Die Silvesternacht: Kleines Köln in München

Erst jetzt, über ein halbes Jahr nach der Horror-Silvesternacht in Köln wird bekannt: Auch in München kam es wohl in dieser Nacht zu sexuellen Übergriffen auf Frauen. Die Polizei ermittelt in vier Fällen. 
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Auf dem Vorplatz des Kölner Hauptbahnhofs sind an Silvester Frauen sexuell belästigt und ausgeraubt worden. Am Münchner Marienplatz kam es zu ähnlichen Vorfällen.
dpa Auf dem Vorplatz des Kölner Hauptbahnhofs sind an Silvester Frauen sexuell belästigt und ausgeraubt worden. Am Münchner Marienplatz kam es zu ähnlichen Vorfällen.

Erst jetzt, über ein halbes Jahr nach der Horror-Silvesternacht in Köln, wird bekannt: Auch in München kam es wohl in dieser Nacht zu sexuellen Übergriffen auf Frauen. Vier Fälle wurden zur Anzeige gebracht. 

München - Der Schock saß tief nach der Silvesternacht in Köln. 1200 Frauen wurden nach derzeitigem Stand Opfer von sexueller Gewalt. Erst Tage später gelangte das schreckliche Ausmaß an die Öffentlichkeit. In München kam es in der Silvesternacht zu ähnlichen Vorfällen: Frauen wurden von fremden Männern bedrängt, angegrapscht, ausgeraubt.

Das hat das Polizeipräsidium auf Anfrage der "Süddeutschen Zeitung"  mitgeteilt. Ermittelt wird in vier Fällen, unter anderem von "Antanzen" verbunden mit sexueller Gewalt. Laut Anzeige ereigneten sich die Übergriffe auf dem Marienplatz und in der Neuhauser Straße. 

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So erging es einer Gruppe von drei jungen Frauen. Am Marienplatz wollten sie die ersten Minuten des neuen Jahres feiern. Doch dann kamen sieben bis neun Männer auf sie zu: "Can we take a picture with you?" Die Frauen schütteln den Kopf, gehen weiter. Aber die Männer lassen einfach nicht locker, bedrängen immer mehr und packen schließlich eine Frau, um sie in die Gruppe zu zerren. Die Freundinnen können ihr glücklicherweise helfen, sich loszureißen.

Die Männer geben nicht auf, sie werden immer aggressiver. Sie folgen den Frauen, attackieren sie, versuchen ihnen die Beine wegzureißen. Schließlich entkommen die Frauen. Sie erstatten acht Tage später Anzeige. Nach ihrer Aussage sollen die Männer arabisch ausgesehen haben.

Zwanzig Männer umringen Frau vor Disko

Der nächste Vorfall, eine halbe Stunde später: Eine 42-Jährige wird vor dem "Ruby Danceclub" von 15 bis 20 Männern umzingelt, einer aus der Gruppe küsst die Frau und grapscht ihr an den Busen. Der wehrlosen Frau wird nebenbei das Handy aus der Tasche gezogen. Das Opfer beschreibt die Täter später als südländisch oder arabisch aussehend.

Kurze Zeit später wird eine 21-Jährige am Marienplatz überfallen. Als sie mit ihrem Freund an einer Gruppe von drei Männern - vermutlich Afrikaner - vorbeigeht, greift ihr einer plötzlich unter den Rock. Eine Woche später zeigt die Frau ihn an.

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Gegen 2 Uhr greift eine Gruppe zwei weitere Frauen an. Beim Rauchen vor einer Diskothek in der Neuhauser Straße spricht ein Mann die 19- und 20-Jährige an. Wieder will er ein Foto machen. Es könnte sich bei der Gruppe um dieselben Männer handeln, die in der Nacht bereits übergriffig wurden. Es kommen immer mehr hinzu, schließlich umringen etwa fünfzehn Männer die jungen Frauen.

Gruppe klatscht Beifall, während Frauen begrapscht werden

Ein Mann packt die 20-Jährige am Arm, leckt über ihr Gesicht und begrapscht ihren Hintern. Ihre Freundin wird an der Brust berührt, während die Gruppe Beifall klatscht. Die Frauen flüchten am Ende in den Club zurück. Als die Geschehnisse aus Köln bekannt werden, trauen auch sie sich zur Polizei und erstatten Anzeige. Wieder geben die Frauen an, die Täter hätten "afrikanisch oder orientalisch" ausgesehen.

Zunächst war nur einer dieser Vorfälle aus München bekannt. Keiner der Täter konnte bisher ermittelt werden.

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