Die Riesen-Halle wird wachgeküsst

Das alte Freimanner Ausbesserungswerk: Nach Jahren des Leerstands kommt jetzt ein „Forum für Fahrkultur“ mit Oldtimern und Werkstätten in die denkmalgeschützte Halle – und ein Baumarkt.
| Rudolf Huber
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So schaut es jetzt aus: Die riesige Halle des alten Ausbesserungswerks in Freimann mit alter Industrie-Architektur.
Wolbeck So schaut es jetzt aus: Die riesige Halle des alten Ausbesserungswerks in Freimann mit alter Industrie-Architektur.

Das alte Freimanner Ausbesserungswerk: Nach Jahren des Leerstands kommt jetzt ein „Forum für Fahrkultur“ mit Oldtimern und Werkstätten in die denkmalgeschützte Halle – und ein Baumarkt.

München - Seit Jahren gammelt sie vor sich hin. Immer wieder versuchten Investoren, die größte freitragende Halle Süddeutschlands aus ihrem unrühmlichen Dornröschenschlaf zu befreien – vergeblich. Doch jetzt scheint es zu klappen mit der Wiederbelebung der Halle 24 im ehemaligen Freimanner Bahnausbesserungswerk. Eine Firma aus Stuttgart will hier ein „Forum für Fahrkultur“ installieren. Und nebendran entsteht ein riesiger Baumarkt.

Zuletzt hatte eine Firmengruppe geplant, die Lokhalle in ein Großhandelszentrum für Mode zu verwandeln. Damit waren die Freimanner aber alles andere als einverstanden. Letztlich rechnete sich das Ganze auch nicht.

Das aktuelle Doppel-Projekt Oldtimer und Baumarkt kam bei der ersten Vorstellung im Bezirksausschuss Schwabing-Freimann zunächst gut an, dann drehte sich der Wind: Die Stadtteil-Politiker lehnten den nächsten Baumarkt in unmittelbarer Nachbarschaft zum bestehenden Hornbach-Haus ab und forderten zusätzlich zur Auto-Abteilung eine sozio-kulturelle Nutzung.

Diese Einwände ließen den Stadtrat aber ziemlich kalt. Er beschloss die Aufstellung eines Bebauungsplans. Damit steht fest: Der Baumarkt wird den größeren Teil der insgesamt 36.680 Quadratmeter großen Halle belegen – „Drive in“ für Baustoffe inklusive.

Spannend für die Freimanner und für alle Münchner mit Spaß an altem Blech und Chrom ist das geplante Forum für Fahrkultur, das die schwäbische Activ-Group nach dem Vorbild des Stuttgarter oder Berliner Meilenwerks bauen will. Chef Andreas Dünkel zur AZ: „Das ist das Beste, was solchen Hallen passieren kann, eine Verneigung vor alter Immobilien-Geschichte.“ Außerdem, so Dünkel, müsse man natürlich ein Faible für Autos haben, „eine Leidenschaft für Immobilien und Mobilien, wenn man Millionen investiert“.

Das Fahrkultur-Konzept: Der Eintritt in die riesige Oldtimer-Halle ist grundsätzlich frei. Finanziert wird das Meilenwerk durch die Miete, die Oldtimer-Besitzer fürs gepflegte Unterstellen ihrer Lieblinge in gut einsehbaren Glasboxen bezahlen. Und durch die Miete von Werkstätten und sonstigen Betrieben rund ums Thema Oldtimer. Außerdem: Gastronomie, Seminarräume und ein Hotel mit Oldtimern als Betten, dazu ein Club für Autobegeisterte.

Dünkel hofft auf den Startschuss für das Millionenprojekt im kommenden Jahr und rechnet mit „einem guten Jahr Bauzeit“.

Petra Piloty vom Bezirksausschuss Schwabing-Freimann hat sich inzwischen mit der Kombination Baumarkt und Automobil-Kultur angefreundet: „Die Firma Bauhaus hat uns versprochen, eine öffentlich zugängliche Dauerausstellung über die Geschichte der Halle zu machen.“

Und die alten Autos brächten zumindest „ein gewisses Leben in die Halle – und etwas, wo der Freimanner mit seiner Familie hingehen kann“.

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