Die Münchner Mieten sinken – ein bisserl

Die Spitze scheint inzwischen erreicht: Bei der Wiedervermietung ist ein Preisrückgang zu verzeichnen. Billig wird’s dadurch freilich nicht.
| Irene Kleber
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Alle Grafiken: Planungsreferat der Landeshauptstadt München auf Datenbasis der Süddeutschen Zeitung.
Datenquelle: Süddeutsche Zeitung (jeweils zweites Quartal), Bearbeitung: Städtisches Planungsreferat 3 Alle Grafiken: Planungsreferat der Landeshauptstadt München auf Datenbasis der Süddeutschen Zeitung.
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Datenquelle: Süddeutsche Zeitung (jeweils zweites Quartal), Bearbeitung: Städtisches Planungsreferat 3 Alle Grafiken: Planungsreferat der Landeshauptstadt München auf Datenbasis der Süddeutschen Zeitung.
Viele Münchner, denen die Stadt-Mieten zu teuer werden, ziehen ins Umland. Weshalb auch hier jedes Jahr die Mietpreise kontinuierlich steigen. Einzige Ausnahme in diesem Jahr: Fürstenfeldbruck.
Datenquelle: Süddeutsche Zeitung (jeweils zweites Quartal), Bearbeitung: Städtisches Planungsreferat 3 Viele Münchner, denen die Stadt-Mieten zu teuer werden, ziehen ins Umland. Weshalb auch hier jedes Jahr die Mietpreise kontinuierlich steigen. Einzige Ausnahme in diesem Jahr: Fürstenfeldbruck.

München - Man möchte sich ja schier die Augen reiben, beim Blick aufs Neuste „Wohnungsmarktbarometer 2015“. Denn was in dem Papier des städtischen Planungsreferats zu lesen ist, kann ein Wohnwahnsinns-gewohnter Münchner kaum fassen.

Und doch, da steht es tatsächlich: Nach zehn Jahren, in denen die Mieten in München in schöner Regelmäßigkeit nur eine Richtung kannten, nämlich steil nach oben, schaut’s plötzlich nach einer Trendwende aus. Die Mietpreisspitze ist offenbar erreicht, wohnen wird wieder günstiger!

 

Gute Lagen im Süden verlieren verglichen mitdem Zentrum

 

Zum ersten Mal seit 2010 zahlen Münchner, die eine Neubauwohnung erstbeziehen, weniger Miete als sie im Vorjahr hätten zahlen müssen. Bei Wiedervermietungen älterer Wohnungen geht’s zwar mit dem Preis noch nicht abwärts, aber hier holen Vermieter zumindest kein ganz so großes Mietplus mehr heraus, wie man’s bisher alljährlich gewohnt war.

 

Was das konkret bedeutet

 

- Erstbezugs-Mieten liegen demnach bei durchschnittlich 18,39 Euro/qm, immerhin 26 Cent niedriger als 2014 (da waren es noch 18,65 Euro/qm). Das ist ein Minus von rund 1,5 Prozent. Freilich gilt das nicht für jede Neubauwohnung.  Günstiger geworden sind vor allem sehr große Luxuswohnungen und familientaugliche Bleiben von 80 bis 100 qm (minus elf Cent/qm). Mittlere Größen (60 bis 80 qm) legen dagegen kräftig zu (plus 1,07 Euro/qm).

Am meisten verteuern sich Single-Neubauapartments (20 bis 40 qm) – um plus 4,37 Euro/qm; das sind satte 21 Prozent.

Warum das so ist, erklärt sich leicht: Mittel- und Geringerverdiener mit Familie können oder wollen sich so viel Platz wie früher wegen der Hammermieten nicht mehr leisten, verzichten auf ein Zimmer und weichen auf kleinere Wohnungen in der Stadt aus – oder sogar ins Umland. Dort steigt logischerweise die Nachfrage noch mehr als bislang – und damit auch der Preis.

- Wiedervermietungs-Mieten steigen auf durchschnittlich 15,57 Euro/qm (2014: 15,03 Euro/qm). Das Plus von 54 Cent (rund 3,6 Prozent) ist das kleinste seit 2010.

Auch hier langen Vermieter bei kleinen und mittleren Wohnungen (bis 60 Quadratmeter) am stärksten hin: plus 6,5 Prozent – das ist knapp ein Euro/qm. Bei den größeren Wohnungen (80 bis 100 Quadratmeter) ist das Plus (mit 23 Cent/qm; 1,6 Prozent) kleiner.

 

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WO WIRD’S ERKENNBAR BILLIGER?

Teure Innenstadt, günstigere Randlagen – daran ändert sich im Prinzip nicht viel. Allerdings: In einigen Vierteln sacken die Mieten besonders nach unten, sogar in den dort „besten“ Stadtteil-Wohnlagen: Im Süden der Stadt in Isarnähe (wie in Untergiesing), außerdem in Berg am Laim und in Freimann sind die Nettokaltmieten um teilweise über sieben Prozent abgesunken – und liegen deutlich unter denen in der City. Ebenfalls abwärts geht der Trend in Laim im Westen und auch in Denning und Englschalking im Osten.

Die günstigsten Wohnungen sind in Laim und Trudering zu haben: Hier kann man im Schnitt für 11,94 bis 12,81 Euro/qm eine Wohnung mieten – bei Größen von 68 bis 80 qm.

 

 

WO WIRD’S TEURER?

Wer nun hofft, er könnte auch in den Citylagen noch ein Schnäppchen machen, wird sich schwertun: Im Stadtbezirk Altstadt-Lehel, wo vor allem große Wohnungen ab 100 qm immer wieder frei werden, ist heuer noch mal ein Höchstwert erreicht worden – mit satten 19,64 Euro/qm. Auch noch teuer: Schwabing, Schwabing-West, Maxvorstadt, Au-Haidhausen und Ludwigs-/Isarvorstadt (17,31 bis 17,94 Euro/qm bei mittleren Wohnungsgrößen).

Dass es auch in Zukunft nicht leichter wird, überhaupt in München ein Dach über dem Kopf zu finden, ist auch klar. Mindestens 20 000 Menschen werden jedes Jahr neu in die Stadt ziehen.

Da bleibt der Stadt nur: bauen, bauen, bauen. 7000 neue Wohnungen will OB Dieter Reiter (SPD) laut dem ehrgeizigen Wohnungsbauprogramm der Stadt jährlich in die Münchner Viertel pflanzen – und zählt dabei vor allem auf die städtischen Wohnungsbaugesellschaften Gewofag und GWG. Reiter: „Sie sind ein unverzichtbarer Garant dafür, dass es in München langfristig bezahlbare Wohnungen geben wird.“

Nur mal so zum Vergleich: Die durchschnittlichen Grundmieten bei der GWG liegen bei entspannten 6,58 Euro/qm. Bei der Gewofag bei 6,79 Euro/qm. Das ist gerade mal die Hälfte des üblichen München-Schnitts.

Mehr unter: www.muenchen.de; Stichwort „Wohnungsmarktbarometer 2015“

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