Hauptbahnhof
Drei 16-Jährige aus dem Allgäu, die in den Pfingstferien einen Ausflug nach München unternommen hatten, beobachteten am Mittwoch an der Ecke Goethe- und Bayerstraße einen älteren Herrn, der unvermittelt zusammensackte und regungslos auf dem Boden liegen blieb. Ohne zu zögern, begannen die Jugendlichen mit Erster Hilfe, die sie in einem Kurs im Rahmen der Führerscheinausbildung erst zwei Wochen zuvor erlernt hatten.
Während einer der Teenager die Vitalfunktionen des Patienten kontrollierte, wählte ein zweiter den Notruf 112. Da der Bewusstlose nicht mehr atmete, so ein Feuerwehrsprecher am Freitag, begannen sie mit der Herzdruckmassage, wobei sie von zwei weiteren Frauen unterstützt wurden. Der dritte Jugendliche holte zeitgleich einen AED (Automatisierter Externer Defibrillator) aus einem nahen Hotel. Diese Geräte sind speziell für Laien entwickelt und geben Elektroschocks nur nach einer sicheren Analyse des Herzrhythmus frei. Ebenso befinden sich bei diesen Geräten oftmals Beatmungsmasken.
Erste Hilfe wie aus dem Lehrbuch
Bis zum Eintreffen von Feuerwehr und Rettungsdienst konnten so alle wesentlichen Bestandteile einer Reanimation durchgeführt werden: Die Herzdruckmassage hält den Blutfluss in das Gehirn aufrecht, die Beatmung sorgt für ausreichend Sauerstoff im Blut und der Stromstoß durch den Defibrillator stellt in der ersten Phase die einzige wirkliche "Therapie" bei einem Kammerflimmern dar.
Durch den beobachteten Kollaps und die unmittelbare Reaktion wurde das sogenannte "therapiefreie Intervall" auf ein Minimum begrenzt. Als Faustregel für dieses kritische Zeitfenster gilt: Jede Minute ohne Wiederbelebungsmaßnahmen sinkt die Überlebenschance um rund zehn Prozent. Nach wenigen Minuten nimmt das Gehirn irreparabel Schaden, weil es nicht mehr mit Sauerstoff versorgt wird.
Viel Lob von der Feuerwehr
Nur durch das engagierte Handeln der drei Jugendlichen und der beiden Ersthelferinnen konnte in diesem Fall eine Überlebenschance gewahrt werden. Entwickelt sich die Genesung entsprechend weiter, können sich die fünf Personen mit Stolz als "Lebensretter" bezeichnen - Lucas, Levin und Alexander bereits im Alter von 16 Jahren. Die Feuerwehr München möchte dieses Beispiel nutzen, um zu betonen, dass wenige Grundkenntnisse der Ersten Hilfe, Zivilcourage und nicht wegzusehen, Leben retten können. Regelmäßige Kurse bieten hierfür die nötige Sicherheit.
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