Die Waffen der Tierquäler

War’s ein Soft-Air- oder ein Luftgewehr? Nach den Schüssen auf die Hunde in Moosach rätselt die Polizei, wer die Tiere so verletzt hat.
| J. Jauernig
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Soft-Air-Guns sehen oft täuschend echt aus. Deshalb dürfen die Waffen nur auf dem Privatgrund verwendet werden. Wer eine Soft-Air-Waffe in der Öffentlichkeit führt, verstößt gegen das Waffengesetz.
berny Soft-Air-Guns sehen oft täuschend echt aus. Deshalb dürfen die Waffen nur auf dem Privatgrund verwendet werden. Wer eine Soft-Air-Waffe in der Öffentlichkeit führt, verstößt gegen das Waffengesetz.

Moosach - Nach den Schüssen auf Jack Russell-Dame „Mon Chi Chi” und den Mischling „Kreuzerl” in Moosach (AZ berichtete), fehlt von den Tierquälern jede Spur. Unklar ist, wie die Plastikkugeln mehrere Zentimeter tief in das Fleisch eindringen konnten. eine solche Wucht hat die Munition frei verkäuflicher Soft-Air-Waffen nämlich nicht.

„Gewöhnliche Soft-Air-Waffen haben nicht die Energie, dass ein Geschoss so tief ins Fleisch eindringt – das gibt höchstens Schürfwunden”, sagt Karl-Heinz Lederer vom Landeskriminalamt (LKA). Doch die Kugeln schlugen bis zu fünf Zentimeter tiefe Wunden. Eine steckt immer noch im Bein von Labrador-Mischling „Kreuzerl”. Die Hunde waren ihrem Besitzer Dietmar Domröse am Mittwoch vor einer Woche ausgebüxt. Nach einer Stunde fand er die beiden blutüberströmt wieder – mit acht Kugeln im Körper.

Denkbar ist, dass die Waffen aufgemotzt wurden. „Man kann die Federkraft von Soft-Air-Waffen erheblich erhöhen. Dazu gibt es Anleitungen im Internet”, sagt Lederer. Nur so seien solche Verletzungen erklärbar. Das LKA weiß das, weil unter den 20 beschlagnahmten Waffen aus dem letzten Jahr auch einige manipulierte Soft-Air-Pistolen sind.

„Es wäre auch möglich, dass die Hunde mit einem Luftgewehr verletzt wurden”, sagt Lederer. Diese Waffen, die im Sportbereich eingesetzt werden, sind wie die Soft-Air-Pistolen ab 18 Jahren frei erhältlich. Aber sie haben eine wesentlich größere Durchschlagskraft, die zu bösen Verletzungen führt. Zwar werden aus dem Luftdruckgewehr gewöhnlich Projektile abgefeuert, „aber es gibt Aufsätze fürPlastikkugeln”, sagt Lederer.

Die Polizei sucht jetzt nach Zeugen – bisher hat sich noch niemand gemeldet. Aber erst wenn die Täter geschnappt sind, können die Moosacher Tierbesitzer wieder ohne Angst Gassi gehen.

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