Dominik-Brunner-Prozess: Und die Eltern bekommen lebenslänglich

Die Mutter des gestorbenen Dominik Brunner ist seit der Tat ein Pflegefall, der Vater wurde schwer krank.
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Oskar Brunner: Er ist seit dem Tod des Sohnes schwer krank
Torsten Huber Oskar Brunner: Er ist seit dem Tod des Sohnes schwer krank

MÜNCHEN - Die Mutter des gestorbenen Dominik Brunner ist seit der Tat ein Pflegefall, der Vater wurde schwer krank.

Sie haben drei Menschen auf dem Gewissen“, sagte die Nebenklägern Annette von Stetten in Richtung des Angeklagten Markus S. (19). Die Eltern des Opfers, Oskar und Felicitas Brunner, leiden sehr unter dem tragischen Tod ihres Sohnes Dominik. Er war ihr einziges Kind und kümmerte sich liebevoll um sie. Die Anwältin fürchtete, dass die Eltern an dem Verlust ihres Sohnes „zerbrechen“ werden. Ihr Lebensmut sei völlig verschwunden.

Direkt neben der elterlichen Villa wohnte Dominik Brunner mit seiner Lebensgefährtin in einem weitläufigen Haus in Ergoldsbach bei Landshut. Ein schönes Anwesen auf einem Hügel. Ein Kiesweg führt vor die Doppelgarage der Eltern. Der kinderlose Manager wollte immer für seine Eltern da sein, wenn es später bei ihnen gesundheitlich nicht mehr so klappen sollte. Jetzt bräuchten die beiden 80-Jährigen ihren Sohn mehr denn je.

Felicitas Brunner baute bereits rasch nach der schrecklichen Tat körperlich und psychisch ab. Sie ist inzwischen bettlägerig, leidet unter starken Schmerzen, sie muss Morphium nehmen. Ein Freund der Familie sagte, wenn man ihr etwas erzählt, sagte sie oft: „Das muss ich dem Dominik erzählen.“ Erst Sekunden später holt sie die Realität wieder ein: „Ach, das geht ja nimmer.“

Vater Oskar Brunner, ein promovierter Ingenieur, hatte das Unternehmen für Baustoffe in Ergoldsbach aufgebaut. Die Firma liegt direkt neben dem Privatwohnsitz der Familie Brunner. Dominik Brunner, ein Rechtsanwalt, hatte bis zu seinem Tod das Unternehmen geführt.

Oskar Brunner trat mit Anwältin von Stetten als Nebenkläger auf. Er erschien an den ersten Prozesstagen vor der Münchner Jugendkammer. Er wollte sich die Angeklagten Markus S. und Sebastian L. (18) anschauen. Sich anhören, was sie zu sagen haben. Er wollte etwas über die Täter und deren Lebensgeschichte erfahren. Doch plötzlich war sein Platz neben seiner Anwältin leer. „Er leidet unter einer schweren Depression, er nimmt Medikamente mit schlimmen Nebenwirkungen. Bei den Eltern ist eine Leere entstanden, es gelingt ihnen nicht einen Moment, die Trauer um ihren Sohn zu vergessen“, sagte Annette von Stetten, die sich dem Strafantrag der Staatsanwältin angeschlossen hatte. th

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