Django und der Minister: Ein Duo, das Bock macht
Der Maibock-Anstich agiert ja gern ein bisserl im Windschatten vom großen Nockherberg-Spektakel. Was kein Nachteil ist – aus dem Windschatten überholt es sich bekanntlich am besten. Mehr noch. Das Derblecken bei der Hofbräu-Sause setzt längst bessere Maßstäbe im Duell mit dem Salvator (Stefan Zinner mal ausgenommen, der läuft sich ja erst noch warm).
Was an Django Asül liegt, der seit 2008 am Platzl derbleckt – aber eben auch an Finanzminister Albert Füracker. Hat der „bloß“ einen talentierten Redenschreiber? Oder ist er selbst einfach nur verdammt witzig? In seiner Begrüßungsrede setzte er derart treffsichere Pointen, dass ihm der Festsaal zu Füßen lag. Das war schon ganz großes Kino.
Füracker liefert zuerst, Django hat's schwer
Da hatte es Django im Nachgang mit seiner Rede fast ein bisserl schwer. Aber lustig sein ist das Eine, 40 Minuten Politiker derblecken halt noch eine ganz andere Herausforderung. Und so wuselte sich Django emsig von den Niederungen der Kommunalpolitik rauf zu Landes- und Bundespolitik, setzte Themen wie Straße von Hormus oder bizarre Wahlplakate und suchte sich zielsicher polarisierende Protagonisten mit Profil aus (Söder, Schulze, Özdemir oder, ja, auch Schröder), um seine Pointen zu setzen. Nicht moralinsauer. Sondern gekonnt.
Wie etwa beim abgewählten Münchner OB Dieter Reiter, den er für sein ungenehmigtes Aufsichtsratsmandat beim FC Bayern nicht etwa in die Pfanne haut, sondern adelt: „Damit beweist er eigentlich: Im Herzen ist er ein Schwarzer. Und schon hätte er die Sympathien der CSU-Wähler.“ Umgekehrt wird beim Derblecken halt oft ein Schuh draus. Hinterkünftig. So geht Politiker-Derblecken.
Klar, ein bisschen mäkeln darf auch sein. Der Anlauf zu manch einer Pointe war schon arg gedrechselt und langatmig. Ein bisserl mehr Tempo und insgesamt ein wenig kürzer das Ganze – gerne auch noch ein bisserl bissig-hinterfotziger. Und gerne auch mehr Füracker.
- Themen:
- Albert Füracker
- Dieter Reiter
- Django Asül
