Dieser Münchner Supermarkt funktioniert ganz anders – jetzt wächst er weiter

Hier arbeiten die Kunden selbst mit, dafür sind die Bio-Preise deutlich günstiger. Fünf Jahre nach der Eröffnung zieht der FoodHub in Obergiesing Bilanz und verrät, wo der nächste Standort entstehen soll.
Niclas Vaccalluzzo
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Vor fünf Jahren startete der Food Hub als genossenschaftlich organisierter Biomarkt.
Vor fünf Jahren startete der Food Hub als genossenschaftlich organisierter Biomarkt. © FoodHub

Rund 800 Mitglieder wären nötig, damit sich der Food-Hub-Supermarkt trägt, sagte Kristin Mansmann, Mitgründerin der Genossenschaft, damals zur Eröffnung im AZ-Interview. Fünf Jahre später zählt der genossenschaftliche Mitmach-Laden in Obergiesing bereits mehr als 3000 Mitglieder.

Vom Gemüse aus der Region bis zum täglichen Einkauf: Der FoodHub bietet seinen Kunden ein umfangreiches Sortiment. Viele Produkte kommen direkt von Landwirten aus der Umgebung. Der besondere Unterschied: Der Supermarkt gehört den Mitarbeitern selbst – und jeder trägt mit drei Stunden Mitarbeit im Monat zum Betrieb bei.

Dieser Supermarkt gehört den Mitarbeitern selbst

Zum fünften Geburtstag lädt die Genossenschaft von Montag bis Samstag,19. Juli, zu einer Jubiläumswoche ein und öffnet ihren Laden in der Deisenhofener Straße 40 ausnahmsweise auch für Nicht-Mitglieder. Täglich ab 16 Uhr (samstags von 10 bis 16 Uhr) sind Lieferanten persönlich vor Ort, stellen ihre Produkte vor und laden zum Verkosten ein. Dazu kommt ein buntes Abendprogramm mit Tasting-Events, einem Fermentierworkshop an diesem Montag um 19 Uhr oder Disco-Shopping am 17. Juli ab 17 Uhr.

Mehr als dreimal so viele Mitglieder in fünf Jahren

Mehr als dreimal so viele Mitglieder also nach fünf Jahren. "Es hat sich sehr gut entwickelt", sagt Mitarbeiterin Friedrun Kehnel der AZ dazu. Das Sortiment sei immer wieder angepasst worden. Das Angebot an unverpackten Lebensmitteln etwa sei größer geworden, außerdem seien Textilien ins Sortiment aufgenommen worden.

Das Interesse und die Motivation der Mitglieder seien weiterhin hoch. Alle vier Wochen arbeitet jedes Mitglied drei Stunden im Laden mit – an der Kasse, beim Einräumen, in der Warenannahme oder im Team dahinter.

Viele Produkte kommen direkt von Landwirten aus der Umgebung
Viele Produkte kommen direkt von Landwirten aus der Umgebung © FoodHub

Zeit, die freilich nicht jeder hat. Gerade für Vollzeitbeschäftigte kann das eine Herausforderung sein. "Es gibt Regeln, und wir brauchen nun mal Leute, die mitarbeiten, damit das Ganze funktioniert", sagt Kehnel. Trotzdem gebe es Möglichkeiten, auf veränderte Lebensumstände einzugehen. Auch könnten sich etwa Partner die drei Stunden im Monat aufteilen.

Neuer Food-Hub-Standort geplant

Durch die unbezahlte Mitarbeit im Supermarkt können die angebotenen Produkte günstiger gehalten werden. "Wir sind im Schnitt ungefähr 20 Prozent günstiger als die üblichen Bioläden in der Umgebung", sagt Kehnel. Trotzdem schreibe der FoodHub seit Kurzem schwarze Zahlen.

Das Projekt scheint in der Stadt angekommen zu sein. So gut, dass der Genossenschaftssupermarkt sogar expandieren will: "Wir wollen in Schwabing einen Laden aufmachen", verrät Kehnel. Rund 300 Schwabinger Mitglieder stünden dafür schon bereit. Noch sei man aber auf der Suche nach einem geeigneten Standort im Viertel oder in der Nähe.

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