Diese Ausflüge kann man rund um München unternehmen

Der Radius für Münchner wird enger. Die Stadt selbst ist voll, die Parkplätze im Umland auch. Die AZ schickt Sie mit der S-Bahn hinaus - aber nicht weiter als 15 Kilometer.
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Winterwanderung in und um München: Bei Neuschnee kann man auch mal vom Weg abweichen, dann knirscht es auch schön unter den Schuhen.
Winterwanderung in und um München: Bei Neuschnee kann man auch mal vom Weg abweichen, dann knirscht es auch schön unter den Schuhen. © Andreas Gebert dpa/lby

München - Die Grenze von 200 ist noch fern, aber in diesen Zeiten weiß man ja nie. Die 7-Tage-Inzidenz für München liegt am Samstag bei 131,4. Doch ob und wann sich das ändert, kann niemand voraussehen.

Ohnehin treibt so manchem Bewohner der Tourismusregionen das M im Kennzeichen derzeit die Zornesröte ins Gesicht. Die AZ schickt Sie deshalb im Nahbereich nach draußen, alle Ziele befinden sich innerhalb des 15-Kilometer-Radius - obwohl dieser für Münchner ja derzeit noch nicht vorgeschrieben ist.

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Ausflüge mit der Münchner S-Bahn

Wie könnte der 15-Kilometer-Radius um München aussehen? Die hellen orangenen Flächen zeigen den Bewegungsradius der Münchner ab der Stadtgrenze, sollte die 15-Kilometer-Regel greifen. Derzeit tut sie es noch nicht. Man sieht, viele Ausflugsziele, wie etwa der Ammersee oder der Starnberger See sind nur teilweise oder gar nicht mehr zu erreichen.
Wie könnte der 15-Kilometer-Radius um München aussehen? Die hellen orangenen Flächen zeigen den Bewegungsradius der Münchner ab der Stadtgrenze, sollte die 15-Kilometer-Regel greifen. Derzeit tut sie es noch nicht. Man sieht, viele Ausflugsziele, wie etwa der Ammersee oder der Starnberger See sind nur teilweise oder gar nicht mehr zu erreichen. © Openstreet Maps/Bearbeitung: anf

Einen Parkplatz vor Ort müssen Sie ebenfalls nicht suchen, denn jeder Ausflug lässt sich bequem mit der S-Bahn unternehmen. Für jede der Münchner S-Bahn-Linien hat die AZ ein Ziel parat. Wer sich wegen voller Bahnen sorgt: Laut S-Bahn München ist das Reiseaufkommen im Lockdown auf ein niedriges Niveau zurückgegangen. Abstand halten sollte am Wochenende also möglich sein. Haben Sie viel Spaß an der frischen Luft!

Von Dachau nach Röhrmoos: Stille Amper, ruhiges Mariabrunn

Die Amper mit vom Raureif bedeckten Bäumen – schön!
Die Amper mit vom Raureif bedeckten Bäumen – schön! © imago/blickwinkel

Diese Wanderung verbindet eine pittoreske Flusslandschaft und das versteckte Mariabrunn, einen Wallfahrtsort, an dem in nomalen Zeiten eine Wirtschaft zur Einkehr einlädt. Derzeit genießt man hier stattdessen die Ruhe.

Tourensteckbrief: Dauer: 3,5 Stunden, Strecke: 14 Kilometer.

Tourenbeschreibung: Von der S-Bahn Station geht es rechts in die Frühlingstraße. Die Schleißheimer Straße wird überquert, dann geht es in die Martin-Huber-Straße. Kurz vor der Amper biegt man nach rechts in den Amperweg ein. Nun wandert man immer flussabwärts am Ufer entlang. Auf Höhe der Würmmühle unterquert man die Alte Römerstraße und passiert die Gaststätte Hebertshausen, der Ort selbst ist auf der anderen Seite.

Es geht weiter am Fluss entlang bis zur Brücke bei Ampermoching, diese überquert man und verlässt die Amper. Man durchquert Ampermoching über die Indersdorfer Straße, die Purtlhofer Straße und die Schulstraße. Nach der Kirche St. Peter geht es am Bründlfeld den Hang bergauf. Oben angekommen wendet man sich nach links und wandert über einen Feldweg nach Mariabrunn. Man verlässt Mariabrunn in nordwestlicher Richtung und folgt dem Wegweiser Richtung S-Bahnhof Röhrmoos. In der Unterweilbacher Straße geht es rechts, dann im Ort nach Westen zur S-Bahn-Station.

Alles wichtige zur Anreise: Anfahrt mit der S2 Richtung Petershausen/Altomünster bis nach Dachau, ab Marienplatz 25 Minuten, Takt alle 20 Minuten. Rückfahrt ab Röhrmoos mit der S2 in Richtung Erding, Takt alle 40 Minuten (Wochenende). Ticket: M-3

Der Klausenweg Wilhelm V.: Auf frommen Spuren

Das Schloss Schleißheim selbst ist zu, doch die Parkanlagen sind geöffnet.
Das Schloss Schleißheim selbst ist zu, doch die Parkanlagen sind geöffnet. © imago/imagebroker

Das Schloss Schleißheim kann derzeit nicht besichtigt werden, doch wer die Schlossanlage und die schöne Natur um sie herum erkunden will, kann auf dem historischen Klausenweg wandeln. Bayernherzog Wilhelm V. ließ diesen Pilgerweg als Zeichen seiner Frömmigkeit anlegen. Wer den kompletten Weg gehen möchte, braucht eine gute Kondition: Er ist 22 Kilometer lang und kommt an neun Kapellen vorbei. Sechs davon errichtete Wilhelm V. eigens für seinen Klausenweg. Es ist aber möglich, nur einen Teil des Weges zu gehen und abzukürzen.

Tourensteckbrief: Dauer: sechs Stunden, bzw. drei Stunden, Strecke: 22 Kilometer, bzw. ca. zehn Kilometer.

Tourenbeschreibung: Der Klausenweg ist beschildert und führt an der S-Bahnstation vorbei. Wenn Sie nicht den ganzen Weg gehen wollen, hier eine Variante: Von der S-Bahnstation folgen Sie der Rotdornstraße nach Norden und zur St. Ignatius-Klause nach Bergl. Von hier aus geht es südwärts und an der östlichen Spitze der Schlossanlage vorbei. Hier befindet sich die St. Renatus-Klause.

Sobald der Pfad auf die Münchner Straße trifft, kürzt man ab und geht wieder rechts in Richtung St. Wilhelms Klause (wer die ganze 22-km-Runde gehen möchte, biegt links ab). Hier durch den Wilhelmshof gehen, wieder dem Klausenweg gen Norden folgen. Sie passieren die St. Magarethen-Klause. Und gelangen schließlich zum nördlichsten Punkt des Klausenwegs, der St. Franziskus-Klause. Nun geht es wieder südwärts und zur S-Bahn-Station zurück.

Alles Wichtige zur Anreise: Anfahrt mit der S1 in Richtung Flughafen, Ausstieg in Oberschleißheim, ab Marienplatz 24 Minuten, Takt alle 20 Minuten. Ticket: M-1

Von Unterföhring nach Ismaning: Wunderbare nördliche Isar

Winterwanderung in und um München: Bei Neuschnee kann man auch mal vom Weg abweichen, dann knirscht es auch schön unter den Schuhen.
Winterwanderung in und um München: Bei Neuschnee kann man auch mal vom Weg abweichen, dann knirscht es auch schön unter den Schuhen. © Andreas Gebert dpa/lby

Die nördliche Isar wird bei entsprechender Witterung zum Winterwunderland, das man in knapp drei Stunden entdecken kann.

Tourensteckbrief: Dauer: knapp drei Stunden, Strecke: acht Kilometer

Tourenbeschreibung: Startpunkt ist am S-Bahnhof Unterföhring. Über die Kirche St. Valentin geht's zur kleinen Brücke über den Isarkanal und am Ufer entlang zum Poschinger Weiher. Nun geht es links über den Parkplatz, bis man an die Isar stößt. Ab jetzt immer Richtung Norden.

Unter der A 99 durch führt der Weg weiter durch die Isarauen und bis zum Ortsrand von Ismaning. Von hier aus ist ein Abstecher zum Ismaninger Schloss möglich, das derzeit aber wegen des Lockdowns leider geschlossen ist. Wer keinen Abstecher macht, gelangt über die Bahnhofstraße zum S-Bahnhof Ismaning.

Alles Wichtige zur Anreise: Anfahrt mit S8 in Richtung Flughafen, Ausstieg in Unterföhring, ab Marienplatz 19 Minuten, Takt alle 20 Minuten (Wochenende). Rückfahrt ab Ismaning mit der S8 in Richtung Herrsching, Takt alle 20 Minuten. Ticket: M-1

Von Deisenhofen zum Deininger Weiher: Durch das Gleißenbachtal

Wenn es richtig schön kalt ist, kann man auf dem Deininger Weiher auch Eislaufen.
Wenn es richtig schön kalt ist, kann man auf dem Deininger Weiher auch Eislaufen. © imago/imagebroker

Der Deininger Weiher ist im Sommer für viele Münchner ein beliebtes Badeziel. Doch auch im Winter bietet sich ein Ausflug an, zu Fuß gelangt man vom S-Bahnhof Deisenhofen durch das acht Kilometer lange Gleißenbachtal an den Weiher. Der Weg ist überwiegend einfach.

Tourensteckbrief: Dauer: vier Stunden, Strecke: 17 Kilometer

Tourenbeschreibung: Vom S-Bahnhof Deisenhofen folgt man der Sauerlacher Straße in Richtung Süden, bis man rechts in die Stefanienstraße abbiegt und von dort den Wanderweg Gleißental erreicht. Man wandert durch einen schönen Wald, nur einmal muss man auf Höhe von Ödenpullach kurz eine Autostraße überqueren. Der Rückweg erfolgt über den Hinweg.

Alternative: Wer nicht wieder bis nach Deisenhofen zurücklaufen will, kann auch die Gleißentalstraße hinauflaufen. Nach zwei Kilometern (etwa einer halben Stunde) erreicht man Großdingharting. Hier fährt der Bus 271 in Richtung Höllriegelskreuth (S7). Takt an Samstagen: von 7-18 Uhr jeweils um 18 nach, an Sonntagen um 8.18 Uhr, 10.18 Uhr, 12.18 Uhr, 13.18 Uhr, 15.18 Uhr, 17.18 Uhr und 18.18 Uhr.

Alles Wichtige zur Anreise: Anfahrt mit S3 in Richtung Holzkirchen, Ausstieg in Deisenhofen. Ab Marienplatz 25 Minuten, Takt alle 20 Minuten. Ticket: M-Zone, Achtung, soll die Rückfahrt von Großdingharting erfolgen, braucht man ein Ticket der Zone M-1.

Von Buchenhain zum Kloster Schäftlarn: Ein bisschen wie pilgern, nur weniger lang

Einfach eine barocke Schau, das Kloster Schäftlarn.
Einfach eine barocke Schau, das Kloster Schäftlarn. © imago/imagebroker/ManfredxBail

Die Isarauen im Süden Münchens sind immer einen Ausflug wert. Nicht umsonst verläuft hier auch ein Teil des berühmten Jakobswegs. Im Winter ist es jedoch etwas weit, von München aus bis zum Kloster Schäftlarn zu laufen, irgendwann friert's einen dann doch. Dann lieber mit der S-Bahn abkürzen.

Tourensteckbrief: Dauer: drei Stunden, Strecke: zehn Kilometer

Tourenbeschreibung: An der S-Bahn-Haltestelle geht man durch die Bahnunterführung über den Waldgasthof Buchenhain in Richtung Isar. Am Klettergarten Buchenhain vorbei gelangt man schließlich hinunter zum Isarufer. Ein Fahrweg folgt dem Fluss, wenig später erblickt man in der Isar den markanten Georgenstein. Es geht auf dem Weg weiter, der nun von der Isar wegführt. Wo sich der Weg gabelt, dem Schild in Richtung Kloster Schäftlarn folgen (dieser ist in Folge öfter mit einem gelben Dreieck markiert).

Nun gilt es, sich mehrere Male links zu halten: zum ersten Mal bei der nächsten Weggabelung, dann erneut an einem Schild, das den Jakobsweg markiert, wieder scharf links. Von rechts biegt nun wieder der für Radfahrer geeignete Weg ein. Der Weg ist nun wieder breiter. Im Winter empfiehlt es sich, nun der Radbeschilderung zu folgen, da die am Ufer verlaufenden Wege schmaler sind. Wer sich auf dem breiten Weg hält, stößt schließlich auf die Teerstraße (Klosterstraße). Bergab gehend gelangt man zum Kloster. Bei der Klosterkirche weist ein Hinweisschild in Richtung S-Bahn Ebenhausen, dem Weg wieder bergauf folgen.

Alles Wichtige zur Anreise: Anfahrt mit der S7 in Richtung Wolfratshausen bis Buchenhain, ab Marienplatz 27 Minuten, Takt alle 20 Minuten. Rückfahrt ab Ebenhausen mit der S7 in Richtung Kreuzstraße, Takt alle 20 Minuten. Ticket: M-1

Ins Leutstettener Moos: Natur und alte Geschichte

Ein kühles Detail: gefrorene Äste am Starnberger See.
Ein kühles Detail: gefrorene Äste am Starnberger See. © Victoria Bonn-Meuser/dpa

Der Starnberger See ist beliebt bei Spaziergängern. Wer sich vom Ufer abwendet und gen Norden geht, kommt in den Genuss von etwas mehr Ruhe. Das Leutstettener Moos kann auch im Winter besucht werden, bei viel Neuschnee sollte man jedoch entsprechend ausgerüstet sein.

Tourensteckbrief: Dauer: drei Stunden, Strecke: zehn Kilometer

Tourenbeschreibung: Von der S-Bahnstation muss man zunächst zum Landratsamt Starnberg hinüber. Zu diesem gelangt man, indem man von der Bahnstation zur Uferpromenade geht. Dieser nach Norden folgen, dann rechts in den Nepomukweg, dann links in die Strandbadstraße.

Vom Landratsamt führt der ausgeschilderte Rundweg nach Percha und weiter zum Naturschutzgebiet Leutstettener Moos. Am Rand des Moorgebiets folgt man der Beschilderung und erreicht die Villa Rustica, die Ausgrabungsstätte einer römischen Villa. Man gelangt nach Leutstetten, hier quert der Weg die Würm und biegt in südlicher Richtung ab. Über Petersbrunn gelangt man unterhalb der Staatsstraße zurück nach Starnberg. Durch das Wohngebiet Starnberger Wiese gelangt man zum S-Bahnhof Starnberg Nord, von hier aus kann man zurückfahren.

Alles Wichtige zur Anreise: Anfahrt mit der S6 in Richtung Tutzing nach Starnberg, ab Marienplatz 35 Minuten, Takt alle 20 Minuten. Rückfahrt ab Starnberg Nord in Richtung Ebersberg, Takt alle 20 Minuten. Ticket: M-2

Von Fürstenfeldbruck nach Schöngeising: Der gemächlichen Amper folgen

Die Ufer der Amper wirken im Winter bisweilen wie aus einem Märchen, ganz verwunschen und still.
Die Ufer der Amper wirken im Winter bisweilen wie aus einem Märchen, ganz verwunschen und still. © imago/Westend61

Die Amper schiebt eine ruhige Kugel, anders als die reißende Isar fließt sie gemächlich dahin, ein entschleunigter Fluss. Diese kurzweilige Tour führt direkt an ihr entlang.

Tourensteckbrief: Dauer: 2,5 bis drei Stunden, Strecke: zehn Kilometer

Tourenbeschreibung: Von der S-Bahnstation Fürstenfeldbruck geht es nach Westen über die Oskar-von-Miller-Straße und die Fürstenfelder Straße am Kloster Fürstenfeld vorbei. Nach einer Brücke über die Amper biegt man links auf den Weg neben dem Fluss. Die Orientierung ist nun einfach: Immer dem Weg flussaufwärts folgen!

Der Weg neben dem Fluss mündet in Schöngeising in die Kirchstraße. Dieser folgt man an der Kirche Sankt Johannes Baptist vorbei. In der Brucker Straße biegt man links ab, um dann gleich wieder rechts in die Amperstraße abzubiegen, der man geradeaus folgt. Nach der B471, die man geradeaus überquert, wird die Amperstraße zur Bahnhofstraße, die, wie der Name verspricht, zum S-Bahnhalt Schöngeising führt.

Alles Wichtige zur Anreise: Anfahrt mit der S4 in Richtung Geltendorf bis Fürstenfeldbruck, ab Marienplatz 30 Minuten, Takt alle 20 Minuten. Rückfahrt ab Schöngeising mit der S4 in Richtung Trudering/Ebersberg, Takt am Wochenende jeweils um .04 und .24, an Samstagen zusätzlich zwischen 12 und 17 Uhr alle 20 Minuten. Ticket: M-3

Praktische Tipps

Wandern im Winter macht Spaß, Sie sollten aber ein paar Dinge beachten. Packen Sie sich nicht zu dick ein, sonst schwitzen und frieren Sie. Zwiebelkleidung ist empfehlenswert. Behalten Sie eine zusätzliche Kleidungsschicht im Rucksack, ggf. auch Wechselkleidung.

Handschuhe und Mütze sollten mit. Gegen Rutschen helfen Grödel, also Schneeketten für die Schuhe, die man über die Wanderstiefel ziehen kann. Stöcke geben zusätzlichen Halt.

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