Die Pferderevue kommt fest nach Fröttmaning

„Apassionata“ baut einen Erlebnispark rund ums Pferd in Fröttmaning – für rund 50 Millionen Euro. Die Show soll das ganze Jahr in München bleiben.
Sophie Anfang |
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Der Blick von oben: Dieser Entwurf wurde der Stadt vorgelegt.
Stadt München Der Blick von oben: Dieser Entwurf wurde der Stadt vorgelegt.

München - In einem Jahr könnten im Münchner Norden einige Mädchenträume in Erfüllung gehen: Die weltweit erfolgreiche Pferdeshow „Apassionata“ kommt – fest – nach Fröttmaning. Geplant sind eine große Arena und Themenpavillions in Sichtweite der Allianz Arena. 50 Millionen will das Unterhaltungsunternehmen dafür investieren. Aus Fröttmaning wird Pferdmaning.

Der „Showpalast“ ist für 1700 Sitzplätze ausgelegt. Der Veranstalter kann hoffen, diese Ränge regelmäßig füllen zu können: Die Pferde-Revues, die bislang nur einmal pro Jahr für ein paar Tage in der Olympiahalle gastieren, sind regelmäßig ausverkauft. „Nirgendwo erreichen wir so viele Herzen wie hier“, sagt Apassionata-Chef Johannes Mock-O’Hara. In Fröttmaning werden die Pferde fünf Tage die Woche durch die Areana traben. Damit die Begeisterung der Münchner nicht abflaut, ist jedes Jahr eine neue Show geplant.

Daneben sollen auf der fünf Hektar großen Fläche zwölf Pavillons errichtet werden. Die dortige Fohlenstation, ein Pferdemuseum und Streichelzoo werden wohl vor allem die weiblichen Pferde-Fans anziehen. Buben gefällt vielleicht eher das 360-Grad-Kino oder der Hufschmied.

Baulich bewegt sich der Plan zwischen naturnah und leichtem Kitsch, was zu dem eher rührseligen Programm von „Apassionata“ vielleicht auch gut passt: Der eher kargen Gegend im direkten U-Bahn-Umfeld will der Veranstalter geschwungene Wege, einen künstlichen See, grüne Koppeln und monumentale Bauten aus in die Höhe ragenden Holzstäben entgegen setzen.

Rund zwölf Monate veranschlagt der Betreiber für die Bauarbeiten. Anfang 2016 soll der Pferdepark fertig sein, die Eröffnung ist, wenn alles glatt läuft, Mitte nächsten Jahres. „Apassionata“ interessiert sich schon seit mehreren Jahren für diesen Standort. Verhandlungen mit der Stadt scheiterten bislang an der Dauer der Pacht. Um dauerhaft planen zu können, wünschte sich der Veranstalter Vertragslaufszeiten von zehn Jahren, die Stadt wollte zunächst nur der Hälfte zustimmen.

Im Frühjahr 2014 kam es zu einem Kompromiss: Der Stadtrat stimmte einer Pacht von sieben Jahren für das Hauptgelände mit Theater, Gastronomie und Freilaufflächen zu. Für den Themenpark gelten zunächst fünf Jahre. Für beide Areale gibt es im Anschluss Aussicht auf Verlängerung.

Auf den Beschluss folgten lange Verhandlungen über die genauen Mietmodalitäten: „Da mussten wir viele Dinge beachten“, sagt Mock-O’Hara. Jetzt ist aber alles fix.

Die Einigung bringt Bewegung nach Fröttmaning: Das Deutsche Theater hatte die Fläche bis 2013 genutzt, als in der Innenstadt das Stammhaus renoviert wurde. Seither liegt die Fläche brach. Pläne des Betreibers des früheren Kunstpark Ost, Wolfgang Nöth, auf dem Gelände einen Kunstpark Nord hochzuziehen, waren bereits 2008 gescheitert.

Jetzt sollen die Pferde dem Areal auch dann Leben einhauchen, wenn in der nahen Arena nicht Fußball gespielt wird. Falls beides zusammenkommt, rührt sich richtig was in Fröttmaning.

Kritik von Peta

Tierschützer können den Plänen nichts Gutes abgewinnen: Die Organisation „Peta“ kritisiert die Show seit langem.

„Wir wissen, dass dort sehr oft mit Druck gearbeitet wird“, sagt Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche. Er befürchtet, dass den Pferden künftig noch mehr abverlangt wird, um dem Publikum vor Ort ständig Neues zu bieten. Für die Tiere bedeuteten die Shows Stress: „Das hat mit tiergerechtem Umgang nichts zu tun.“

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