Draußen sitzen: Bald länger möglich?
München - Geht’s nach KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle können die Münchner bald an lauen Sommerabenden eine Stunde länger vor den Lokalen sitzen, wenigstens an den Wochenenden. Bisher müssen die meisten Wirte ihre Gäste um 23 Uhr nach drinnen bitten.
Setzt sich der Vorschlag durch, ist ein Freiluft-Ratsch dort künftig also bis Mitternacht möglich. Erst einmal wäre das Ganze ein Probelauf an zwei Tagen der Woche, je freitags und samstags.
Doch entschieden ist noch gar nichts. Die Liberalisierung der so genannten „Sondernutzungs-Richtlinien“ muss erst noch mit den Bezirksausschüssen abgestimmt und vom Stadtrat abgesegnet werden.
Die Öffnungszeiten sind nicht der einzige Punkt, an dem das KVR eine Lockerung vorschlägt. Da ist zum Beispiel noch die Sache mit der Durchgangsbreite. Wenn ein Café Tische rausstellt, müssen vom Gehweg bisher 1,60 Meter für Fußgänger frei bleiben. Jetzt kann sich die Behörde vorstellen, bei Betrieben großzügiger zu werden, die wegen dieser Grenze bisher in die Röhre schauten. Sie müssten nur mehr 1,30 Meter Platz lassen.
Ebenfalls angedacht ist, draußen Bänke und während der gesamten Sommerzeit auch Heizstrahler zuzulassen. Und warum sollte ein Bäcker Stühle rausstellen dürfen – nicht aber ein Pizzabäcker?
Die Anregungen aus dem KVR bergen viel Konfliktpotenzial. „Es wird kontroverse Diskussionen geben“, kündigt Alexander Miklosy vom Bezirksausschuss Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt an. Insbesondere die vorgeschlagene Rest-Gehweg-Breite von 1,30 Metern, die mancherorts gelten soll, hält er für nicht zielführend. „Das ist zu wenig Platz.“
Und auch, was die längeren Öffnungszeiten angeht, prophezeit er: „Ich bin ziemlich sicher, dass das im BA auf Empörung stößt.“ Die Entscheidung werde knapp.
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