Kommentar

Django und der Minister: Ein Duo, das Bock macht

Der Maibock-Anstich setzt neue Maßstäbe und ausgerechnet Finanzminister Albert Füracker sorgt für die größten Lacher. Kabarettist Django Asül hat es danach überraschend schwer – liefert aber trotzdem treffsichere Pointen.
Thomas Müller |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
2  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen
Wer stiehlt hier wem die Show? Ministerpräsident Markus Söder (CSU, v.l.n.r.), Django Asül, Albert Füracker und Hofbräu-Direktor Jörg Lehmann beim Maibock-Anstich 2026.
Wer stiehlt hier wem die Show? Ministerpräsident Markus Söder (CSU, v.l.n.r.), Django Asül, Albert Füracker und Hofbräu-Direktor Jörg Lehmann beim Maibock-Anstich 2026. © Felix Hörhager (dpa)

Der Maibock-Anstich agiert ja gern ein bisserl im Windschatten vom großen Nockherberg-Spektakel. Was kein Nachteil ist – aus dem Windschatten überholt es sich bekanntlich am besten. Mehr noch. Das Derblecken bei der Hofbräu-Sause setzt längst bessere Maßstäbe im Duell mit dem Salvator (Stefan Zinner mal ausgenommen, der läuft sich ja erst noch warm).

Was an Django Asül liegt, der seit 2008 am Platzl derbleckt – aber eben auch an Finanzminister Albert Füracker. Hat der „bloß“ einen talentierten Redenschreiber? Oder ist er selbst einfach nur verdammt witzig? In seiner Begrüßungsrede setzte er derart treffsichere Pointen, dass ihm der Festsaal zu Füßen lag. Das war schon ganz großes Kino.

Füracker liefert zuerst, Django hat's schwer

Da hatte es Django im Nachgang mit seiner Rede fast ein bisserl schwer. Aber lustig sein ist das Eine, 40 Minuten Politiker derblecken halt noch eine ganz andere Herausforderung.  Und so wuselte sich Django emsig von den Niederungen der Kommunalpolitik rauf zu Landes- und Bundespolitik, setzte Themen wie Straße von Hormus oder bizarre Wahlplakate und suchte sich zielsicher polarisierende Protagonisten mit Profil aus (Söder, Schulze, Özdemir oder, ja, auch Schröder), um seine Pointen zu setzen. Nicht moralinsauer. Sondern gekonnt.

Wie etwa beim abgewählten Münchner OB Dieter Reiter, den er für sein ungenehmigtes Aufsichtsratsmandat beim FC Bayern nicht etwa in die Pfanne haut, sondern adelt: „Damit beweist er eigentlich: Im Herzen ist er ein Schwarzer. Und schon hätte er die Sympathien der CSU-Wähler.“ Umgekehrt wird beim Derblecken halt oft ein Schuh draus. Hinterkünftig. So geht Politiker-Derblecken.

Klar, ein bisschen mäkeln darf auch sein. Der Anlauf zu manch einer Pointe war schon arg gedrechselt und langatmig. Ein bisserl mehr Tempo und insgesamt ein wenig kürzer das Ganze – gerne auch noch ein bisserl bissig-hinterfotziger. Und gerne auch mehr Füracker.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
  • Der Münchner vor einer Stunde / Bewertung:

    klar besser als der Nockerberg!

    Antworten lädt ... Kommentar melden
  • Kritischer Beobachter vor einer Stunde / Bewertung:

    Django Asül führt das Florett. Das ist ganz großes Kabarett. Kein verletzendes Draufhauen, sondern hinterkünftig, zielgenau und doch pointiert. Django kann es einfach. Ein wohltuender Kontrast zum Nockerberg, wo man - abgesehen vom Intermezzo mit Luise Kinseher - bis heute keinen wirklichen Ersatz für Walter Sedlmayr gefunden hat

    Antworten lädt ... Kommentar melden
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.