Die Kölner retten unseren Fasching

Der „Ball der Silbernen Rose“ abgesagt. Das Faschings-Spektakel der Münchner Konditoren gestrichen. Der Tanz der Marktweiber deutlich zahmer. Viele befürchteten deshalb, dass der Fasching 2009 ziemlich fad wird. Doch da hatten sie die Rechnung ohne die Rheinländer gemacht.
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Jecken sind in München los
WDR/Herby Sachs Jecken sind in München los

MÜNCHEN - Der „Ball der Silbernen Rose“ abgesagt. Das Faschings-Spektakel der Münchner Konditoren gestrichen. Der Tanz der Marktweiber deutlich zahmer. Viele befürchteten deshalb, dass der Fasching 2009 ziemlich fad wird. Doch da hatten sie die Rechnung ohne die Rheinländer gemacht.

Die Kölner retten den Münchner Fasching: In Zeiten, in denen Faschingsgesellschaften keinen Prinzen mehr finden, legen die Karnevalisten vom Köln Münchner Karnevalsverein (KMKV) richtig los. In der Freiheizhalle an der Donnersberger Brücke laden sie bereits heute zur größten Karnevalsparty außerhalb des Rheinlands. 800 Jecken werden bei „Jeck op Kölsche Art“ dabei sein. „Wir hätten aber auch gut und gerne über 1000 Tickets verkaufen können“, erklärt Vereinsmitglied Wolfgang Schenk.

Neben „Kölsche Töne ohne Ende“ versprechen die Veranstalter Mettbrötchen, Halver Hahn und grandiose Stimmung: „Nicht nur Kölner fühlen sich deshalb bei uns wohl“, so Schenk. Ein Großteil der Karnevals-Enthusiasten des Vereins seien mittlerweile Nicht-Rheinländer.

Wohl auch deshalb wird im Februar gleich weiter gefeiert. Sechs Tage lang hat die Kölsch-Kneipe Coellner im Paragraph ab dem 19. Februar die Freiheizhalle gemietet und veranstaltet unter dem Motto „Kölsch meets München“ an jedem Tag eine kostenlose Karnevals-Feier mit DJ Charly aus Köln. Vorher steigt am kommenden Sonntag von 14 bis 18 Uhr noch der Kinderkarneval in der Halle. „Wir gehen davon aus, dass bei uns jeden Tag volle Hütte sein wird“, sagt Organisator und Paragraph-Inhaber Richard Merheim.

Selbst die Narrhalla gratuliert

So viel Einsatz in der fünften Jahreszeit erkennt mittlerweile sogar die Konkurrenz an. „Die Kölner haben bereits in den letzten Jahren viel dazu beigetragen, dass sich die Münchner maskiert haben“, lobt Uli Kreuzer, Präsident der Münchner Faschingsgesellschaft Narrhalla: „Man kann nur hoffen, dass es ihnen mit ihrem großen Einsatz auch gelingt, in die aktuelle Faschingssaison mehr Schwung zu bringen.“

Das scheint gewiss: Immerhin will auch der Radiosender Radio Gong, der bisher beim Tanz der Marktweiber auf dem Viktualienmarkt für Stimmung sorgte, am Faschingsdienstag lieber mit den Kölnern die Freiheizhalle feiern – ein erster rheinländischer Angriff auf bayerische Faschings-Traditionen. Um 11.11 Uhr soll die Köln-Münchner Kooperation am Faschingsdienstag starten. Na dann, Kölle, Alaaf.

Daniel Aschoff

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