Die Messe München ist ein Milliardenmotor: Wie groß der Wirtschaftseffekt ist

Die Messe München ist längst ein Milliardenmotor: Laut neuer Prognos-Studie sorgen ihre Veranstaltungen für 4,45 Milliarden Euro Wirtschaftseffekt, sichern zehntausende Jobs und bringen vor allem Hotels, Gastronomie und messenahen Dienstleistern in Stadt und Region satte Zusatzeinnahmen.
von  Maja Aralica
Die bauma ist die größte Fachmesse der Welt und findet alle drei Jahre auf dem Messegelände in München statt.
Die bauma ist die größte Fachmesse der Welt und findet alle drei Jahre auf dem Messegelände in München statt. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON

Vor 62 Jahren startete die Messe München mit sieben Veranstaltungen. Heute organisiert sie weltweit rund 90 Fachmessen, darunter zwölf Weltleitmessen wie die Bauma, die BAU oder die IFAT. Für viele Branchen sind sie der wichtigste Treffpunkt des Jahres – und längst ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für München.

Mehr als vier Milliarden Euro Wirtschaftseffekt

Wie stark die Stadt von den Messen profitiert, zeigt eine neue Studie des Forschungs- und Beratungsunternehmens Prognos, die die Messe München am Dienstag im Pschorr am Viktualienmarkt vorgestellt hat. Demnach erzeugen die Veranstaltungen der Messe München bundesweit einen Wirtschaftseffekt von 4,45 Milliarden Euro. Damit trägt München laut Studie rund 15 Prozent zur gesamten Wirtschaftsleistung der deutschen Messebranche bei – mehr als jeder andere Messestandort in Deutschland.

"Messen machen aus Begegnung Wertschöpfung", sagt Messechef Stefan Rummel. Sein Co-Geschäftsführer Reinhard Pfeiffer bezeichnet die Messen als "wirtschaftlichen Motor für München, Bayern und ganz Deutschland".

Gemeint ist damit vor allem das Geld, das rund um die Messen ausgegeben wird: für Hotels, Restaurants, Taxis, Logistik, Messebau oder Dienstleistungen. Laut Messe entstehen auf jeden Euro direkter Einnahmen bundesweit mehr als zehn Euro zusätzliche Wertschöpfung.

Die Messe CEOS Reinhard Pfeiffer und Stefan Rummel stellen die Ergebnisse der Studie vor.
Die Messe CEOS Reinhard Pfeiffer und Stefan Rummel stellen die Ergebnisse der Studie vor. © Messe München GmbH

Hotels und Gastronomie profitieren besonders

Vor allem Hotels, Restaurants und sogenannte messenahen Dienstleistungen profitieren vom Messegeschäft. Allein 2025 gingen 1,7 Millionen der insgesamt 19,7 Millionen Übernachtungen in München auf Messen und Kongresse zurück.

In den vergangenen Jahren ist der Anteil ausländischer Aussteller und Besucher stetig gestiegen. Das liege auch an den Auslandsaktivitäten der Messe. Die Messe München betreibt weltweit inzwischen zwölf Tochtergesellschaften und veranstaltet Messen an 24 internationalen Standorten.

Dass Gäste aus dem Ausland wirtschaftlich besonders interessant sind, liegt laut Messe an ihrer längeren Aufenthaltsdauer. Je weiter die Besucher anreisen, desto mehr Geld geben sie in München aus. Messechef Rummel nennt dazu ein Beispiel: Ein Münchner Besucher lasse im Schnitt 43 Euro bei einem Messebesuch in der Stadt, ein Gast aus Bayern 129 Euro. Besucher aus den USA gäben durchschnittlich rund 5000 Euro aus.

Mehr als 600.000 Menschen besuchten 2025 die bauma, die Weltleitmesse für Baumaschinen.
Mehr als 600.000 Menschen besuchten 2025 die bauma, die Weltleitmesse für Baumaschinen. © Leonie Asendorpf

Für die Studie befragte Prognos in den Jahren 2024 und 2025 insgesamt 2600 Aussteller und 6200 Besucher bei sieben Messen zu ihrem Ausgabeverhalten. Die Ergebnisse wurden anschließend auf ein durchschnittliches Messejahr hochgerechnet.

Im Vergleich zur Vorgängerstudie aus dem Jahr 2019 stieg der bundesweite Wirtschaftseffekt deutlich: Damals lag er noch bei 3,29 Milliarden Euro, heute bei 4,45 Milliarden Euro – ein Plus von 35 Prozent.

Auch der Staat verdient kräftig mit. Laut Studie entstehen durch die Messen bundesweit 726 Millionen Euro zusätzliche Steuereinnahmen. Rund 47 Millionen Euro gehen an die Stadt München, weitere 266 Millionen Euro an den Rest Bayerns. Außerhalb Bayerns entstehen zusätzlich 69 Millionen Euro an Steuereinnahmen, den größten Anteil erhält der Bund mit 344 Millionen Euro. Insgesamt sind die steuerlichen Effekte damit im Vergleich zur letzten Studie um zwölf Prozent gestiegen.

Der größte Teil der wirtschaftlichen Effekte der Messen bleibt laut Studie in München: Rund die Hälfte der zusätzlichen Umsätze entsteht laut Studie in der Landeshauptstadt. Weitere 20 Prozent entfallen auf das übrige Bayern, 30 Prozent auf andere Teile Deutschlands.

Besonders stark profitieren außerhalb Münchens der Landkreis Freising und der Landkreis München. Im Landkreis Freising entstehen laut Studie zusätzliche Umsätze von 136 Millionen Euro, im Landkreis München von 86 Millionen Euro.

Tausende Arbeitsplätze hängen an den Messen

Die Messe generiert nicht nur für Einnahmen, sondern auch Arbeitsplätze. Bundesweit hängen rund 34.400 Jobs direkt oder indirekt am Messegeschäft. Davon entfallen 17.600 auf München und 24.800 auf Bayern insgesamt. Allein in messenahen Dienstleistungen wie Standbau, Logistik oder Technik entstehen in München rund 7700 Arbeitsplätze. Im Hotel- und Gaststättengewerbe kommen weitere 5000 Jobs hinzu.

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