Die Schranne: Backstube, Gartencenter - oder Wachsfigurenkabinett?

Nicht alle Interessenten sind so spektakulär wie das weltberühmte Wachsfigurenkabinett Madame Tussaud - zahlreiche Firmen buhlen um die ins Trudeln geratene Halle. Der Zwangsverwalter glaubt, dass wohl bald die Lichter ausgehen.
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Was wird aus der Schrannenhalle?
Martha Schlüter Was wird aus der Schrannenhalle?

MÜNCHEN - Nicht alle Interessenten sind so spektakulär wie das weltberühmte Wachsfigurenkabinett Madame Tussaud - zahlreiche Firmen buhlen um die ins Trudeln geratene Halle. Der Zwangsverwalter glaubt, dass wohl bald die Lichter ausgehen.

Johannes Mauder ist derzeit ein verdammt gefragter Mann: „Die Telefonliste, die ich noch abarbeiten muss, ist kaum zu bewältigen“, stöhnt der Zwangsverwalter der Schrannenhalle. Als Auslöser für den Ansturm hat er vor allem Christian Ude ausgemacht. Seit der Oberbürgermeister in der vergangenen Woche öffentlich nach Interessenten für die ins Trudeln geratene Ausstellungsfläche am Viktualienmarkt fahndet, steht Mauders Telefon nicht mehr still. „Es gibt jede Menge Interessenten.“

So spektakulär wie die Merlin Entertainments Group, die in der Schranne eine Außenstelle ihres weltberühmten Wachsfigurenkabinetts Madame Tussaud einrichten möchte, sind die Interessenten zwar nicht: „Einige Projekte könnte ich mir aber durchaus dort vorstellen“, sagt der Rechtsanwalt. Die Hauptinteressenten kämen derzeit aus der Gastronomie: „Vor allem viele Bäckereien interessieren sich für den Standort“, verrät der Rechtsanwalt. Einige planten dort auch die Einrichtung von Cafés und kleinen Imbissen.

Bemerkenswerter sei aber die Anfrage der Gartencenter- Kette „Dehner“, deren Räumlichkeiten an der Frauenstraße 8 zu klein geworden sind, und deren Geschäftsführung nun aus der gesamten Halle gerne ein großes Gartencenter machen würde: „Ich könnte mir gut vorstellen, dass dort dann auch ein Café unter Palmen errichtet wird“, sagt Mauder, der sich inzwischen darauf eingestellt hat, möglichst bald neue Mieter für die Schrannenhalle zu finden: „Die Signale, die ich aus der Halle höre, stimmen mich sehr bedenklich“, sagt er: „Es besteht die Gefahr, dass dort sehr schnell die Lichter ausgehen und ich schon in den nächsten Tagen eingreifen muss.“

Weniger Gastronomie, mehr Veranstaltungen?

Der derzeitige Betreiber Jürgen Lochbihler weist derartige Spekulationen unterdessen zurück und verweist stattdessen auf sein neues Konzept, das auf weniger Gastronomie und mehr Veranstaltungen im kommenden Jahr setzt. Lochbihler denkt vor allem daran, Konzerte und Partys zu veranstalten. Zudem kann er sich vorstellen, regelmäßig „dultähnliche Wochenmärkte“ abzuhalten. Von den Plänen, aus der Halle ein Back-Paradies oder ein Gartencenter zu machen, hält er deshalb recht wenig: „Schließlich haben die Händler, die in der Schrannenhalle vertreten sind, noch immer bestehende Verträge, die auch erfüllt werden müssen.“

Lochbihler sieht sich derzeit als einziger in der Lage, das Gebäude bis zur Zwangsvollstreckung zu führen: „Es wird nur Zeit, dass bald Klarheit herrscht“, sagte er: „Es muss eine schnelle Entscheidung her!“

Daniel Aschoff

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